Kanadisches Reflect10 stellt neuartiges Solarmodul vor und verspricht 20 % mehr Energieertrag
2026-07-01 15:08
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de.wedoany.com-Bericht: Das kanadische Start-up Reflect10 hat ein Photovoltaikmodul vorgestellt, das in das Modul integrierte Lichtreflexionsstrukturen nutzt und im Vergleich zu herkömmlichen Solarmodulen eine Steigerung des Energieertrags um 20 % verspricht.

Louis Massicotte, Gründer von Reflect10, erklärte gegenüber pv magazine, dass es bereits umfangreiche akademische Forschung zu nachgerüsteten Reflektoren für herkömmliche Flachmodule gebe. So zeigten beispielsweise Berichte aus den Jahren 2023 und 2025, dass durch die Platzierung verstellbarer Spiegel neben vertikalen bifazialen Modulen ein Ertragsgewinn von 11 % bis 57 % erzielt werden könne. Allerdings benötigten solche Systeme bewegliche Teile, Motoren und zusätzliche Landfläche. Der Ansatz von Reflect10 hingegen komme ohne externe Spiegel aus, indem die reflektierende Geometrie direkt in die Modulstruktur integriert werde. Laut Unternehmensangaben wird das Sonnenlicht innerhalb der Struktur mehrfach reflektiert, bevor es von der Solarzelle absorbiert wird, wodurch die Photoneneinfangrate ohne Veränderung der Zelle selbst erhöht werde. Weitere technische Details nannte das Unternehmen nicht.

Das Unternehmen gibt an, dass diese Architektur den durchschnittlichen täglichen Energieertrag um 20 % steigern könne. In den Morgen- und Abendstunden mit geringerer Einstrahlung könne die Leistungsabgabe um das 2,66-Fache erhöht werden. Bei diffusen Lichtverhältnissen wie Bewölkung oder Dunst könne der Energieertrag um 19 % steigen.

Massicotte betonte, dass dieses Ergebnis vor dem Hintergrund der langjährigen Herausforderung der Shockley-Queisser-Grenze einen wichtigen und sofort umsetzbaren Schritt darstelle. Diese Grenze besagt, dass der theoretische maximale Wirkungsgrad von Silizium-Einzelzellen unter realen Bedingungen unter 30 % liegt, unter Laborbedingungen bei 33,7 %. Reflect10 gibt an, dass die oben genannten Leistungsdaten aus optischen Simulationen sowie aus Proof-of-Concept-Feldtests in Québec und Marokko stammen, die über einen Zeitraum von neun Monaten (Spätsommer 2025 bis Mai 2026) durchgeführt wurden.

Das Unternehmen plant, die Technologie am 7. Juli auf einer Pressekonferenz in Paris offiziell vorzustellen. Es wurden bereits drei Anmeldungen nach dem Vertrag über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (PCT) eingereicht, von denen eine nach internationaler Recherche angeblich einen positiven schriftlichen Bescheid erhalten habe, der alle 18 Patentansprüche abdecke. Reflect10 gab zudem an, dass Simulationen des kanadischen Nationalen Instituts für Optik (INO/Luqia) vom Institut Photovoltaïque d'Île-de-France (IPVF) überprüft worden seien. Das IPVF habe eine wissenschaftliche Stellungnahme abgegeben, die die vom Unternehmen vorgelegten numerischen Ergebnisse stütze. In dieser Stellungnahme schrieb der IPVF-Forschungsdirektor Pere Roca i Cabarrocas, dass die Technologie durch die Steigerung der Stromerzeugung in den Morgen- und Abendstunden dazu beitrage, die Stromerzeugung besser an die Verbrauchsspitzen anzupassen und gleichzeitig die Konzentration der Erzeugung um die Mittagsspitze zu reduzieren.

In dem Dokument heißt es, die Technologie basiere auf den Prinzipien der geometrischen Optik und folge dem Snelliusschen Brechungsgesetz. Die Stellungnahme kommt ferner zu dem Schluss, dass dieser Ansatz, der die Leistungssteigerung auf der Ebene der Modulstruktur und nicht auf der Ebene der Solarzelle selbst erziele, einen deutlichen Unterschied zum üblichen Verbesserungsrhythmus der Branche darstelle. Die Methode scheine zudem an verschiedene Modulgrößen und Installationskonfigurationen anpassbar zu sein. Reflect10 erklärte, dass es nicht beabsichtige, Solarmodule selbst herzustellen. Stattdessen habe das Unternehmen am 30. Juni ein versiegeltes Ausschreibungsverfahren für Lizenzen gestartet und biete Modulherstellern, Staatsfonds und Investmentfonds 50 nicht-exklusive geistige Eigentumslizenzen an. Das Mindestgebot wurde nicht bekannt gegeben. Massicotte erklärte, dass die Technologie durch die Nutzung von Spiegelkammerreflexionen den Photoneneinfang erhöhe, ohne dass Solarparks erweitert werden müssten. Allein durch den Austausch der Module könne ein erheblicher Ertragsgewinn erzielt werden. Er glaubt, dass sich das Design besonders für die Aufrüstung bestehender Solarkraftwerke eigne. Das Unternehmen plant zudem die Entwicklung von gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV)-Versionen für den Einsatz auf Dächern, an Fassaden und für Photovoltaik-Zäune.

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