Brasiliens nationaler Digitalisierungsplan benötigt in fünf Jahren 34,9 Milliarden Real
2026-07-02 09:13
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de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Nationale Plan für Digitale Inklusion (Plano Nacional de Inclusão Digital, PNID) befindet sich in der finalen Ausarbeitungsphase. Die Regierung schätzt, dass der Plan in fünf Jahren Investitionen in Höhe von 34,9 Milliarden Real erfordert, um Lücken in den Bereichen Infrastruktur, digitale Kompetenz sowie Demokratisierung des Zugangs zu Geräten und Diensten zu schließen. Das Kommunikationsministerium (MCom) weist darauf hin, dass derzeit für diesen Bereich voraussichtlich nur 14,8 Milliarden Real zur Verfügung stehen, die hauptsächlich aus Frequenzversteigerungen stammen. Daher muss eine Finanzierungslücke von rund 20 Milliarden Real über neue Kanäle wie Internetplattformen geschlossen werden.Zufriedenheit, MVNO, nationaler Plan für digitale Inklusion

Der entsprechende Diagnosebericht wurde zusammen mit den Dokumenten der ressortübergreifenden Arbeitsgruppe vorgelegt. Dieses Dokument muss in der zweiten Jahreshälfte noch öffentlich konsultiert werden, skizziert jedoch bereits die Gesamtrichtung des PNID. Das Kommunikationsministerium gab bekannt, dass die endgültige Version im November veröffentlicht wird.

In den kommenden Wochen wird die Regierung eine spezielle Arbeitsgruppe einrichten, die sich eingehend mit konkreten Vorschlägen zur Demokratisierung des Zugangs zu Diensten und Geräten befassen soll. Von den drei Säulen des PNID könnte dieser Bereich den größten Ressourcenbedarf haben. Laut Hermano Tercius, Telekommunikationssekretär des Kommunikationsministeriums, wird die Arbeitsgruppe soziale und wirtschaftliche Abgrenzungskriterien diskutieren, um die Begünstigten von Gutscheinen zu bestimmen, beispielsweise die vorrangige Abdeckung von Alleinerziehenden-Haushalten oder älteren Menschen, da die Ressourcen des PNID nicht ausreichen, um alle Begünstigten des Programms „Bolsa Família" (Familienbeihilfe) zu erfassen.

Der Bericht der ressortübergreifenden Arbeitsgruppe schlägt außerdem vor, ein Finanzierungsprogramm mit erschwinglichen Zinssätzen für den Kauf von Computern und 5G-Smartphones einzuführen. Das Dokument räumt ein, dass dieses Programm noch mit Finanzinstituten und den zuständigen Behörden abgestimmt werden muss.

Im Bereich der digitalen Kompetenz erkennt die Regierung an, dass etwa 65 % der brasilianischen Bevölkerung über digitale Fähigkeiten unterhalb des Grundniveaus verfügen. Zu diesem Zweck sind mehrere Initiativen geplant, darunter ein Pilotprojekt zur Schulung von 30.000 Begünstigten von Sozialprogrammen im „Einheitlichen Registrierungssystem" (CadÚnico), die Einführung von „Mikrolern"-Kursen in Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen, eine nationale Aufklärungskampagne gegen digitalen Betrug sowie die Entwicklung von TV-3.0-Anwendungen, die zur digitalen Kompetenz beitragen. Hermano Tercius erklärte, die Regierung hoffe auf Unterstützung von großen Technologieunternehmen in diesem Bereich und betonte, dass Plattformen auch zur digitalen Inklusion Brasiliens beitragen sollten. Er wies darauf hin, dass sich Investitionen in die Kompetenz letztlich in Form von Dienstleistungen auszahlen würden. Laut dem Sekretär des Kommunikationsministeriums hatten die Plattformen befürchtet, dass die Diskussionen zu einer Besteuerung oder zur Einrichtung eines Fonds führen könnten, doch die Regierung habe dieses Problem durch Vorschläge in Absprache mit den relevanten Branchenverbänden gelöst.

Im Bereich der Infrastruktur ist das Kommunikationsministerium der Ansicht, dass die derzeitige Nichtverfügbarkeit von Netzwerken der am wenigsten bedeutende Faktor unter den Hindernissen für die digitale Inklusion ist. Die Daten zeigen, dass in Brasilien immer noch 1,6 Millionen Haushalte aufgrund fehlender Netzabdeckung nicht angeschlossen werden können. Der Bericht listet mehrere Maßnahmen auf, darunter den Ausbau von Glasfaser-Backhaul-Netzen auf 628 Gemeinden ohne ausreichende Versorgung, die Bereitstellung von 4G- oder besseren Netzen in nicht-zentralen kleinen Siedlungen (anfänglicher Schwerpunkt auf 1.300) sowie die Anbindung von über 11.000 grundlegenden Gesundheitseinheiten (UBS) und 2.300 Sozialhilfe-Referenzzentren (CRAS), denen eine angemessene Anbindung fehlt. Der Bericht schlägt außerdem vor, bei künftigen Frequenzversteigerungen Leitlinien festzulegen, die mit den Zielen des PNID übereinstimmen.

Bemerkenswert ist, dass von den für den PNID in den nächsten fünf Jahren erwarteten 14,8 Milliarden Real 80 % an künftige Auktionserlöse gekoppelt sind, 17 % aus dem Fonds zur Verbreitung von Telekommunikationsdiensten (Fust) stammen und nur 2,5 % aus dem allgemeinen Bundeshaushalt. Hermano Tercius fasste zusammen, dass die drei bestehenden Finanzierungsquellen mehr als das Doppelte der Mittel benötigen, um den PNID innerhalb des Zeitrahmens angemessen umzusetzen, was den dringenden Bedarf an zusätzlichen Ressourcen unterstreicht.

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