Spanisches Implicit-Projekt verwandelt Verbundstoffabfälle in hochwertige Produkte
2026-07-02 11:48
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de.wedoany.com-Bericht: Ein spanisches Forschungsteam hat das Projekt Implicit gestartet, das eine multimodale Recyclingstrategie für Einweg-Hilfsmaterialien entwickelt, die bei der Herstellung von Verbundwerkstoffen anfallen. Ziel ist es, diese schwer zu verarbeitenden Abfälle in industrielle Rohstoffe für hochwertige Produkte wie Automobilteile, technische Textilien und Stadtmöbel umzuwandeln.

Die Verbundwerkstoffindustrie verzeichnet ein deutliches Wachstum in Bereichen wie Luft- und Raumfahrt, Schienenverkehr, Schifffahrt und erneuerbare Energien, da sie leichte, feste und langlebige Lösungen bietet. Bei der Herstellung fallen jedoch große Mengen an Kunststoffabfällen an, insbesondere Einweg-Hilfsmaterialien wie Vakuumbeutel, Trennfolien und saugfähige Gewebe. Diese sind für die Produktqualität unerlässlich, werden aber aufgrund von Recyclingproblemen meist deponiert oder verbrannt.

Das Implicit-Projekt wird vom spanischen Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Hochschulen über das Zentrum für industrielle technologische Entwicklung und Innovation (CDTI) finanziert und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der EU unterstützt. Das Projekt schlägt einen Paradigmenwechsel vor, um diese Abfälle in neue Ressourcen umzuwandeln, und entspricht damit den Zielen der europäischen Kreislaufwirtschaft. Die Initiative vereint acht Unternehmen, die verschiedene Stufen der Kunststoffwertschöpfungskette repräsentieren, darunter den Projektleiter Solteco, Birziplastik, Faperin und Industrias Alegre sowie die Technologiezentren Aimplas (technischer Leiter), Eurecat, Tecnalia und Leartiker. Der spanische Verbundwerkstoffverband AEMAC und der strategische Partner Airbus unterstützen das Projekt, wobei Airbus auch echte Abfälle aus der Luft- und Raumfahrtproduktion bereitstellt.

Pau Manclús, Chemie-Recyclingforscher bei Aimplas, sagte: „Das Implicit-Projekt markiert einen entscheidenden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit in der Verbundwerkstoffindustrie, indem es das Recycling von Hilfsmaterialien angeht, die bisher von Verwertungsstrategien ausgeschlossen waren. Dank der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Technologiezentren und Branchenverbänden zeigt das Projekt, dass es möglich ist, komplexe Abfälle in nützliche Ressourcen umzuwandeln, den Lebenszyklus dieser Materialien zu schließen und so zur Verringerung der Umweltauswirkungen in wichtigen Industriesektoren beizutragen.“

Das Projekt verarbeitet Materialien, die hauptsächlich aus thermoplastischen Polymeren wie PA, PET, PE und PP bestehen, mit einem multimodalen Recyclingansatz. Dieser integriert mechanische Recyclingprozesse (Zerkleinerung, Trennung und Extrusion), physikalisches Recycling auf Basis selektiver Auflösung sowie chemische Recyclingtechniken wie Solvolyse, um duroplastische Harze zu entfernen und hochwertige Monomere und Oligomere zurückzugewinnen. Das Projekt begegnet zentralen Herausforderungen wie der Heterogenität der Abfälle und der Harzkontamination durch fortschrittliche Dekontaminations-, Compoundierungs- und Additivformulierungsprozesse, um die mechanischen Eigenschaften der recycelten Materialien zu verbessern und ihre industrielle Machbarkeit sicherzustellen.

Die industrielle Validierung ist eine der tragenden Säulen des Projekts. Durch praktische Industriedemonstratoren werden die recycelten Materialien in neue Produkte umgewandelt, wie technische Automobilkomponenten, Profile für Stadtmöbel und Multifilamente für technische Textilien. Das Projekt sieht auch neue Geschäftsmöglichkeiten im Zusammenhang mit fortschrittlichem Recycling und nachhaltiger Fertigung vor, die zur Steigerung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Eine Lebenszyklusanalyse (LCA) und eine Lebenszykluskostenanalyse (LCC) werden die ökologischen, wirtschaftlichen und funktionalen Auswirkungen der entwickelten Lösungen bewerten.

Das Implicit-Projekt mit der Referenznummer CPP2023-010867 wird vom spanischen Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Hochschulen über das CDTI sowie vom EFRE finanziert und ist Teil des Programms für öffentlich-private Partnerschaftsprojekte 2024.

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