Afrikanischer Rechenzentrums-Investitionsmarkt soll bis 2031 8,76 Milliarden US-Dollar erreichen
2026-07-02 11:38
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de.wedoany.com-Bericht: Laut einem Analysebericht des globalen Forschungs- und Beratungsunternehmens Arizton wird der afrikanische Rechenzentrums-Investitionsmarkt bis 2031 einen Wert von 8,76 Milliarden US-Dollar erreichen, was einem Anstieg von 5,12 Milliarden US-Dollar gegenüber den kumulierten 3,64 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 entspricht. Die Rechenzentrumskapazität soll im gleichen Zeitraum 348 Megawatt erreichen.

Zu den Gründen, warum der afrikanische Kontinent zu einem Hotspot für Rechenzentrumsinvestitionen wird, gehören die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien, die kontinuierliche Verbesserung der Konnektivität sowie die Kombination aus etablierten und aufstrebenden digitalen Märkten, die durch die Nachfrage nach digitalen Diensten und Transformation angetrieben werden.

Südafrika, Kenia, Nigeria und Ägypten haben in der Vergangenheit den Großteil der Investitionen angezogen, doch aufstrebende Märkte wie Marokko und Tunesien gewinnen bei Investoren zunehmend an Beliebtheit. Für Marokko und Tunesien locken die geografische Nähe zu Europa und die umfangreichen Investitionen in Seekabel Investoren an. Die durch diese Seekabel bereitgestellte niedrige Latenz verbindet sie mit Europa und dem Rest der Welt, was Betreiber dazu veranlasst, ihre Geschäfte eher in afrikanischen Ländern anzusiedeln. Eine Investition zieht die nächste nach sich, und bald strömen Rechenzentrumsbetreiber in den Markt, was sowohl ihnen selbst als auch der lokalen Wirtschaft zugutekommt. Die Praxis der vier größten afrikanischen Volkswirtschaften zeigt, dass die Förderung der digitalen Transformation Investitionen anziehen kann.

Energie bleibt das Haupthindernis für die Entwicklung von Rechenzentren auf dem afrikanischen Kontinent. Afrika hat seit langem mit Energieversorgungsproblemen zu kämpfen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) entfallen auf den afrikanischen Kontinent nur 6 % des weltweiten Energieverbrauchs und weniger als 3 % der energiebedingten CO₂-Emissionen, was hauptsächlich auf den niedrigen Pro-Kopf-Verbrauch zurückzuführen ist, der wiederum weitgehend darauf beruht, dass 600 Millionen Menschen überhaupt keinen Zugang zu Strom haben. Allerdings ist Afrika ein riesiger Kontinent, und die Länder haben ein enormes Potenzial, ihre reichhaltigen Solar-, Wind- und Wasserkraftressourcen zu nutzen, das noch darauf wartet, erschlossen zu werden.

Teraco, ein Unternehmen von Digital Realty und Rechenzentrumsbetreiber, unterzeichnete 2025 eine Windstromversorgungsvereinbarung mit NOA, kurz nachdem der Bau seines eigenen 120-Megawatt-Solar-Photovoltaikkraftwerks begonnen hatte. Am anderen Ende des Kontinents investiert Ägypten massiv in erneuerbare Energien mit dem Ziel, bis 2030 42 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Stromprojekte, die auf erneuerbare Energien setzen, werden weiterhin Investitionen anziehen, aber auch die Infrastruktur muss in die Diskussion einbezogen werden, da die Stromnetze in etablierten Märkten oft veraltet sind und zusätzlichen Strom nicht dorthin transportieren können, wo er benötigt wird. Obwohl sich die Situation ändert, bleibt die Gesetzgebung in vielen afrikanischen Ländern ein Hindernis, was Investoren dazu veranlasst, in andere Regionen auszuweichen.

Konnektivität ist in Afrika nach wie vor ein florierender Investitionsbereich, insbesondere in Ägypten. Laut Arizton sind in Ägypten bereits bis zu 17 Seekabel angelandet, weitere sechs befinden sich in der Entwicklung. Auch Kenia und Westafrika sind Märkte mit boomender Konnektivität, da diese Länder die Bedeutung von belastbarer und redundanter Konnektivität erkannt haben.

Obwohl Afrika das Potenzial hat, eine digitale Infrastrukturmacht zu werden, wird dieses Potenzial derzeit noch nicht in sinnvoller Weise ausgeschöpft. Dies liegt nicht nur an den Energieeinschränkungen, sondern auch am Fehlen einer liberalen Gesetzgebung in Bezug auf private Stromerzeugung, ausländische Investitionen und Infrastrukturentwicklung. Die Daten von Arizton zeigen vielversprechende Aussichten für den Kontinent, aber ob diese Aussichten verwirklicht werden können und Afrika das digitale Zeitalter anführen kann, das der Rest der Welt gerade nutzt, hängt von den afrikanischen Führungskräften ab.