Südkoreas Ministerium für Wissenschaft und IKT treibt die Entwicklung eines Weltmodells mit 1 Million Stunden Videodaten voran
2026-07-02 09:17
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de.wedoany.com-Bericht: Das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft, IKT und Zukunftsplanung (MSIT) treibt die Entwicklung eines nationalen Weltmodells (World Model) voran. Geplant ist der Einsatz von mindestens 100.000 bis zu 1 Million Stunden Videodaten, um sich an die Spitze des Marktes für physische Künstliche Intelligenz zu setzen. Zum Vergleich: Die Trainingsdauer physischer KI-Modelle von Unternehmen wie Nvidia beträgt etwa 100.000 Stunden, wobei in der Regel 600.000 einminütige Kurzvideos für 10.000 Stunden Training verwendet werden.

Kim Wook (김욱), Physical AI & Innovation PM des MSIT, erläutert am 1. im KT Gwanghwamun WEST Gebäude in Jongno-gu, Seoul, den ‚Stand der physischen KI-Forschung und -Entwicklung‘. / Foto von Kim Soo-jin (김수진), Reporterin

Das MSIT veranstaltete am 1. im KT Gwanghwamun WEST Gebäude in Jongno-gu, Seoul, ein Seminar zur „Strategie zur Sicherung der Kernwettbewerbsvorteile der physischen KI“. Kim Wook (김욱), Physical AI & Innovation Project Manager des Ministeriums, stellte dort den aktuellen Stand der nationalen physischen KI-Förderung vor. Derzeit beträgt die Trainingsdauer physischer KI-Modelle wie Nvidias „Isaac GR00T“ etwa 100.000 Stunden. Die meisten Basismodelle werden zu gleichen Teilen mit synthetischen und realen Daten trainiert. Es wird erwartet, dass der Anteil synthetischer Daten in Zukunft drastisch auf 90 % ansteigen wird. Daher betrachtet die Regierung die Sicherstellung eines Systems zur präzisen Generierung synthetischer Daten als Kernaufgabe.

Für Robotik-Basismodelle, die spezifische Aufgaben ausführen, werden üblicherweise 10.000 bis 20.000 Stunden Videodaten verwendet. Bei groß angelegtem Training sind es bis zu 100.000 Stunden, wobei typischerweise 600.000 einminütige Kurzvideos für 10.000 Stunden Training genutzt werden. Weltmodelle hingegen müssen die Zukunft in einer viel größeren Vielfalt von Umgebungen vorhersagen. Ihre technische Tiefe und Komplexität sind deutlich höher, und der benötigte Datenumfang ist mindestens 10- bis über 100-mal größer als bei Robotik-Basismodellen. Daher erfordert die Entwicklung den Einsatz von mindestens 100.000 bis über 1 Million Stunden Daten. Das MSIT plant, für die Entwicklung des Weltmodells zunächst die Kern-Technologien zu sichern und im Bereich der Simulatoren ein System aufzubauen, das die Konfiguration der Umgebung entsprechend den industriellen Gegebenheiten und die Datenextraktion ermöglicht.

Das MSIT hat sich zum Ziel gesetzt, im Bereich der physischen KI weltweit führend zu sein. Der Hintergrund dafür sind strukturelle Unterschiede zum Markt für große Sprachmodelle (LLM). Im LLM-Bereich hinkt Südkorea den globalen Pionieren deutlich hinterher. Als Nachzügler ist es schwierig, mit den USA und China mitzuhalten, die enorme Kapital- und Grafikprozessor (GPU)-Infrastruktur investieren. Daher hat das Ministerium das LLM-Ziel darauf ausgerichtet, spezialisierte Modelle für die inländischen Gegebenheiten zu entwickeln. Da sich die physische KI weltweit noch in einem frühen Stadium befindet, sieht das Ministerium den jetzigen Zeitpunkt als geeignet an, um eine globale Spitzenposition anzustreben. Darüber hinaus wird die Sicherung eines nationalen Weltmodells als notwendig erachtet, um zu verhindern, dass Betriebsdaten von Kern-Sicherheitseinrichtungen wie Kernkraftwerken, hochmoderner Halbleiterfertigung und Verteidigungsanlagen über ausländische Plattformen nach außen dringen.

Bei der Datenerfassung zeigen große Unternehmen wie Samsung und Hyundai eine extreme Sensibilität gegenüber der Preisgabe von Prozessdaten, sodass die Regierung bei der datenzentrierten Erfassung durch Großunternehmen auf Schwierigkeiten stößt. Im Gegensatz dazu zeigen regionale kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die unter Arbeitskräftemangel und Personalknappheit leiden und bei denen der Einsatz physischer KI-Roboter zur Lösung des Personalproblems eine Aufgabe darstellt, eine offene Haltung und sind bereit, aktiv Daten bereitzustellen. Lee Do-gyu (이도규), Leiter der Abteilung für Informations- und Kommunikationspolitik im MSIT, erklärte: „Physische KI wird in sehr vielen Bereichen eingesetzt werden, aber der Bereich, der zuerst einen Mehrwert schaffen wird, dürfte das verarbeitende Gewerbe sein. Es gibt nicht viele Länder wie Südkorea, die über eine solche Fertigungswettbewerbsfähigkeit verfügen.“