Microsoft veröffentlicht Azure Linux 4 ISO – läuft auch außerhalb der Cloud
2026-07-02 10:16
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Microsofts auf Fedora basierendes Azure Linux 4 macht Fortschritte: Nutzer können das System nun auch außerhalb der Azure-Umgebung ausführen. Das Projekt stellt auf GitHub ISO-Dateien zum Download bereit, die sowohl die x86-64- als auch die Arm64-Architektur unterstützen. Anwender können die Images herunterladen, um sie in lokalen virtuellen Maschinen zu testen.

Azure Linux 4 befindet sich derzeit noch in der Vorschauphase und sollte nicht in Produktionsumgebungen eingesetzt werden. Die ISO-Dateien finden sich auf der GitHub-Projektseite im Abschnitt „Azure Linux“ unter dem Unterpunkt „ISO Installer“. Diese Distribution ist der Nachfolger von CBL-Mariner, das 2022 veröffentlicht und 2024 in Azure Linux 3 umbenannt wurde. Die neue Version verwendet als Hauptkonfigurationsformat die TOML-Dateistruktur und ersetzt damit die aus VMware Photon OS übernommenen .spec-Dateien der Vorgängerversion.

Diese Testversion trägt die Bezeichnung „Four Beta“ und nutzt Kernel 6.18 sowie systemd 258.4. Die Paketquellen und Metadaten stammen größtenteils aus Fedora, es handelt sich jedoch nicht um ein Rebranding von Fedora Server, und eine Kompatibilität mit Fedora-Paketen wird nicht garantiert. Die Standardkonfiguration enthält nur zwei Repositories: azurelinux-base und azurelinux-microsoft, beide unter packages.microsoft.com/azurelinux/. Derzeit ist der Repository-Inhalt begrenzt, und die Distribution selbst ist recht schlank – so fehlt beispielsweise der Befehl less, und htop kann nicht installiert werden.

Azure Linux 4 ist kein unveränderlicher Container-Host; Nutzer können weiterhin den dnf-Paketmanager verwenden. Das System enthält weder GNOME noch eine andere grafische Desktop-Umgebung und ist primär für den Betrieb in Azure-VM-Umgebungen ausgelegt, funktioniert aber auch problemlos in lokalen Hyper-V-VMs. Die Vorschauversion hat eine Download-Größe von nur 1 GB, belegt nach der Installation 1,1 GB Festplattenspeicher und 359 MB Arbeitsspeicher. Das Installationsprogramm ist ein Kommandozeilen-Tool, das standardmäßig eine LVM-Konfiguration erstellt und darauf installiert, wobei die Speicherballonfunktion aktiviert ist.

Azure Linux 4 ist nicht für die manuelle Installation durch Benutzer konzipiert, geschweige denn für Bare-Metal-Einsätze. Seine typische Rolle besteht darin, automatisch über Bereitstellungspipelines konfiguriert zu werden; die ISO-Datei dient ausschließlich Testzwecken. Berichten zufolge beträgt der Aktualisierungszyklus zwei Jahre, der veröffentlichte Lebenszyklus erwähnt dies jedoch nicht – es wird lediglich angegeben, dass ein LTS-Kernel verwendet wird und monatliche Sicherheitsupdates erfolgen. Diese Version von Azure Linux 4 zeigt, dass Microsoft seine Toolchain zunehmend internalisiert. Vor zwei Jahren migrierte Microsoft LinkedIn bereits zu Azure Linux und beseitigte damit die Abhängigkeit von der inzwischen abgekündigten CentOS-Linux-Distribution. Der Wechsel zu Fedora als Upstream-Quelle reduziert nun zusätzlich die Abhängigkeit vom alternden VMware Photon OS. Laut einem Bericht von The Register entfernen sich mehrere VMware-Kunden, darunter die internationale Supermarktkette Tesco und der Telekommunikationsriese T-Mobile, von Broadcom.

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com