BMW Group produziert in Mexiko seit fast zehn Jahren – 500.000 Fahrzeuge
2026-07-02 11:09
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de.wedoany.com-Bericht: Das Werk der BMW Group in San Luis Potosí, Mexiko, hat sich knapp ein Jahrzehnt nach seiner Inbetriebnahme als eines der wichtigsten strategischen Assets des Konzerns außerhalb Deutschlands etabliert. Mit einer Gesamtproduktion von über 500.000 Fahrzeugen wurde es zudem als eines von vier Werken weltweit ausgewählt, die Fahrzeuge der Neuen Klasse fertigen sollen. Gemeinsam mit den Standorten München, Debrecen und Shenyang trägt es die Aufgabe, die nächste Fahrzeuggeneration der Marke zu prägen.

Das Werk im Logistik-Industriepark, dessen Grundsteinlegung vor zehn Jahren in Villa de Reyes erfolgte, zielt darauf ab, die regionale Produktionsflexibilität in Amerika zu erhöhen. Klaus von Moltke, Präsident und CEO der BMW Group San Luis Potosí, erklärte, dass sich das Werk mit der neuen Batteriefabrik auf einer weiteren technologischen Ebene positioniert habe und zu den Standorten mit den besten Wachstumschancen zähle.

Derzeit werden im Werk die Modelle BMW 3er, BMW 2er Coupé und BMW M2 produziert. Die beiden letztgenannten Modelle werden exklusiv von diesem Werk aus an den Weltmarkt geliefert. Das Design des BMW 2er Coupés und des BMW M2 wurde von dem aus Mexiko-Stadt stammenden Designer José Casas entwickelt, der heute in Deutschland die Abteilung für Außendesign bei BMW leitet. Das Werk fertigt zudem Sondermodelle mit geringen Stückzahlen und hoher Wertschöpfung, wie den BMW M2 CS und den BMW M2 Racing – das erste außerhalb Deutschlands gefertigte BMW M Motorsport-Modell.

Der Betrieb erfolgt nach dem „Build-to-Order"-Prinzip, das bis zu eine Milliarde verschiedene Produktkombinationen ermöglicht. Die Produktion gliedert sich in die drei Bereiche Karosseriebau, Lackiererei und Endmontage, die durch ein 7,9 Kilometer langes Förderband verbunden sind. Der Automatisierungsgrad im Karosseriebau liegt bei 95 %; dort sind über 600 Industrieroboter im Einsatz, deren Zahl mit der Einführung der Neuen Klasse auf über 1.000 steigen wird. In der Lackiererei werden mehr als 20 Farben verwendet, der Automatisierungsgrad beträgt 80 %. In der Endmontage werden pro Fahrzeug rund 4.000 Einzelteile verbaut. Aktuell verlassen etwa 30 Fahrzeuge pro Stunde das Band; im Zweischichtbetrieb sind es rund 460 Fahrzeuge täglich. Verbrenner, Hybride und Elektrofahrzeuge teilen sich dieselbe Infrastruktur. Von Moltke betonte, dass das Werk in der Lage sein müsse, je nach Marktnachfrage, mit der erforderlichen Technologie und für die bedienten Märkte zu produzieren.

BMW investiert 800 Millionen Euro in die Vorbereitung der Produktion der Neuen Klasse und den Bau des Montagezentrums für die sechste Generation der Hochvoltbatterien. Das Projekt umfasst eine Erweiterung des Karosseriebaus um 20.000 Quadratmeter, eine Vergrößerung der Endmontage und Logistik um 10.000 Quadratmeter sowie einen 80.000 Quadratmeter großen Komplex für die Batteriemontage. Ab 2027 werden im Werk die vollelektrischen Modelle BMW iX3 und BMW i3 der neuen Generation mit der konzerneigenen Batterie der sechsten Generation produziert.

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter im Werk beträgt 33 Jahre; 67 % gehören der Generation Y (Millennials) an, 27 % der Generation Z. Die Belegschaft stammt aus 17 Nationen, der Frauenanteil liegt bei 35 %, in Führungspositionen bei 23 %. Durch das duale Ausbildungssystem in Kooperation mit lokalen Bildungseinrichtungen wurden bereits über 570 junge Menschen ausgebildet, davon die Hälfte Frauen.

Das Werk bezieht zertifizierten Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien; eine Solaranlage deckt rund 13 % des Stromverbrauchs. Das Produktionswasser wird aufbereitet und wiederverwendet, und durch Kreislaufwirtschaftsprogramme werden jährlich tausende Tonnen Material recycelt. Im Bereich der Gemeindearbeit kooperiert das Werk mit der Colonia Juvenil und dem Kinderclub Villa de Reyes, betreut 250 benachteiligte Kinder und fördert Unternehmensfreiwilligenarbeit sowie Bildungsinitiativen. Zudem wird durch den seit 40 Jahren bestehenden BMW Tangamanga-Marathon die Gesundheit gefördert. Diese Bemühungen wurden mit zahlreichen internationalen Zertifizierungen und Auszeichnungen gewürdigt, darunter die dreimalige Verleihung des Siegels „Top Employer" sowie die Sechs-Sterne-Bewertung der European Foundation for Quality Management (EFQM).