Drei große Versorgungsunternehmen in Arizona planen, auf dem Gelände stillgelegter Kohlekraftwerke neue Kernkraftwerke zu errichten
2026-07-02 11:37
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de.wedoany.com-Bericht: Die drei größten Stromversorger Arizonas – Arizona Public Service (APS), Salt River Project (SRP) und Tucson Electric Power (TEP) – prüfen weiterhin gemeinsam die Möglichkeit, künftig im Bundesstaat Kernenergie zu entwickeln.

Derzeit führen die drei Unternehmen gemäß Branchenrichtlinien und einem schrittweisen Auswahlverfahren eine vorläufige Prüfung potenzieller Standorte für Kernkraftwerke im gesamten Bundesstaat durch, darunter auch Standorte, die bereits stillgelegt oder zuvor für die Kohleverstromung genutzt wurden.

Diese Studie befindet sich noch in einer sehr frühen Planungsphase; die vorläufige Auswahl soll in etwa sechs Monaten abgeschlossen sein. Die Versorgungsunternehmen planen, zunächst aus einer größeren Anzahl von Kandidatenstandorten eine engere Auswahl zu treffen und dann die Prioritäten weiter zu bestimmen. Derzeit wurde weder eine Entscheidung über den Bau eines Kernkraftwerks getroffen noch eine bestimmte Reaktortechnologie ausgewählt; sowohl kleine modulare Reaktoren als auch traditionelle große Kernreaktoren werden weiterhin in Betracht gezogen. Dies bedeutet, dass das Projekt derzeit eher einer langfristigen strategischen Energiebewertung als einem bereits eingeleiteten Bauverfahren entspricht.

Ein wichtiger Hintergrund für diese Studie ist der kontinuierlich steigende Strombedarf in Arizona. Mit dem Bevölkerungswachstum, der wirtschaftlichen Expansion und der Zunahme extremer Hitzewellen steigt der Spitzenlastdruck auf das Stromnetz stetig. Der Bericht erwähnt, dass APS, SRP und TEP im Jahr 2025 jeweils neue Höchstwerte bei ihrem Stromverbrauch verzeichneten, was die Versorgungsunternehmen dazu veranlasst, der Planung zukünftiger stabiler Stromquellen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Kernenergie rückt wieder in den Fokus, da sie eine großflächige, kontinuierliche und luftschadstoffarme Stromversorgung bieten kann.

Allerdings ist die Entwicklung der Kernenergie auch mit erheblichen Kontroversen und praktischen Einschränkungen verbunden. Der Bau neuer Kernkraftwerke ist in der Regel mit enormen Investitionen und langen Bauzeiten verbunden und wirft langfristige Probleme wie die Behandlung radioaktiver Abfälle, Sicherheitsaufsicht und Wasserverbrauch auf. In einem Bundesstaat wie Arizona, der bereits unter Wasserknappheit leidet, könnten die Wasserversorgung und die Umweltauswirkungen bei einer eventuellen konkreten Standortauswahl oder Genehmigungsphase zu zentralen Themen der öffentlichen Debatte werden. Für Gemeinden, die einst von der Kohleindustrie geprägt waren, ist die Nutzung der bestehenden Strom-infrastruktur zwar attraktiv, doch die Anwohner werden auch die konkreten Auswirkungen des Projekts auf Sicherheit, Kosten, Beschäftigung und regionale Entwicklung im Auge behalten.

Sollten die Ergebnisse der Vorstudie eine Fortsetzung rechtfertigen, könnte der nächste Schritt die Vorbereitung eines Antrags auf eine frühzeitige Standortgenehmigung bei der US-amerikanischen Atomaufsichtsbehörde (NRC) sein. Die drei Versorgungsunternehmen haben zudem angekündigt, dass sie im Rahmen des Standortauswahlprozesses die Einbeziehung von Interessengruppen und die Beteiligung der Gemeinschaft sicherstellen werden. Sie planen, bis Ende 2026 in der Nähe potenzieller Projektstandorte Treffen abzuhalten, um die Anwohner zu informieren und Feedback zu sammeln. Selbst ohne Bundeszuschüsse zeigt diese Zusammenarbeit, dass die Stromwirtschaft Arizonas nach neuen Optionen für die langfristige Energieversorgung nach dem Ausstieg aus der Kohle sucht.

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