de.wedoany.com-Bericht: OMV und Energie Steiermark haben ein gemeinsames Geothermieprojekt angekündigt, das möglicherweise 50 % des Wärmebedarfs der österreichischen Stadt Graz decken könnte. Die Ankündigung basiert auf kürzlich erfolgreich durchgeführten seismischen Erkundungsarbeiten sowie neu abgeschlossenen Vertragsverhandlungen für das geplante Geothermieprojekt. Die Explorationsbohrung soll Ende 2026 beginnen.

Das Projekt „Tiefenkraft" wird von einem gemeinsamen Entwicklungsunternehmen umgesetzt, an dem OMV und Energie Steiermark mit 75 % bzw. 25 % beteiligt sind. Die erste Wärmelieferung wird für 2030 erwartet. Das langfristige Ziel ist es, bis 2037 bis zu 670 GWh geothermische Wärme bereitzustellen, was etwa 50 % des Wärmebedarfs der Stadt Graz entspricht. Dieser Fortschritt markiert die Rückkehr des Projekts auf den richtigen Weg, nachdem es Ende 2025 zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Partnern und der lokalen Regierung gekommen war.
Derzeit werden die seismischen Erkundungsdaten analysiert. Die Ergebnisse werden die Grundlage für eine detaillierte Untergrundmodellierung bilden, die für die weitere Projektplanung entscheidend ist. Der nächste wichtige Schritt ist die Explorationsbohrung, die in „Petersdorf 2" in St. Marein bei Graz geplant ist und voraussichtlich im vierten Quartal 2026 beginnen wird. Die Vorbereitungsarbeiten starten im September 2026.

Die Bohrung und die anschließende Testphase werden voraussichtlich etwa drei bis vier Monate dauern und wichtige Informationen über das geothermische Potenzial und die geologischen Bedingungen liefern. Erst nach Abschluss der umfassenden Tests wird eine endgültige Investitionsentscheidung für die Gesamtumsetzung des Projekts getroffen. Diese umfasst den Bau aller Förder- und Injektionsbohrungen, die Verlegung von Rohrleitungen zum Anschluss an das Fernwärmenetz sowie die Installation von Oberflächenanlagen wie Pumpstationen. Bei positiven Testergebnissen wird die nächste Investitionsrunde für den Bau eines ersten geothermischen Dubletts und dessen umfassende Tests verwendet. Gleichzeitig ist geplant, zwei weitere Bohrungen niederzubringen, um die Machbarkeit eines Aquifer-Wärmespeichersystems (Aquifer Thermal Energy Storage, ATES) zu untersuchen, mit dem überschüssige Wärme im Untergrund gespeichert und saisonal genutzt werden kann.
In der Zwischenzeit wird auch die Planung der Fernwärmeleitung nach Graz vorangetrieben. Die Investitionen für den Bau und Betrieb dieser rund 20 Kilometer langen Fernwärmeleitung belaufen sich auf etwa 150 Millionen Euro und werden von der Energie Steiermark eigenständig getragen.










