de.wedoany.com-Bericht: Die neu zugelassene Senangus-Rasse im Bereich der brasilianischen Rindergenetik, die tropische Klimaanpassung, Produktionsleistung und Schlachtkörperqualität vereinen soll, hat Einzug in die Produktionssysteme gehalten. Die Rasse wurde vom brasilianischen Verband der Senepol-Rinderzüchter (Associação Brasileira dos Criadores de Bovinos Senepol, ABCB Senepol) im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums genehmigt. Der Rancher Diogo Bianchi aus Luiziana im Bundesstaat Paraná hat ein Pionierprojekt umgesetzt und setzt auf die Kreuzung von Senepol und Angus als Lösung zur Wertsteigerung der Rindfleischproduktion.

Diese Lösung vereint komplementäre Eigenschaften. Senepol bringt Robustheit, Muttereigenschaften und tropische Anpassungsfähigkeit ein, während Angus Frühreife, Schlachtkörperausbeute und hohe Marmorierung beisteuert – Eigenschaften, die auf dem Premium-Rindfleischmarkt geschätzt werden. Bianchi erklärt, dass diese Kombination den aktuellen Anforderungen der brasilianischen Rinderhaltung entspricht, wobei jede Rasse ihre eigenen Merkmale hat und zusammen ein modernes, effizientes Gebrauchskreuzungstier ergibt, das Potenzial für hochwertiges Rindfleisch und Anpassungsfähigkeit bietet.

Das Projekt begann 2019, als der Züchter die erste künstliche Besamung an Senepol-Kühen durchführte. Die Ergebnisse motivierten zur Fortsetzung der Arbeit, insbesondere da die Tiere, die vollständig auf der Weide gehalten wurden, gute Leistungen zeigten und sich leicht an extensive Systeme anpassten. Bianchi zufolge fiel die Robustheit bei der Bewertung der ersten Chargen am meisten auf; diese Tiere folgten der Nellore-Herde, erklommen Hügel und erzielten eine hohe Produktivität.
Der Fortschritt des Projekts wurde auch durch den Einsatz von Fortpflanzungsbiotechnologien vorangetrieben. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 125 Senangus-Embryonen transferiert, was eine Generation von Nachkommen hervorbrachte, die in der Absetzphase besser abschnitten als Nellore. Diese Kälber erreichten im Durchschnitt 292 kg bei einem Alter von 6,5 Monaten, vollständig auf der Weide aufgezogen. Bianchi betont, dass Senangus in dieser Phase 1,5 Arrobas (@, etwa 22,68 kg) mehr als Nellore aufwies.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal dieser Lösung liegt in der genetischen Flexibilität. Das Projekt verfolgt zwei Hauptlinien: eine mit überwiegendem Angus-Anteil und eine mit größerem Senepol-Anteil, wodurch die Tiere an verschiedene Biome und Produktionssysteme angepasst werden können. Bullen mit höherem Senepol-Anteil werden hauptsächlich zum Decken von Zebu-Kühen in Regionen mit anspruchsvolleren Klimabedingungen eingesetzt, während die Kühe die Grundlage für die Rassenauswahl bilden. Das Projekt plant zudem den Einsatz in „Beef-on-Dairy“-Systemen, um das Potenzial dieser Genetik in Milchviehherden zu erweitern. Bianchi erläutert, dass sie eine Lösung entwickeln, die sowohl Rinderzüchter als auch Milchbauern zufriedenstellt, die nach einer Wertsteigerung ihrer Produktion suchen.
Der Plan basiert auf einem Modell von Partnerschaften und assistierter Reproduktion, um die Verbreitung der Genetik zu beschleunigen. Bianchi hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren eine Basisherde von 200 Senangus-Kühen zu erreichen und jährlich 100 bis 120 Bullen zu produzieren, um die Rasse als wettbewerbsfähige Alternative für verschiedene Produktionssysteme und den zunehmend wichtigen Premium-Rindfleischmarkt zu etablieren.










