de.wedoany.com-Bericht: Das südkoreanische KI-Startup Sionic AI hat in seinem Bürogebäude im Bezirk Gangnam in Seoul ein eigenes Rechenzentrum errichtet. Es ist mit zehn Racks ausgestattet, die NVIDIA B300 GPUs beherbergen, und verwendet eine luftgekühlte Struktur mit heißer Gang-Eindämmung (HAC). Die Baukosten liegen unter den Kosten für ein Jahr externe Anmietung.
Das Rechenzentrum befindet sich in einem integrierten KI-Zentrum mit einem Untergeschoss und sieben Obergeschossen. Das Gebäude wurde von Sionic AI aus einem normalen Bürogebäude umgebaut und vereint ein eigenes Rechenzentrum mit Büroflächen.
CEO Go Seok-hyeon von Sionic AI erklärte in einem Interview, dass das Team sich aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit NVIDIA für den Eigenbau des Rechenzentrums entschieden habe. Er erwähnte, dass er bereits seit seiner Zeit bei Naver gemeinsam mit NVIDIA Kerncode für die Infrastruktur entwickelt habe und tief in das globale KI-Ökosystem eingebunden sei, weshalb man ein hohes Maß an Unterstützung erhalten habe.

Im Inneren des Rechenzentrums kommt eine Struktur mit heißer Gang-Eindämmung (HAC) zum Einsatz. Dabei wird die von den Servern erzeugte heiße Abluft von der Kaltluft getrennt und über einen abgedichteten Gang nach oben abgesaugt. Diese kompakte und effiziente Struktur ermöglicht die Steuerung einer elektrischen Last von etwa 0,3 Megawatt (MW) in dem kleinen Bürogebäude.
CEO Go Seok-hyeon selbst hat im Studium Architektur mit Schwerpunkt Rechenzentren studiert und daher direkt am Layout der Räumlichkeiten mitgewirkt. Er gab an, dass die Baukosten des internen Rechenzentrums niedriger seien als die Kosten für ein Jahr externe Anmietung und die Amortisationszeit bereits mehr als ein Jahr betrage.

Bei der Gebäudestruktur wurde sowohl die Effizienz der Infrastruktur als auch die Bewegungswege der Mitarbeiter berücksichtigt. Auf dem Dach sind große Kühlgeräte zur Abführung der Serverabwärme installiert. Darunter befindet sich der Rechenzentrumsraum, direkt darunter ein einfacher Besprechungsraum, und eine Etage tiefer liegen die Büro- und Ruheräume der Mitarbeiter. Go Seok-hyeon erklärte, dass Vibrationen des Rechenzentrums die Arbeit beeinträchtigen könnten, weshalb man den direkt darunter liegenden Bereich als Besprechungsraum eingerichtet habe, um die Arbeitsbereiche zu trennen.
Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich Besprechungsräume und eine kleine Bar für Kunden. Im Untergeschoss gibt es eine große Bühne und einen Vortragssaal für Vollversammlungen, externe Schulungen, KI-Workshops und externe Sendungen.

Sionic AI wurde 2023 von Go Seok-hyeon gegründet. Er war zuvor Mitgründer des von Naver übernommenen Unternehmens Company AI, leitete die SW-Plattform Naver Clova und war an der Entwicklung von HyperCLOVA beteiligt. Seit der Gründung verfolgt das Unternehmen den Ansatz, Modelle, Infrastruktur und Dienste von Grund auf selbst zu entwickeln, und positioniert sich als „Full-Stack-KI"-Unternehmen.
Das Unternehmen bietet Lösungen für die Entwicklung von KI-Agenten und RAG-basierte Lösungen in den Bereichen Finanzen, Fertigung, öffentliche Hand und Verteidigung. Das Kernprodukt ist ein KI-Agent, der Kreditprüfungen, Vertragsprüfungen und Abfragen von Anlageninformationen unterstützt. Im Dezember letzten Jahres erhielt Sionic AI eine Serie-A-Finanzierung in Höhe von 25 Milliarden KRW von Naver Cloud, IBK Enterprise Bank, Atinum Investment und Samsung Venture Investment, womit sich die Gesamtinvestitionen auf über 30 Milliarden KRW belaufen.

Der Bau des eigenen Rechenzentrums ist eine Erweiterung der Full-Stack-Strategie des Unternehmens. Ziel ist es, Kunden KI-Systeme anbieten zu können, die ohne externe Cloud auskommen und in geschlossenen Netzwerken betrieben werden können, was besonders für Bereiche wie Verteidigung und Sicherheit relevant ist.
Die zukünftigen Geschäftsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Fertigung und Verteidigung. Im Fertigungsbereich arbeitet Sionic AI mit Industriekomplexen in Gyeongnam und Gyeongbuk an physischen KI-Projekten. Dabei werden mit Kameras, Handschuhen und anderen Motion-Capture-Geräten menschliche Bewegungsdaten erfasst und Systeme trainiert. Eine offizielle Umsetzung in Zusammenarbeit mit dem Industrieministerium ist geplant. Im Verteidigungsbereich werden KI-Projekte mit der Ajou University, dem Joint Chiefs of Staff und der Korea University vorangetrieben, die auf Simulationen basieren und später in der Praxis eingesetzt werden sollen.

CEO Go Seok-hyeon erklärte, dass es ineffizient sei, täglich Panzer zu fahren oder Flugzeuge zu manövrieren. Daher sei es effektiver, durch Simulationen zu lernen, diese dann auf dem realen Schlachtfeld anzuwenden und die Daten zu ergänzen. Das Unternehmen plant, seine globale Expansion ab Japan zu starten und KI in die Bereiche Fertigung, Verteidigung und Finanzen zu integrieren.










