de.wedoany.com-Bericht: Am 3. Juli gab die südkoreanische Regierung einen Plan zum Aufbau eines Satellitenkommunikationsnetzes in niedriger Erdumlaufbahn (LEO) bekannt, mit dem Ziel, bis 2035 ein autonomes LEO-Satellitenkommunikationssystem aus Hunderten von Satelliten zu schaffen. Das Projekt wird von außen als „koreanische Version von Starlink" bezeichnet und soll der nationalen Kommunikationssouveränität, der 6G-Infrastruktur und dem Aufbau zukünftiger Weltraumkommunikationsfähigkeiten dienen.
Südkorea positioniert das LEO-Satellitenkommunikationsnetz als nationale strategische Infrastruktur. Das Kernziel umfasst nicht nur die Bereitstellung kommerzieller Internetdienste, sondern auch die nationale Sicherheit, die Kommunikation in abgelegenen Gebieten, die Katastrophennotfallkommunikation, die maritime Kommunikation, die Luftfahrtkommunikation und die militärische Kommunikationssicherung. LEO-Satelliten befinden sich näher an der Erdoberfläche, bieten geringere Kommunikationsverzögerungen und eine höhere Netzwerkflexibilität. Sie eignen sich für die Integration mit terrestrischem 5G, zukünftigem 6G, Rechenzentren, Cloud-Plattformen und Edge-Kommunikationsknoten. Für Südkorea kann der eigenständige Aufbau eines LEO-Satellitenkommunikationsnetzes die Abhängigkeit von ausländischen Satellitenkonstellationsdiensten verringern und die Entwicklung heimischer Satellitenplattformen, satellitengestützter Kommunikationsnutzlasten, Bodenstationen, Benutzerendgeräte, Trägerraketen und Netzwerksteuerungssysteme fördern.
Oh Tae-seok, Leiter der südkoreanischen Raumfahrtbehörde (KASA), erklärte, dass das LEO-Satellitenkommunikationsnetz eine Kerninfrastruktur zur Wahrung der nationalen Sicherheit und Kommunikationssouveränität sowie eine nationale strategische Infrastruktur zur Unterstützung des 6G-Zeitalters sei. Diese Aussage verdeutlicht, dass Südkorea die LEO-Satellitenkommunikation in die koordinierte Entwicklung der nächsten Kommunikationsgeneration und der Raumfahrtfertigungskapazitäten integriert hat.
Der Aufbau einer LEO-Konstellation stellt hohe Anforderungen an die Industriekette. Hunderte von Satelliten müssen in Serie entworfen, hergestellt, getestet, gestartet und im Orbit betrieben und gewartet werden. Am Boden sind zudem Gateway-Stationen, Kontrollsysteme, Endgeräte, Frequenzressourcen und Kommunikationsprotokolle erforderlich. Um ein stabiles Kommunikationsnetz zwischen den Satelliten zu gewährleisten, sind Fähigkeiten wie Intersatellitenverbindungen, Strahlsteuerung, Netzwerkübergabe, Bahnmanagement und Störfestigkeit notwendig. Südkorea verfügt bereits über eine starke Basis in den Bereichen Halbleiter, Elektronik, Kommunikationsausrüstung, Schiffbau, Automobilbau und Präzisionsfertigung. Wenn der Aufbau des LEO-Satellitenkommunikationsnetzes reibungslos verläuft, wird dies bei heimischen Unternehmen Nachfrage nach Satellitenelektronik, Phased-Array-Antennen, Hochfrequenzkomponenten, Kommunikationschips, Solarzellenpaneelen, Strukturteilen, Antriebssystemen, Bodenendgeräten und Startdienstleistungen generieren.
Südkorea kündigte gleichzeitig an, den Mondlandeplan auf das Jahr 2030 vorzuziehen. Diese zeitliche Abstimmung zielt gemeinsam mit dem LEO-Satellitennetz auf eine Aufwertung der südkoreanischen Raumfahrtindustrie ab: Es sollen sowohl kommerzielle und strategische Infrastrukturen für die erdgebundene Kommunikation aufgebaut als auch die Fähigkeiten in der Tiefraumforschung, bei Trägerraketen, der Satellitenfertigung und der Missionskontrolle verbessert werden. Sollte die LEO-Konstellation bis 2035 einen nennenswerten Umfang erreichen, wird sie zu einer wichtigen Weltraumkommunikationsplattform für Südkorea im 6G-Zeitalter.
Derzeit befindet sich der Plan noch in der Phase der Veröffentlichung nationaler Strategien und Bauziele. Die genaue Anzahl der Satelliten, das Investitionsvolumen, die Startstaffeln, die Liste der beteiligten Unternehmen, die Frequenzzuteilung und der Zeitplan für kommerzielle Dienste sind noch nicht vollständig bekannt gegeben. Fest steht jedoch, dass Südkorea den Aufbau seines autonomen LEO-Satellitenkommunikationsnetzes bis 2035 abschließen und es in den Rahmen der nationalen Sicherheit, der Kommunikationssouveränität, von 6G und der Verbesserung der Raumfahrtindustriekapazitäten einbetten will.










