Schwedens Raketenstartplatz Esrange plant ersten Orbitalstart für 2028
2026-07-05 15:24
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de.wedoany.com-Bericht: Der nordschwedische Raketenstartplatz Esrange plant für 2028 den ersten orbitalen Start mit der Alpha-Rakete von Firefly Aerospace. Dies wäre der erste Satellitenstart von schwedischem Boden aus. SSC Space und Firefly Aerospace gaben diesen Zeitplan am 30. Juni gemeinsam bekannt, was einen bedeutenden Schritt beim Aufbau des zweiten orbitalen Raumhafens auf dem europäischen Festland darstellt.

200 Kilometer nördlich des Polarkreises: Der schwedische Raketenstartplatz Esrange, seit den 1960er Jahren für Höhenforschungsraketen genutzt, plant für 2028 den Start der Firefly-Alpha-Rakete und damit den ersten Satellitenstart von schwedischem Territorium aus

Esrange liegt 200 Kilometer nördlich des Polarkreises und wird seit den 1960er Jahren für Höhenforschungsraketen und Forschungsballons genutzt, jedoch nie für Nutzlasten im Orbit. Seine geografische Lage, die früher als Hindernis für Orbitalmissionen galt, ist heute ideal für sonnensynchrone und polare Umlaufbahnen, da die Flugkorridore nach Norden über das dünn besiedelte norwegische Territorium und die Barentssee führen – genau die Bahnen, die dem aktuellen Kernmarkt für Erdbeobachtung und Aufklärung entsprechen. Das schwedische Militär ist Gründungskunde und unterstützt die Fähigkeitsentwicklung mit einem Vertrag über rund 209 Millionen Schwedische Kronen (21,5 Millionen US-Dollar) mit der Beschaffungsbehörde FMV.

Schwedens Raketenstartplatz Esrange

Der Aufbau des regulatorischen Rahmens ist entscheidend für den Fortschritt des Projekts. Schweden ist der sechste Staat, der ein Technologie-Sicherungsabkommen (Technology Safeguards Agreement, TSA) mit den USA unterzeichnet hat, und schloss 2025 eine Kooperationsvereinbarung zwischen der schwedischen nationalen Raumfahrtbehörde und der US-amerikanischen Federal Aviation Administration ab, was die Startgenehmigungsverfahren vereinfacht. Damit liegt Esrange regulatorisch vor anderen europäischen Projekten. Firefly Aerospace setzt bei diesem Projekt auf ein „Launch-as-a-Franchise"-Modell, bei dem die Raketentechnologie und Betriebskompetenz an den lokalen etablierten Betreiber SSC Space lizenziert werden, anstatt selbst einen Raumhafen im Ausland zu bauen und zu betreiben. Dieses Modell zielt darauf ab, die Bauzeit zu verkürzen und Risiken zu streuen, hängt jedoch von der Zuverlässigkeit der Alpha-Rakete ab. Firefly hat die Block-2-Version mit verlängerten Stufen und verbesserten Treibstofftanks eingeführt, um Zuverlässigkeit und Herstellbarkeit zu steigern; der erste vollständige Block-2-Flug ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Charlotta Sund, CEO und Konzernpräsidentin von SSC Space, erklärte, dass die Erweiterung der orbitalen Startkapazitäten auf dem europäischen Festland die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der kommerziellen Raumfahrt stärken und zur Verbesserung der Verteidigungsresilienz und strategischen Autonomie beitragen werde.

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