Fünf Holzwohngebäude in Schweden und Frankreich realisiert – Technische Machbarkeit von Ingenieurholz demonstriert
2026-07-06 08:59
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de.wedoany.com-Bericht: Fünf Mehrfamilienhäuser in Ingenieurholzbauweise wurden in Europa realisiert und zeigen die technische Machbarkeit von Brettsperrholz (CLT) und Brettschichtholz (BSH) im modernen Bauwesen. Das geringe Eigengewicht von Holz trägt dazu bei, die ständigen Lasten zu reduzieren und die Anforderungen an die Gründung zu verringern, was besonders auf Grundstücken mit begrenzter Tragfähigkeit oder bei Projekten auf bestehender Infrastruktur von Bedeutung ist. Aus Nachhaltigkeitssicht kann Holz während des Gebäudelebenszyklus Kohlenstoff speichern und führt im Vergleich zu herkömmlichen Beton- und Stahlkonstruktionen in der Regel zu geringeren grauen Emissionen. Im Brandschutz können großformatige Holzbauteile durch konstruktive Maßnahmen mit einer vorhersagbaren Verkohlungsrate ausgelegt werden; bei sorgfältiger Detailplanung bleibt der Kern der Konstruktion für einen bestimmten Zeitraum geschützt.

Technische Realität großer Holzwohngebäude: Fünf europäische Fallbeispiele – Bild 1 von 7

In den fünf Projekten dieser Serie beeinflusste die Wahl des Holzbaus die Grundriss- und Raumorganisation der Gebäude maßgeblich, was modulare Entwürfe erforderte und einen langfristigen Feuchteschutz sowie spezifische statische Anpassungen priorisierte. Da Ingenieurholzkonstruktionen auf fabrikgefertigten Rastern aus Stützen, Balken oder Platten basieren, weisen diese Gebäude in der Regel ein klares, wiederholtes Strukturraster und einen regelmäßigen Fensterrhythmus auf. Holz ist anfällig für Feuchtigkeit und unterliegt dynamischen Verformungen bei wechselndem Feuchtegehalt. Daher wurden bei allen fünf Projekten spezifische Details für die Gebäudehülle entwickelt, darunter tiefe Balkone, spezielle Stirnseitenversiegelungen oder konstruktive Toleranzen, die dem Holz das Atmen und Trocknen ermöglichen und gleichzeitig die für energieeffiziente Gebäude erforderliche thermische Dichtheit aufrechterhalten.

Das Wohngebäude Generatorn in Linköping, Schweden, wurde 2023 fertiggestellt. Es handelt sich um ein siebengeschossiges Wohnhaus, das in einem Projekt Studentenapartments und Seniorenwohnungen vereint. Die Tragstruktur des Gebäudes besteht vollständig aus einem tragenden CLT-Rahmen, wobei im Rohbau auf Beton verzichtet wird, um den anfänglichen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Das Projekt ist vertikal gegliedert: Kompakte Studentenapartments befinden sich in den unteren Geschossen, während sich die Seniorenwohnungen entlang der Südfassade erstrecken und über durchgehende Balkone als massive Verschattungselemente verfügen. Das oberste Geschoss beherbergt einen vollverglasten Wintergarten und gemeinsame Freizeitflächen, die akustische und visuelle Privatsphäre zwischen den beiden Bewohnergruppen gewährleisten.

Technische Realität großer Holzwohngebäude: Fünf europäische Fallbeispiele – Bild 7 von 7

Die Notuddsparken-Apartments in Västerås, Schweden, umfassen zwei Wohngebäude mit insgesamt 46 Wohnungen, die vollständig in moderner Holzbautechnik errichtet wurden. Vor jeder Wohnung befindet sich eine außenliegende Loggia als struktureller Puffer, die privaten Außenraum bietet und Wärmebrücken vermeidet, die die Wärmedämmung des Gebäudes beeinträchtigen würden. Die Fassade ist mit grün behandelten thermischen Holzplatten verkleidet. Das Projekt integriert auch ein sozioökonomisches Modell: 5 % der Wohnungen werden zu einem reduzierten Preis an eine gemeinnützige Organisation verkauft, die diese an benachteiligte Gruppen in der Gemeinschaft vermietet.

Technische Realität großer Holzwohngebäude: Fünf europäische Fallbeispiele – Bild 6 von 7

Das Ökoquartier Orfèvres in Trévoux, Frankreich, umfasst vier Wohngebäude mit einer Gesamtfläche von 6.123 m². Die Gebäudehöhen steigen von drei auf sechs Geschosse, um dem Gelände zu folgen und die Sonneneinstrahlung zu optimieren. Die strukturelle Strategie wurde an die französischen Brandschutzvorschriften angepasst: Die niedrigeren Gebäude im Süden verwenden eine reine Holzrahmenkonstruktion, die den Höhenbeschränkungen für „Wohngebäude der zweiten Kategorie“ entspricht; die höheren Gebäude im Norden verwenden eine Holz-Beton-Hybridkonstruktion für „Wohngebäude der dritten Kategorie“. Durch eine offene Anordnung um Innenhöfe wird auf Innenflure verzichtet, sodass jede Wohnung über zwei oder drei Himmelsrichtungen verfügt, was natürliche Querlüftung fördert und Tageslicht tief in die Räume eindringen lässt.

Technische Realität großer Holzwohngebäude: Fünf europäische Fallbeispiele – Bild 2 von 7

Das Lückenschließungsprojekt von MARS Architectes in Paris, Frankreich, fügt ein Mehrfamilienhaus in einen dicht bebauten Innenhof ein, der von Apartmenttürmen aus den 1970er Jahren umgeben ist. Die Baustelle ist vollständig von der Straße abgeschirmt; alle Bauteile müssen durch eine Tiefgarage mit einer lichten Höhe von nur 3,5 m Breite und 2,3 m Höhe transportiert werden. Diese Einschränkung führte zur Wahl eines leichten, vorgefertigten Holzrahmens. Das geringe Eigengewicht des Holzes ermöglicht es den neuen Wohnungen, direkt über den Fundamenten der noch genutzten Tiefgarage zu spannen, ohne dass zusätzliche strukturelle Verstärkungen erforderlich sind. Das Gebäude verfügt über offene Laubengänge, die sicherstellen, dass 100 % der Wohneinheiten über zwei Himmelsrichtungen verfügen, was die natürliche Belüftung und Tageslichtnutzung auf einem beengten städtischen Grundstück optimiert.

Technische Realität großer Holzwohngebäude: Fünf europäische Fallbeispiele – Bild 3 von 7

Das adaptive Wiederverwendungsprojekt im korsischen Bergdorf Cristinacce, Frankreich, beinhaltet den Wiederaufbau und die strukturelle Neugestaltung innerhalb einer historischen Steinruine, die in drei Sozialwohnungen umgewandelt wird. In das Projekt wurde ein moderner Holzrahmen eingefügt, der aus lokal vorkommendem Laricio-Kiefernholz gefertigt und vor Ort bezogen wurde. Da ungetrocknetes Holz mit einem Feuchtegehalt über dem Standardgrenzwert von 13 % verwendet wurde, konstruierten die Architekten die Holzverbindungen und Rahmenanschlüsse mit präzisen Toleranzen, um das natürliche Schwinden, Verziehen und Verformen des nassen Holzes während des Trocknungsprozesses an Ort und Stelle zu berücksichtigen.

Technische Realität großer Holzwohngebäude: Fünf europäische Fallbeispiele – Bild 4 von 7

Technische Realität großer Holzwohngebäude: Fünf europäische Fallbeispiele – Bild 5 von 7

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