de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische Nationale Bergbaubehörde (Agência Nacional de Mineração, ANM) hat in der ersten Juliwoche 2026 eine Änderung des Analyseprozesses für Anträge auf Bergbaugenehmigungen genehmigt. Gemäß der neuen Regelung darf die ANM einen Antrag auf eine Bergbaukonzession nicht mehr aufgrund von Verfahrensmängeln ablehnen, wenn der Antragsteller über eine gültige Umweltgenehmigung verfügt.
Die ANM ist eine 2017 durch das Gesetz Nr. 13.575 eingerichtete Bundesaufsichtsbehörde, die dem brasilianischen Ministerium für Bergbau und Energie (MME) untersteht. Zu ihren Hauptaufgaben gehören die Genehmigung und Überwachung von Bergbaurechten, der Erlass von Regulierungsvorschriften, die Überwachung und Kontrolle der Einhaltung von Bergbauaktivitäten, die Verwaltung von Ressourcenerschließungsaktivitäten sowie die Koordinierung der nationalen Mineralexploration und -erschließung. Die Bergbaukonzession (Concessão de Lavra) ist das für den Abbau der meisten Mineralien in Brasilien geltende System; ihre Erteilung setzt voraus, dass der Antragsteller eine gültige Umweltgenehmigung der zuständigen Umweltbehörde erhalten hat.

Bisher konnte die ANM bei der Prüfung von Anträgen auf Bergbaukonzessionen, selbst wenn der Antragsteller bereits eine gültige Umweltgenehmigung besaß, den Antrag aufgrund von verfahrenstechnischen oder technischen Mängeln in den Antragsunterlagen direkt ablehnen, was dazu führte, dass viele bereits umweltgeprüfte Projekte in der Verwaltungsphase blockiert wurden. Die neue Regelung verlangt von der ANM, bei der Prüfung ihr technisches Ermessen wiederherzustellen und eine strengere und detailliertere materielle Bewertung des Antrags vorzunehmen, anstatt ihn allein aufgrund verfahrenstechnischer Einschränkungen abzulehnen. Diese Anpassung bedeutet, dass die ANM, solange der Antragsteller über eine gültige Umweltgenehmigung verfügt, vorrangig die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Vernünftigkeit des Projekts prüft, anstatt es aufgrund von Formatierungs- oder Verfahrensdetails direkt abzulehnen.
Hintergrund dieser Regelungsänderung sind die realen Herausforderungen, denen sich das brasilianische Bergbauaufsichtssystem gegenübersieht. Anfang 2026 hatte die ANM aufgrund von Haushalts- und Verwaltungsproblemen vorübergehend die landesweiten Auktionen von Bergbaurechten ausgesetzt, was den Fortschritt von fast 100.000 Bergbauprojekten beeinträchtigte. Gleichzeitig berät das brasilianische Abgeordnetenhaus dringend über einen Änderungsentwurf des Bergbaugesetzbuchs, der darauf abzielt, die Genehmigungsbefugnisse der ANM zu erweitern. Vor diesem Hintergrund hat die ANM durch einen internen Beschluss die Prüfkriterien für Bergbaukonzessionen angepasst, um Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und die Genehmigungseffizienz zu steigern.
Mit dieser Änderung der Bergbaukonzessionsregeln hat die ANM die entscheidende Rolle einer gültigen Umweltgenehmigung im Genehmigungsverfahren für Bergbaukonzessionen klargestellt und bietet Bergbauprojekten, die bereits eine Umweltprüfung durchlaufen haben, einen klareren Verwaltungsweg. Dieser Schritt dürfte dazu beitragen, Genehmigungsverzögerungen aus verfahrenstechnischen Gründen zu reduzieren und den Entwicklungsprozess von Bergbauprojekten in Brasilien zu beschleunigen.










