de.wedoany.com-Bericht: Der Bau einer Meeresbrücke, die die Insel Itaparica mit dem brasilianischen Festland verbindet, hat begonnen. Die Brücke ist 12,4 Kilometer lang und kostet über 2,2 Milliarden US-Dollar. Nach ihrer Fertigstellung wird sie die veraltete Fährverbindung ersetzen und eine schnellere sowie zuverlässigere Anbindung der Insel bieten, was den lokalen Tourismus fördern dürfte. Das Projekt überspannt die Allerheiligenbucht und soll die Reisezeit erheblich verkürzen, was einen deutlichen Impuls für die regionale Wirtschaft erwartet.
Das Projekt wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) umgesetzt, wobei der Konzessionär etwa die Hälfte der Kosten trägt. Die restlichen Mittel werden zu je etwa 25 % vom Bundesstaat Bahia und der brasilianischen Bundesregierung bereitgestellt. Ein chinesisches Konsortium, bestehend aus der China Communications Construction Company (CCCC) und der China Civil Engineering Construction Corporation (CCECC), ist für Planung, Bau, Betrieb und Wartung der Brücke verantwortlich. Das Projekt ist auch in die chinesische „Belt and Road“-Initiative für Infrastruktur aufgenommen worden.
Die Brücke wird als Schrägseilbrücke konzipiert und nach ihrer Fertigstellung die längste Meeresbrücke Lateinamerikas sowie die zweitlängste Brücke Brasiliens sein. Ein Konsortium aus Maia Melo und SYSTRA Brasilien übernimmt das Projektmanagement und überwacht sowie prüft die detaillierte Planung, die von Concremat und Sener gemeinsam für das chinesische Konzessionskonsortium durchgeführt wird. Das Design ist innovativ: Der Hauptteil der Brücke umfasst einen 12 Kilometer langen Schrägseilabschnitt, dessen Pfahlgründung möglicherweise die tiefste ihrer Art erreicht.
Das 35-jährige Konzessionspaket umfasst eine fünfjährige Bauphase und eine 30-jährige Betriebs- und Wartungsphase. Neben der Brücke selbst umfasst das Projekt den Bau von Zufahrtsstraßen auf der Insel Itaparica sowie einen Tunnelabschnitt in Salvador. Die neue Brücke wird eine kürzere und schnellere Verbindung zwischen Salvador und den Bundesstraßen BR-101, BR-116 und BR-242 bieten und die Fahrstrecke um etwa 100 Kilometer verkürzen. Es wird erwartet, dass die Strecke täglich von 28.000 Fahrzeugen genutzt wird.
Das Brückendesign belegte den zweiten Platz in der Kategorie Brücken und Tunnel bei den jährlichen Auszeichnungen von Bentley Systems im Jahr 2025. Die Projektkosten sind seit der ursprünglichen Konzeption erheblich gestiegen, was bei einigen Kritikern für Bestürzung sorgt. Einige lokale Gruppen haben Bedenken hinsichtlich der potenziellen Umweltrisiken des Bauprojekts geäußert.










