de.wedoany.com-Bericht: Das nachhaltige Wohnmodell „Earthship", das der US-amerikanische Architekt Michael Reynolds seit etwa 40 Jahren in New Mexico entwickelt, wird nun von einem lokalen Projekt im brasilianischen Bundesstaat Ceará übernommen.

Die Earthship-Häuser in New Mexico sind darauf ausgelegt, in den Bereichen Wasser, Energie, Abwasser und Nahrungsmittelproduktion autark zu funktionieren. Sie werden aus Materialien gebaut, die normalerweise weggeworfen werden, wie alte Reifen, Flaschen, Dosen und Pappe. Das Modell entstand aus Reynold‘s Vision, Häuser zu bauen, die weniger von traditionellen Netzen abhängig sind, indem Regenwasser gesammelt, erneuerbare Energien wie Sonne und Wind genutzt und Komfort durch natürliche Belüftung, Tageslicht und Kühlung erreicht wird. Abfälle werden in diesen Häusern als Wände und Strukturen verwendet.
Diese Häuser arbeiten mit integrierten Systemen, darunter Regenwassersammlung und -speicherung, gestaffelte Wasserwiederverwendung sowie eine Behandlungsstufe namens „Schwarzwasserbehandlungseinheit (célula de água negra)". Energie wird aus erneuerbaren Quellen erzeugt, und die Nahrungsmittelproduktion findet im Haus oder in der näheren Umgebung statt.
In Brasilien wird das Casa PAS-Projekt in Aquiraz, Ceará, nach den Earthship-Prinzipien gebaut. Das Projekt wird von Bernardo Andrade geleitet, der ein Praktikum bei Michael Reynolds‘ Firma absolvierte. Ziel ist es, das Modell an die brasilianische Realität anzupassen und gleichzeitig die Idee der Autarkie und des Materialrecyclings beizubehalten. Neben Reifen, Flaschen und natürlichen Materialien plant Casa PAS die Verwendung von Bauabfällen, Stahlwerksschlacke (escórias siderúrgicas), PET-Fasern (lã de PET) und Kunststoffholz (madeira plástica).

Das Casa PAS-Projekt plant die Förderung von Biobau-Techniken (bioconstrução) unter Verwendung von Erde, Reifen, Flaschen und Zement-Erde-Ziegeln. Das Projekt zielt darauf ab, ein praktikables autarkes Modell in Bezug auf Wassernutzung, Energie und Nahrungsmittelproduktion zu demonstrieren. Der Raum wird der Öffentlichkeit zugänglich sein, damit Universitäten, die sich für nachhaltiges Bauen interessieren, ihn besuchen, erforschen und daraus lernen können.










