de.wedoany.com-Bericht: Ein Forscherteam der Rosenstiel School der University of Miami hat eine Bildgebungstechnologie entwickelt, die aus der Luft Unterwasser-Blindgänger in flachen Küstengewässern bis zu einer Tiefe von 10 Metern orten kann, um eine präzise Lokalisierung und Beseitigung zu ermöglichen.
Weltweit haben zahlreiche Konflikte große Mengen an nicht explodierter Munition (unexploded ordnance – UXO) in den Meeren hinterlassen, darunter Bomben, Seeminen und Granaten, die bis heute nicht geborgen, entschärft oder beseitigt wurden. Besonders gefährlich sind Blindgänger nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche in Küstennähe, da sie eine Bedrohung für Strandbesucher und Meereslebewesen darstellen und Risiken für küstennahe Schifffahrtswege mit sich bringen.
Die vom Team eingesetzte Technologie basiert auf zwei von der NASA entwickelten Verfahren: Fluid Lensing und MiDAR (Multispectral Imaging, Detection, and Active Reflectance). MiDAR sendet mithilfe multispektraler Sensoren Licht unterschiedlicher Wellenlängen ins Wasser, um die Meerestiefen besser auszuleuchten; Fluid Lensing korrigiert Verzerrungen, die durch Wasser und dessen Bewegung entstehen, und eliminiert in Echtzeit wellenbedingte Bildstörungen, wodurch aus der Luft aufgenommene Bilder klarer werden. Die Bilder werden von Drohnen aufgenommen, die entlang der Küste fliegen, und zur Kartenerstellung genutzt.
Die hochauflösenden Drohnenbilder werden von einem trainierten KI-Modell analysiert, um die charakteristischen Strukturen von Bomben und Munition zu identifizieren. Laut den Forschern kann das System diese Strukturen von Felsen und Korallen unterscheiden, selbst wenn die Blindgänger teilweise von Sedimenten und natürlichem Bewuchs bedeckt sind.
Die Forscher gehen davon aus, dass mit diesem System im Vergleich zu herkömmlichen Detektionsmethoden große Küstenabschnitte in kurzer Zeit und zu geringen Kosten kartiert werden können. Erste Tests waren erfolgreich; das System muss nun in weiteren Umgebungen getestet werden, etwa in tiefen Buchten und trüben Gewässern. Die entsprechende Studie wurde unter dem Titel „Automated airborne detection of underwater munitions using NASA multispectral passive and active MiDAR Fluid Lensing“ in der Fachzeitschrift „Frontiers in Marine Science“ veröffentlicht. Ved Chirayath, Inhaber des Vetlesen-Lehrstuhls für Geowissenschaften am Institut für Ozeanwissenschaften, erklärte, die Ergebnisse zeigten, dass ein skalierbares luftgestütztes Verfahren die Detektionsgenauigkeit verbessern und zu sichereren Küstenregionen beitragen könne.










