de.wedoany.com-Bericht: Cadence hat kürzlich eine Reihe von Engineering-Tools vorgestellt, die auf autonomer KI (Agentic AI) basieren. Das Kernkonzept besteht nicht darin, Ingenieure zu ersetzen, sondern der KI beizubringen, wie sie die über vier Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen und EDA-Tools (Electronic Design Automation) des Unternehmens nutzen kann.
Rob Knoth, Director der Advanced Solutions Marketing Group bei Cadence, erläuterte diese Entwicklung in einem Gespräch. Er betonte, dass das Ziel nicht darin liege, die KI zu einem umfassenden Chip-Design-Experten zu machen, sondern ihr beizubringen, vorhandene, ausgereifte EDA-Tools wie SPICE-Simulatoren, formale Verifikations-Engines und Timing-Signoff-Tools zu nutzen. Diese Tools enthalten bereits jahrelanges algorithmisches und technisches Wissen.
Die Entwicklung von Cadence im Bereich KI-gesteuerter EDA erfolgt in mehreren Phasen. Bereits vor dem Hype um generative KI hatte Cadence maschinelles Lernen und bestärkendes Lernen in mehrere Tools integriert, um Kennzahlen wie Leistungsaufnahme, Performance und Fläche zu optimieren. Anschließend führte Cadence in einzelnen Tools natürliche Sprachschnittstellen ein, die es Ingenieuren ermöglichen, die Tools über Dialoge zu bedienen. Die neueste Phase ist die Einführung autonomer KI-Super-Agenten zur Koordination dieser Tools.
Cadence unterteilt den Engineering-Bereich in verschiedene „Stacks". ChipStack konzentriert sich auf die digitale Design-Erstellung und -Verifikation, ViraStack auf kundenspezifisches analoges Design, InnoStack auf digitale Implementierung und Signoff, während 3DStack und SystemStack das gleiche Konzept auf fortschrittliche Gehäusetechnologien und vollständige Systemdesigns ausweiten. An der Spitze jedes Stacks steht ein autonomer KI-Super-Agent, der mehrere spezialisierte Sub-Agenten koordiniert. Diese Sub-Agenten sind für den Aufruf der entsprechenden Cadence-Tools zuständig und entscheiden über die nächsten Schritte.



Diese Methode zielt darauf ab, die Fähigkeiten der Ingenieure zu erweitern. Beispielsweise können Ingenieure mithilfe von KI Tausende von SPICE-Simulationen durchführen, anstatt nur Hunderte, und so mehr Design-Alternativen erkunden. Rob Knoth wies darauf hin, dass die KI die Ingenieure nicht aus dem Kreislauf ausschließt, sondern ihnen leistungsfähigere Werkzeuge an die Hand gibt.
Für die zukünftige Entwicklung erklärte Rob Knoth, dass die derzeitigen Super-Agenten hauptsächlich für Orchestrierungs- und Koordinationsaufgaben zuständig seien. In Zukunft könnten die Systeme autonomer werden und die Fähigkeit zur Selbstverbesserung sowie zur Erstellung völlig neuer Sub-Agenten besitzen. Der strategische Kern von Cadence ist es, „der KI beizubringen, wie man vier Jahrzehnte EDA nutzt", anstatt zu versuchen, sie durch KI zu ersetzen.










