Österreichische Automobilbranche tagt zu Nachhaltigkeit und Künstlicher Intelligenz
2026-07-08 11:47
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de.wedoany.com-Bericht: Rund 70 internationale Vertreter der Automobilindustrie haben sich kürzlich auf der Konferenz „Joining Smart Technologies" in Sattledt, Österreich, zu Themen wie Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz und Karosseriebautechnologien ausgetauscht und die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche erörtert. Während der Konferenz präsentierten Experten verschiedene Lösungsansätze, die zeigen, dass es der Branche nicht an Innovationskraft und Lösungswegen mangelt.

Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, CEO von Fronius, betonte, dass der Wissensaustausch innerhalb der Branche für die Förderung von Innovationen von entscheidender Bedeutung sei und dass nur durch gemeinsames Handeln Herausforderungen bewältigt werden könnten. Die diesjährige Veranstaltung sei aufgrund der Vielfalt der Teilnehmer erfolgreich gewesen, darunter Wettbewerber, Vertreter alternativer Fügetechnologien und Fachleute aus anderen Branchen, was den Horizont erweitert habe.

Zum Thema Künstliche Intelligenz unterstrich Professor Thomas Gremsl von der Universität Graz, dass technologische Chancen mit geeigneten Fähigkeiten und einem klaren Rahmen einhergehen müssten. Die Entwicklung von KI erfordere interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Berücksichtigung ethischer Aspekte. Dr. Florian Schlather von der BMW AG ergänzte, dass KI menschliches Wissen und Erfahrung nicht ersetzen, sondern ergänzen könne; eine zuverlässige Datenbasis und die Bereitschaft des Unternehmens seien entscheidend.

Ulrich Fischer von Lincoln Europe erwähnte, dass sich die Beschaffungsstrategien wandeln müssten. Von Lieferanten werde ein mehrdimensionales Wertversprechen erwartet, das Geschäftsethik, Nachhaltigkeit und eine ganzheitliche, intelligente Strategie umfasse. Thomas Rauser von TRUMPF ging näher auf die Kreislaufwirtschaft ein. Unternehmen müssten ihre Prozesse bereits bei der Produktgestaltung und der Standardisierung von Komponenten anpassen, um den steigenden Materialkosten zu begegnen.

Die Fügetechnologie ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Jürgen Bruckner von Fronius International wies darauf hin, dass Strom ein entscheidender Faktor sei und alle Prozesse, einschließlich des Schweißens, effizient genutzt werden müssten. Dr. David Schönmayr und Dr. Bernhard Freiseisen von Fronius International betonten, dass die Bewältigung der Energiekosten eine gemeinsame Verantwortung der Branche sei und der Mehrwert relevanter Maßnahmen für Industriekunden ermittelt werden müsse. Daniel Rudolph von der Audi AG erklärte, dass die Senkung von Kosten und Ressourcenverbrauch Faktoren seien, die das Schweißen als primäre Fügetechnologie festigen; Lösungen zur Schweißnahtvisualisierung und zur Reduzierung von Nacharbeiten seien wichtig.

Dr. Holger Fricke vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (Fraunhofer IFAM) in Bremen stellte die Klebtechnik vor, die für die Elektrofahrzeugfertigung entscheidend sei. Die Berücksichtigung lösbarer Klebverbindungen bereits in der Designphase erleichtere das Recycling. Olaf Gross und Philipp Hager von Lufthansa Technik schlugen aus Wartungsperspektive vor, dass Reparatur statt Austausch weniger belastend sei; die CMT-Technologie ermögliche Reparaturschweißungen bei niedrigen Temperaturen und beschleunige so den Prozess.

Peter Ivanov von Valtech erklärte, dass Software zunehmend zu einem wichtigeren Bestandteil von Automobilen werde und die Fertigung modularer gestaltet werde. Es müsse eine gemeinsame Strategie entwickelt werden, um das Fahrzeug als gesamtes Ökosystem zu betrachten. Karl Radlmayr von KMR metalwise analysierte Multi-Material-Mischungen und Riesenbauteile und wies darauf hin, dass Materialkombinationen Vorteile in Bezug auf die Reparierbarkeit böten.

In einer Podiumsdiskussion zeigten sich Branchenvertreter optimistisch für die Zukunft, waren sich jedoch einig, dass Herausforderungen wie hohe Energiekosten, das Marktumfeld, die Kreislaufwirtschaft und die Kundennähe gemeinsam bewältigt werden müssten.

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