DePoly nimmt PET-Demonstrationsanlage in der Schweiz in Betrieb – Jahreskapazität 500 Tonnen
2026-07-09 08:50
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de.wedoany.com-Bericht: Das Schweizer Chemie-Recyclingunternehmen DePoly hat in Monthey (Schweiz) seine Demonstrationsanlage für Polyethylenterephthalat (PET) und Polyesterkunststoffe in Betrieb genommen. Das Unternehmen betrachtet diese Depolymerisationsanlage als wichtigen Meilenstein auf seinem Wachstums- und Kommerzialisierungskurs.

Vom 6. bis 7. Juli empfing DePoly an seinem Standort in Monthey Industriepartner, Investoren, institutionelle Vertreter und Medien, um die Anlage zu besichtigen und über die Zukunft des Kunststoff- und Textilrecyclings zu diskutieren. DePoly, ebenfalls mit Hauptsitz in der Schweiz, zerlegt PET mit seinem Verfahren in seine ursprünglichen chemischen Bestandteile, aus denen sich neuwertige Rohstoffe ohne Leistungsverlust für alle PET-Anwendungen herstellen lassen.

Das 2020 von Samantha Anderson, Chris Ireland und Bardiya Valizadeh gegründete Unternehmen beschäftigt rund 30 Mitarbeiter. DePoly gab an, sich für die Ansiedlung der ersten industriellen Einheit im Herzen des Industriegebiets CIMO in Monthey entschieden zu haben, das Infrastruktur und chemisches Fachwissen bündelt und in der Nähe des Hauptsitzes im Kanton Wallis liegt. Dieses Umfeld ermögliche es DePoly, das Projekt durch die Nutzung des bestehenden industriellen Ökosystems zu beschleunigen.

Laut DePoly ist die Demonstrationsanlage das Ergebnis erheblicher Investitionen, schafft 12 direkte und über 30 indirekte Arbeitsplätze und hat eine Nennkapazität von etwa 500 Tonnen Rohstoffeinsatz pro Jahr. Neben der Produktion dient die Anlage der Prozessoptimierung, der gemeinsamen Zertifizierung von Rohmaterialien mit Industriekunden und der Vorbereitung auf die erste kommerzielle Anlage mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen.

„Innovation wird oft im Labor gefeiert, aber Technologie entfaltet ihre wahre Wirkung erst, wenn sie in die industrielle Welt eintritt“, sagte CEO Anderson. „Diese Demonstrationsanlage steht für DePolys Wandel von der Vision zur Umsetzung. Sie ist nicht nur Stahl, Rohre und Ausrüstung, sondern repräsentiert sechs Jahre des Hinterfragens und Beweisens der Machbarkeit einer Kreislaufwirtschaft. Es ist der erste sichtbare Schritt in eine Zukunft, in der Abfall nicht mehr als zu bewältigendes Problem, sondern als nachhaltig wiederverwertbare Ressource betrachtet wird – und DePoly wird diesen Weg anführen.“

DePoly gibt an, dass sein Verfahren auf einer photoaktivierten chemischen Depolymerisation basiert und PET innerhalb von 60 Minuten ohne hohe Temperaturen oder Druck verarbeiten kann. Die Methode gewinnt die ursprünglichen Monomere des Materials zurück, die in bestehenden industriellen Prozessen ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden können. Das Verfahren kann verschiedene Materialströme verarbeiten, darunter Lebensmittelverpackungen, Polyestertextilien, Verbundfolien sowie gefärbte und verschmutzte Gegenstände.

„Neben den ökologischen Vorteilen adressiert DePolys Technologie auch strategische industrielle Herausforderungen“, so das Unternehmen. „Indem das Unternehmen lokale Abfälle in neuwertige Rohstoffe umwandelt, trägt es zur Sicherung des Zugangs zu kritischen Ressourcen bei, stärkt die Resilienz der Lieferkette und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für besonders schwer zu dekarbonisierende Branchen wie technische Textilien, Automobil und Elektronik.“

DePoly betrachtet die Demonstrationsanlage als Blaupause für die kommerzielle Skalierung. Geplant ist, die Technologie im industriellen Maßstab zu demonstrieren, Produkte gemeinsam mit Kunden zu zertifizieren und die für den zukünftigen Betrieb kommerzieller Anlagen erforderlichen Betriebsdaten zu sammeln. Das Unternehmen erklärte, dass die am Standort Monthey gesammelten Erfahrungen und Prozesse direkt in die Entwicklung der ersten kommerziellen Anlage einfließen werden, die sich in der Vorbereitungsphase befindet. Die Standortbekanntgabe wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet, die angestrebte Jahreskapazität beträgt 50.000 Tonnen.

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