de.wedoany.com-Bericht: Die Technologieorganisation der NATO hat mit Accenture und dem italienischen Unternehmen Leonardo einen Vertrag über rund 200 Millionen Euro zur Schaffung einer als „Protected Business Network“ bezeichneten vertraulichen Cloud-Umgebung unterzeichnet. Accenture gab die Vereinbarung am Dienstag auf dem NATO-Gipfel in Ankara bekannt. Das System soll NATO-Kommandeuren und -Mitarbeitern eine einheitliche Cloud-Plattform bieten, die es ihnen ermöglicht, Daten über alle Bereiche hinweg auszutauschen und Aktionen zu koordinieren. Das Kernziel ist der Aufbau eines widerstandsfähigen Systems, das auch bei Angriffen betriebsbereit bleibt.

Gemäß der Vereinbarung werden Accenture und Leonardo in den nächsten sieben Jahren die Kernplattform auf Basis einer von der NATO bereitgestellten Multi-Cloud-Architektur gemeinsam entwerfen, aufbauen und betreiben. Diese Plattform wird rund 29.000 NATO-Nutzer bedienen. Ihr Aufbau wurde vom Nordatlantikrat genehmigt und als Fähigkeit auf Allianzebene eingestuft. Das Vorhaben zielt darauf ab, die bestehende, aus traditionellen Systemen zusammengestückelte Netzarchitektur der NATO durch ein allgemeines Cloud-Modell und standardisierte Technik zu ersetzen, sodass neue digitale Dienste schneller bereitgestellt werden können. Leonardo wird dem Projekt ein Zero-Trust-Sicherheitsdesign sowie seine autonome KI-Multi-Agenten-Plattform für die Cyberverteidigung beisteuern.
Das Projekt wird von der EMEA-Sparte (Europa, Naher Osten und Afrika) von Accenture und dem italienischen Verteidigungskonzern Leonardo geleitet, nicht von US-Auftragnehmern. Diese Regelung entspricht dem Trend in Europa, eigene Verteidigungssoftware und sichere militärische Clouds zu besitzen und die Abhängigkeit von US-Lieferanten zu verringern. Der Start des Projekts erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Bündnisstaaten unter Druck stehen, nicht vertrauenswürdige Geräte zu entfernen und ihre eigenen Netze wieder aufzubauen. Ein lokales Cloud-Backbone wird als Teil der Lösung betrachtet. Da Verteidigung zunehmend zu einem Softwareproblem wird, ist die NATO der Ansicht, dass ein modernisiertes Cloud-System ihre Aktionen schneller und den Widerstand gegen Angriffe stärker machen kann – und dies unter europäischer Kontrolle. Die Projektmittel fließen in den europäischen Verteidigungstechnologiesektor; die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Der wahre Test wird bei einem Angriff kommen.










