de.wedoany.com-Bericht: Der britische Satellitenbetreiber Avanti Communications baut sein Geschäft in Südafrika aus und konzentriert sich dabei auf die Bereiche Unternehmen, mobiler Backhaul und ländliche Anbindung. Der CEO des Unternehmens, Kyle Whitehill, erklärte gegenüber ITWeb, dass Avanti bereits über die erforderlichen Lizenzen für den Betrieb in Südafrika verfüge und die Nachfrage nach Gemeinschaftsanbindung, unternehmerischer Notfallkommunikation sowie staatlichen Initiativen zur digitalen Inklusion bedienen werde.

Whitehill wies darauf hin, dass sich Avantis Geschäft auf drei Bereiche konzentriere. Der erste sei der Mobilfunkbetreiber: Avantis Satelliten decken alle Gemeinden in Südafrika ab und könnten die Ausweitung mobiler Netze in abgelegene Gebiete unterstützen. Er sagte, die Mobilfunkbranche baue aufgrund der Kosten keine Netze im ländlichen Raum, und Satelliten seien die einzige wirtschaftlich tragfähige Option. Der zweite Bereich sei die Bereitstellung von Notfallverbindungen für Unternehmenskunden, beispielsweise die Bereitstellung primärer oder sekundärer Satellitenverbindungen für die Filialen und Vertriebseinrichtungen des Supermarkteinzelhändlers Spar, um die Integrität der Kommunikationsinfrastruktur zu gewährleisten. Die dritte Priorität sei die Anbindung von Schulen; obwohl der Ausbau langsamer voranschreite, sei das Unternehmen der Ansicht, dass die Bildung von Kindern zur künftigen Prosperität des Landes beitrage.
Im Hinblick auf die Konkurrenz bestritt Whitehill, dass Avanti davon profitiere, dass Starlink keine Betriebslizenz in Südafrika erhalten habe. Er betonte, dass Wettbewerb gut für den Markt sei, aber sichergestellt werden müsse, dass alle Satellitenbetreiber denselben Regulierungsrahmen einhielten. Er plädierte dafür, dass Starlink Zugang zum Markt erhalten sollte, sofern es die südafrikanischen Gesetze und Vorschriften einhalte. Whitehill erklärte, dass sich Avantis Marktpositionierung von der von Starlink unterscheide; letzteres ziele hauptsächlich auf Wohnbreitband durch direkte Verbraucherabonnements ab, während Avanti sich an Unternehmens- und Regierungskunden richte, mit längeren Verkaufszyklen, die auf Vertrauen und langfristigen Beziehungen basierten.
In Bezug auf die technologische Ausrichtung hat Avanti keine eigenen Satelliten im niedrigen Erdorbit (LEO) eingesetzt, sondern bietet LEO-Dienste über den südafrikanischen Telekommunikationsanbieter Q-KON in Zusammenarbeit mit Eutelsat OneWeb an. Whitehill sagte, dass derzeit keine große Nachfrage nach LEO zu verzeichnen sei. Er ist der Ansicht, dass die Satellitentechnologie erhebliche Fortschritte gemacht habe; Avanti könne mit Satelliten in 36.000 Kilometern Höhe das gesamte Land abdecken und Raten von über 400 Mbit/s bereitstellen, wobei die Leistung im täglichen Gebrauch der von terrestrischem Breitband gleichkomme. Er erwähnte insbesondere, dass die Satellitenpreise in den letzten Jahren um 60 bis 70 Prozent gefallen seien, aber in Bezug auf reine erschwingliche Kapazität immer noch nicht mit Glasfaser konkurrieren könnten.
In Bezug auf die lokale Zusammenarbeit arbeitet Avanti mit südafrikanischen Partnern wie Q-KON, BCX und Paratus zusammen und bietet MTN ländliche mobile Backhaul-Dienste an. Das Unternehmen baut neue Bodenstationen, wobei der gesamte Datenverkehr in Südafrika verbleibt. Whitehill erwartet, dass die Zahl der lokalen Mitarbeiter in Südafrika mit dem Geschäftswachstum von derzeit 10 bis 12 auf etwa 20 steigen wird. Avanti weitet seine Präsenz in Afrika auch auf Kenia, Nigeria, Senegal und Angola aus. In Kenia unterstützt die Satellitenverbindung ein Online-Programm für adaptives Lernen, das etwa 300 Schulen und rund 300.000 Lernende bedient; Daten zeigen, dass Mädchen in weniger als neun Monaten so viel lernen können wie in 18 Monaten.

Whitehill ist der Ansicht, dass die Satellitenkommunikation zum aufregendsten und dynamischsten Teil der Telekommunikationsbranche geworden sei und völlig neue Technologien hervorgebracht habe, die verschiedenen Gemeinschaften auf unterschiedliche Weise dienen. Er betonte, dass Avanti weiterhin in Infrastruktur, Marktzugang und Lieferfähigkeiten investieren werde, um seine Position in der Telekommunikationslandschaft Südafrikas und Afrikas zu festigen.










