de.wedoany.com-Bericht: Dubai plant den Bau von Tiefenabwassertunneln für 22 Milliarden US-Dollar, um das bestehende System mit über 100 Pumpstationen durch ein Schwerkraftsystem zu ersetzen. Das Projekt mit dem Namen „Dubai Strategic Sewerage Tunnels" wurde 2023 genehmigt und basiert auf einem öffentlich-privaten Partnerschaftsmodell. Es zielt darauf ab, den Druck auf die Abwasserinfrastruktur zu verringern, der durch das schnelle Stadtwachstum entsteht.
Das Projekt umfasst zwei Haupttunnel mit einer Gesamtlänge von 75 Kilometern sowie etwa 140 Kilometer Nebentunnel. Die Haupttunnel werden in den beiden strategischen Gebieten Bur Dubai und Deira verlaufen, wobei der Tiefentunnel in Bur Dubai etwa 50 Kilometer und der in Deira etwa 25 Kilometer lang ist. Die Bauarbeiten können bis zu 90 Meter unter der Erde stattfinden, um die Auswirkungen auf den oberirdischen Verkehr und das Stadtgebiet zu minimieren.

Das technische Kernstück ist die Umstellung von einem Pumpsystem auf ein schwerkraftgetriebenes System. Die Tunnel werden mit einem berechneten Gefälle gebaut, sodass das Abwasser auf natürlichem Wege zu den Endbehandlungsanlagen in Jebel Ali und Al Warsan fließt. Dieses Modell bedeutet nicht den vollständigen Verzicht auf Pumpen, sondern eine Hebung des Abwassers erst in der Endphase. Zu den Projektzielen gehören die Senkung der Gesamtbetriebskosten, die Reduzierung von CO₂-Emissionen und des Energieverbrauchs sowie die Schaffung von Kapazitäten für das zukünftige Bevölkerungswachstum.
In Dubai gab es zuvor Probleme mit der Überlastung der Abwasserinfrastruktur. Im Jahr 2018 führte die Überlastung einer temporären Behandlungsstation in der Palm Jumeirah-Region dazu, dass unbehandeltes Abwasser auf die Straßen gelangte. Im April 2024 erlebten die Vereinigten Arabischen Emirate die stärksten jemals aufgezeichneten Regenfälle, was in vielen Gebieten zu einer Vermischung von Abwasser und Hochwasser führte.
Die Stadtverwaltung von Dubai hat für die ersten Pakete bevorzugte Bieter ausgewählt. Das Projekt ist in die Pakete J (Jebel Ali), W (Warsan) und Links (Verbindungstunnel) unterteilt, wobei die Verbindungstunnel eine Länge von über 200 Kilometern haben. Die Finanzierungsstruktur folgt dem Modell „Design-Build-Finance-Operate-Maintain" mit einer Konzessionsdauer von 30 Jahren. Laut Berichten verschiedener Institutionen wird die Gesamtfertigstellung des Projekts zwischen den frühen 2030er Jahren und 2056 erwartet, was den großen Bauzyklus und die Betriebsphase umfasst.






