Fanuc, der weltweit größte Hersteller von Industrierobotern, zeigt auf der Automate 2026 in den USA einen 9-kg-SCARA-Roboter
2026-07-10 17:46
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de.wedoany.com-Bericht: Auf der Automate 2026 entwickeln sich KI-gestützte Roboter zu einem entscheidenden Werkzeug für flexible Verpackungslinien. Die lebhafte Stimmung auf der Messe zeigt positive Fortschritte in der Wettbewerbsfähigkeit der US-amerikanischen Fertigungs- und Verpackungsindustrie.

„Physical AI" – von IBM definiert als die Integration von Künstlicher Intelligenz mit physischen Systemen, die es Maschinen ermöglicht, autonom wahrzunehmen, zu schlussfolgern und in der realen Welt zu handeln – war das beherrschende Thema der Messe. Zahlreiche Aussteller, die die Verpackungsindustrie bedienen, arbeiten bereits mit Nvidia zusammen und nutzen dessen Open-Source-Technologie, um Kernsysteme für den intelligenten Betrieb von Verpackungsmaschinen und -linien aufzubauen. Auf den Ständen von Lumafield, Cognex und Fanuc waren die Technologiekennzeichen von Nvidia zu sehen.

Amit Goel, Director of Product Management für autonome Maschinen bei Nvidia, wies darauf hin, dass das Unternehmen zwar nicht speziell auf die Verpackungsindustrie ausgerichtet sei, aber durchaus weitere Automatisierungsmöglichkeiten in diesem Bereich sehe, wobei der Kern im dringenden Bedarf an Flexibilität im Verpackungsbetrieb liege. Er erklärte, dass es bereits Werkzeuge gebe, um die Komplexität der Verpackung zu bewältigen.

Bezüglich des Stromverbrauchs KI-gestützter Verpackungsmaschinen erläuterte Goel, dass die meisten Physical-AI-Anwendungen Edge-Computer nutzen, die bei gleichem Stromverbrauch eine höhere Leistung erbringen könnten. Gleichzeitig werde ein Großteil des Datentrainings in Rechenzentren durchgeführt, bevor es in die Endgeräte integriert werde.

Auf der Messe waren „Digitale Zwillinge" und Simulationstechnologien allgegenwärtig. Viele HMIs zeigten, wie mit Hilfe von Simulationen – ob KI-verstärkt oder nicht – Ideen und Entscheidungen schnell getestet werden können. Die Verpackungsindustrie setzt seit Jahren Simulationstechnologien ein, und die Einführung von KI hat deren Geschwindigkeit und Fähigkeiten weiter verbessert.

Hinsichtlich des industriellen Einsatzes von humanoiden und nicht-humanoiden Robotern herrschte bei mehreren Herstellern Einigkeit: Arme sind wichtig, Beine nicht, und Räder bieten Vorteile in Bezug auf Mobilität.

Sprachsteuerung wird als Zukunftstechnologie betrachtet. Evan Beard, CEO von Standard Bots, erörterte in seiner Keynote die Möglichkeit, mit Robotern zu sprechen, um sie zu lehren und zu steuern. Alex Thesken, Marketing Manager des Unternehmens, ergänzte, dass die Sprach-zu-Text-Funktion derzeit hauptsächlich zur Vereinfachung der Texterstellung eingesetzt werde. Beard führte eine Live-Demonstration eines Robotertrainingsprogramms durch und gab bekannt, dass das Unternehmen in diesem Jahr keine Serviceeinnahmen erzielt habe (da kein Service erforderlich sei) und die Produktgarantie von einem auf drei Jahre verlängert habe.

Fanuc stellte drei neue Produkte für Verpackungsanwendungen vor. Erstens: Der M-710 ID Roboter ist nun mit einem gebogenen Arm erhältlich. Dieses Design ermöglicht es dem Roboter, einige Millimeter näher an das Produkt heranzukommen, was die Flexibilität in beengten Anlagen erhöht und die Geschwindigkeit im Vergleich zur nicht gebogenen Version um 10 % steigert. Die ausgestellte weiße, lebensmittelechte Ausführung erweitert die Anwendungsmöglichkeiten weiter. Zweitens: Fanuc hat den SCARA-Roboter neu gestaltet, bei dem der zweite Arm unterhalb des ersten Arms und nicht darüber befestigt ist, sodass der Roboter in niedrigeren Räumen arbeiten kann. Der ausgestellte Roboter hat eine Nutzlast von 9 kg. Laut Wes Garrett, Executive Director Global Accounts bei Fanuc, ist dies der derzeit schnellste SCARA-Roboter des Unternehmens, der sich für stark höhenbegrenzte Pharmaverpackungslinien eignet.

Fanuc auf der Automate 2026 SCARA vorher und nachher.jpg

Drittens: Der kollaborative Roboter CRX-30ia demonstrierte eine standardisierte Palettierlösung, die sich durch niedrige Kosten, Kompaktheit und schnelle Einsatzbereitschaft auszeichnet.

ABB präsentierte ein Mixed-Case-Palettiersystem mit Jacobi-Software, die als KI-gesteuertes Gehirn fungiert und teure vorgelagerte Sortieranlagen überflüssig macht. Declan Burke, Roboteringenieur bei ABB, beschrieb die Erstellung einer gemischten Palettenladung als „3D-Tetris". Das System erstellt in Echtzeit effiziente Ladungen durch „Zwischenspeichern" von Kartons und kann stabile und ausgewogene gemischte Paletten mit einem Füllgrad von 70 % bis 90 % erzeugen, wodurch Leerräume deutlich reduziert und die Transporteffizienz gesteigert werden. Laut Burke ist die Roboterzelle deutlich günstiger als automatische Mixed-Case-Palettierer; ein einzelner Roboter kann etwa 500 Kartons pro Stunde verarbeiten und benötigt eine Stellfläche von etwa 20 x 20 Fuß.

Darüber hinaus präsentierte MūL MARC (Mobile Autonomous Robotic Cart) seine technologisch einfache Ausführung: Kein Wi-Fi oder IT-Setup erforderlich, Konfiguration in etwa 10 Minuten, Einlernen der Route durch manuelles Schieben, Navigation mittels integrierter Sensoren und Kameras. Der Wagen kann 100 bis 200 Pfund Verpackungsmaterial zur Produktionslinie transportieren.

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