de.wedoany.com-Bericht: Satellitenverbindungen für Direktverbindungen zu Geräten (D2D) beschleunigen sich weltweit. Afrikanische Mobilfunkbetreiber haben 32 Partnerschaften mit Satellitenanbietern angekündigt, um diesen Dienst über ihre Mobilfunknetze hinaus anzubieten. Die Global Mobile Suppliers Association (GSA) stellt in ihrer aktuellen Marktbewertung fest, dass der Trend bei afrikanischen Betreibern, D2D-Dienste in Zusammenarbeit mit Satellitenanbietern einzuführen, deutlich ist; 32 Partnerschaften wurden öffentlich bekannt gegeben.
Zu den konkreten Kooperationen gehört die Partnerschaft zwischen Airlink und Starlink in 14 Märkten, bei der kürzlich in Kenia Tests für Daten- und Nachrichtendienste abgeschlossen wurden. AST SpaceMobile arbeitet mit Axian Telecom, das in 11 afrikanischen Märkten tätig ist, sowie mit Vodacom zusammen. Lynk führte in Ghana und Südafrika Diensttests mit MTN durch.
Joe Gardiner, Marktanalyst bei CCS Insight und Mitglied des GSA-Forschungsteams, erklärte in einem Webinar, dass Betreiber in 18 Ländern bereits Satelliten-D2D-Dienste eingeführt haben. Er ist der Ansicht, dass sich diese Technologie noch in einem frühen Stadium befindet, aber tatsächlich bereits globalisiert ist.
Die GSA-Forschung zeigt, dass weltweit 123 D2D-Kooperationen öffentlich bekannt gegeben wurden, von denen 23 bereits Dienste anbieten, 27 sich in der Evaluierung, Test- oder Versuchsphase befinden und die restlichen 73 in der Planungsphase sind.
Bei der Anzahl der Anbieterkooperationen führt Starlink mit 99, gefolgt von AST SpaceMobile (44), Amazon Leo (30), Eutelsat Group (29), Lynk (21), SES Group (19) und Skylo (10). Darüber hinaus sind Omnispace (5), Hughes (4), Viasat Group (4), OQ Technology (3), Sateliot (3), das von Rocket Lab übernommene Iridium (2), Rassvet (2) und Tiantong (2) ebenfalls vertreten.
Viele Mobilfunkbetreiber verfolgen eine Multi-Vendor-Strategie, wobei Orange ein typisches Beispiel ist. Der Konzern hat Partnerschaften im D2D-Bereich mit Skylo aus Frankreich, AST SpaceMobile, Satellite Connect Europe (einem Joint Venture von Vodafone und AST SpaceMobile für Weltraum-Infrastruktur) sowie Starlink geschlossen und steht in Kontakt mit Eutelsat und OneWeb, Intelsat und Telesat.
Gardiner wies darauf hin, dass diese Kooperationen, zumindest anfangs, größtenteils das Spektrum der terrestrischen Betreiber nutzen, wie die Vereinbarung zwischen T-Mobile und Starlink in den USA zeigt. Gleichzeitig stellte er fest, dass das Interesse der Branche am MSS-Spektrum (Mobile Satellite Services) wächst, da es einen 3GPP-kompatiblen, global einheitlichen und standardisierten D2D-Ansatz unterstützt, der auch ein breiteres Geräte-Ökosystem untermauern wird. Die GSA hat bereits 46 MSS-fähige Geräte erfasst, obwohl nicht alle technologieneutral sind. Er sagte: „Es liegt noch ein langer Weg vor uns, aber wir sehen, dass sich das Ökosystem ständig weiterentwickelt. Wir hoffen, dass es mit der Zeit, wenn alle Geräte mit 3GPP Release 17 oder höher kompatibel sind, mehr Lösungen mit besserer Interoperabilität zwischen den Satellitenkonstellationen geben wird.“ Er betonte, dass hier noch mehr Arbeit nötig sei, da die Entwicklung eindeutig auf einen auf 3GPP-Standards basierenden Ansatz zusteuere, der die für MSS zugewiesenen Frequenzbänder (z. B. L-Band und S-Band) nutzt.
Auf Regierungsebene haben Kanada, die EU und das Vereinigte Königreich Vorschläge zur Zuweisung von lizenziertem MSS-Spektrum im 2-GHz-Band angekündigt. Auf kommerzieller Ebene wurden bereits Transaktionen wie die Übernahme von Iridium durch Rocket Lab, der Kauf von Globalstar durch Amazon Leo und der Erwerb von Echostar-Frequenzen durch SpaceX, das Mutterunternehmen von Starlink, durchgeführt.
Gardiner wies darauf hin, dass Skylo derzeit der einzige Anbieter ist, der wirklich einen standardbasierten Ansatz für Echtzeitdienste anbietet. Sein Netzwerk basiert auf dem 3GPP-Standard für Narrowband (NB) NTN und kann auch das zukünftige 5G New Radio (NR) NTN unterstützen, wodurch das Unternehmen das schafft, was es als „standardisierten Himmel“ bezeichnet. Skylo besitzt weder eigene Satelliten noch Spektrum, sondern verlässt sich auf Partner wie GEO-Satellitenbetreiber wie EchoStar, Ligado, Terrestar und ViaSat.
„Das Interesse der LEO-Anbieter an der Bereitstellung von 3GPP-Standardansätzen wächst“, fasste Gardiner zusammen.






