de.wedoany.com-Bericht: Die Deutsche Telekom übernimmt den Glasfaserausbau in Nachrodt-Wiblingwerde im Sauerland (Nordrhein-Westfalen). Zuvor war das Joint Venture „Unsere Grüne Glasfaser (UGG)“ für das Projekt zuständig, doch die Bauarbeiten kamen aufgrund der Insolvenz eines Subunternehmers zum Stillstand. UGG ist ein Gemeinschaftsunternehmen von o2-Telefónica und der Allianz-Versicherung.

Laut lokalen Medienberichten sollte der Glasfaserausbau von UGG ursprünglich im dritten Quartal starten. In Teilen von Nachrodt hatten die Arbeiten bereits begonnen, doch dann meldete das beauftragte Bauunternehmen Insolvenz an. Viele Glasfaseranbieter führen die Bauarbeiten nicht selbst durch, sondern beauftragen andere Unternehmen, die wiederum Subunternehmer einschalten. Wenn der Kostenrahmen knapp bemessen ist und Probleme vor Ort das Budget überschreiten, geraten nachgelagerte Bauunternehmen leicht in finanzielle Schieflage.
Nach der Insolvenz eines Unternehmens kam der gesamte Ausbau in Nachrodt-Wiblingwerde zum Erliegen, und die aufgerissenen Straßen blieben unfertig zurück. Die Deutsche Telekom übernimmt nun den Großteil des Glasfaserausbaus in der Region, darunter die Gebiete Opperhusen, Einsal, Langenstück, Jahnstraße und „Nachrodter Feld“. Da die Telekom die bereits von UGG verlegten Leitungen nicht übernehmen kann, werden alle Trassen neu aufgerissen.
Die Deutsche Telekom gibt an, dass rund 2090 Haushalte und Unternehmen von diesem Ausbau profitieren werden. Da es sich um eine eigenfinanzierte Baumaßnahme handelt, sind keine Vorverträge oder Quotenerreichung erforderlich. Die Bauarbeiten in Teilen von Nachrodt beginnen spätestens im Oktober 2026 und nutzen die GPON-Technologie, die Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde ermöglicht. Kunden, die während der Bauphase einen Glasfasertarif bestellen, erhalten den Hausanschluss kostenlos. Wer den Anschluss erst nach Abschluss der Arbeiten beantragt, muss voraussichtlich rund 1000 Euro zahlen.
Derzeit erleben viele Gemeinden in Deutschland ähnliche Situationen: Kleine oder neu gegründete Unternehmen ohne ausreichende Erfahrung steigen in den Glasfaserausbau ein und scheitern. Der Branche fehlt eine bundesweite Gesamtplanung und ein flächendeckendes Ausschreibungsverfahren, ebenso mangelt es an einer wirksamen Überwachung der Leistungsfähigkeit aller Unternehmen. Vielerorts wird der Ausbau angekündigt, aber letztlich nicht realisiert, oder mehrere Unternehmen führen in derselben Region Doppelarbeiten durch, was zu wiederholten Straßenaufbrüchen führt. Zudem verweigern manche Hausverwaltungen und Eigentümer aus Sorge vor Kosten und Problemen die Zusammenarbeit, was den Fortschritt weiter verzögert.






