Italienisches Unternehmen FuturaSun bringt Photovoltaikmodule mit schmutzabweisendem Glas auf den Markt – Kommerzialisierung für Q4 2026 geplant
2026-07-12 14:35
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de.wedoany.com-Bericht: Der italienische Solarmodulhersteller FuturaSun hat die Serie Silk Nova Pure vorgestellt, die mit schmutzabweisender Glastechnologie ausgestattet ist, um die Ansammlung von Schmutz auf der Moduloberfläche zu reduzieren.

Diese Technologie namens True Rays wird während des Glasherstellungsprozesses direkt in das Frontglas integriert und nicht als nachträgliche Beschichtung aufgebracht. FuturaSun gibt an, dass diese Integration die schmutzabweisende Leistung über die gesamte Lebensdauer des Moduls aktiv hält und die typische Degradation herkömmlicher Oberflächenbeschichtungen vermeidet.

Gianluca Coletti, Chief Technology Officer von FuturaSun, erklärte, dass True Rays eine für die gesamte Lebensdauer des Moduls geeignete Antischmutzlösung sei, da die Funktionsschicht während der Glasherstellung direkt in die Glasoberfläche integriert werde und somit ein Teil des Glases und keine Oberflächenbeschichtung sei. Diese Integration gewährleiste eine hohe Haltbarkeit und langfristig stabile Leistung. Die entsprechenden Tests umfassten beschleunigte Alterung unter feuchter Wärme, Feucht-Kälte-Zyklen, Salzsprühnebel, Abrieb- und Sandbeständigkeitstests. Das Material erreichte eine Haftung der Klasse 0, eine Härte von 4H und behielt seine photokatalytischen Eigenschaften nach über 15.000 Reinigungszyklen. Coletti ergänzte, dass die Lösung so konzipiert sei, dass sie während der gesamten Lebensdauer des Moduls funktionsfähig bleibe, ohne dass eine erneute Behandlung erforderlich sei.

Das True Rays-Glas vereint hydrophile und photokatalytische Eigenschaften. Die hydrophile Oberfläche sorgt dafür, dass Regenwasser gleichmäßig auf dem Glas verteilt wird, anstatt Wassertropfen zu bilden, was die Entfernung von Staub und feinen Partikeln erleichtert. Die Einwirkung von Sonnenlicht aktiviert einen photokatalytischen Prozess, der organische Verunreinigungen wie Vogelkot, Biofilme oder Moos zersetzt und deren feste Anhaftung auf der Oberfläche verhindert.

Die Technologie wurde in Zusammenarbeit mit dem irischen Unternehmen Kastus entwickelt, das 2014 gegründet wurde und sich auf fortschrittliche Oberflächentechnologien spezialisiert hat. Kastus vertreibt intelligente Glaslösungen, die auf der ursprünglichen Forschung des Dublin Institute of Technology und des Trinity College Dublin basieren. Coletti erklärte, dass die Technologie ursprünglich für antibakterielle Lösungen in Smartphones, Laptops, Haushaltsgeräten und Automobilanwendungen eingesetzt wurde und über 99,99 % der Bakterien und Viren eliminiert. Anschließend wurden ihre hydrophilen und photokatalytischen Eigenschaften für den Photovoltaikbereich adaptiert, wodurch der Abbau organischer Rückstände, das Ablaufen von Wasser und die natürliche Reinigung der Paneele verbessert wurden.

FuturaSun weist darauf hin, dass die direkte Integration dieser Technologie in die Glasherstellung einen zusätzlichen Schritt zur Oberflächenfunktionalisierung und spezifische Qualitätskontrollen erfordert, obwohl während des Laminierprozesses oder vor Ort keine Nachbehandlung notwendig ist. Das Unternehmen nannte keine zusätzlichen Kosten für die Technologie, da diese vom Modulformat, der Produktionsmenge und der Glaskonfiguration abhängen, erwartet jedoch mit steigender Produktion sinkende Kosten. Das Unternehmen sieht diese Innovation insbesondere für gewerbliche und große Versorgungsprojekte als geeignet an, bei denen kleine Verbesserungen der jährlichen Stromerzeugung einen erheblichen Einfluss auf die Rentabilität haben können. Gleichzeitig eignet sich die Technologie auch für Wohnanlagen, insbesondere wenn die Reinigung auf schwer zugänglichen Dächern schwieriger ist.

FuturaSun erinnert daran, dass Verschmutzung nach wie vor einer der Hauptfaktoren ist, die die Leistung von Photovoltaikanlagen beeinträchtigen, insbesondere in Umgebungen, die Staub, organischen Rückständen, Luftverschmutzung und biologischem Wachstum ausgesetzt sind. Die Reduzierung der Ansammlung von Verunreinigungen auf dem Glas trägt dazu bei, eine höhere Lichtdurchlässigkeit aufrechtzuerhalten, die langfristige Stromerzeugung zu stabilisieren und die Reinigungshäufigkeit zu verringern. Coletti erklärte, dass die Identifizierung und Integration von Technologien, die für andere Branchen entwickelt wurden, ein wichtiger Innovationsmotor sei. Diese Zusammenarbeit ermögliche es FuturaSun, Lösungen, die bereits in anspruchsvollen Branchen wie der Automobilindustrie validiert wurden, in den Photovoltaikbereich einzuführen und so die Leistung, Zuverlässigkeit und Stromerzeugung der Module während ihrer gesamten Lebensdauer zu verbessern.

Die Kommerzialisierung der Silk Nova Pure-Module ist für das vierte Quartal 2026 geplant, bis dahin sollen die Zertifizierungsprozesse für verschiedene Konfigurationen und die Produktionsplanung abgeschlossen sein. FuturaSun hat während der Intersolar Europe 2026 in München bereits Vorbestellungen entgegengenommen.

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