MTU erweitert MRO-Hub in Fort Worth, USA, mit Investition von 120 Millionen US-Dollar
2026-07-12 15:23
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de.wedoany.com-Bericht: Die MTU Aero Engines hat ihren erweiterten Wartungs-, Reparatur- und Überholungsstandort (MRO) in Fort Worth, Texas, USA, offiziell eingeweiht. Die Gesamtinvestition für die Anlage beträgt 120 Millionen US-Dollar, die Fläche wurde auf 43.000 Quadratmeter (ca. 463.000 Quadratfuß) vergrößert. Das Unternehmen gab zudem bekannt, dass das erste Triebwerk vom Typ Leap-1B von CFM International in das Werk eingetroffen ist und für den langjährigen Kunden GOL aus Brasilien gewartet wird.

Die MTU, bekannt für ihre enge Zusammenarbeit mit Pratt & Whitney, ist ein Risikobeteiligungspartner am V2500 von International Aero Engines und dessen Nachfolger, dem Getriebefan (GTF). Je nach Variante hält die MTU einen Anteil von bis zu 18 % am GTF und ist für die Fertigung der Niederdruckturbine und der ersten vier Stufen des Hochdruckverdichters verantwortlich. Im MRO-Bereich, der mehr als zwei Drittel des MTU-Umsatzes ausmacht, hat das Unternehmen in letzter Zeit stark in den Ausbau seiner Präsenz im CFM-Ersatzteilmarkt investiert und strebt eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit GE Aerospace an, das gemeinsam mit Safran Aircraft Engines aus Frankreich Eigentümer von CFM ist.

Der Standort Fort Worth ist einer von acht globalen MRO-Standorten der MTU und der einzige mit der „Premier“-Zertifizierung von CFM, der höchsten Autorisierungsstufe des Triebwerksherstellers. Diese Zertifizierung erlaubt der MTU die vollständige Überholung und interne Reparatur von Leap- und CFM56-Triebwerken. Die MTU plant, in Kürze das erste Leap-1A-Triebwerk in Fort Worth zu empfangen, das für die Airbus A320neo-Familie verwendet wird, nannte jedoch keine Details zu Kundenverhandlungen. Die MTU erwartet, dass der globale Leap-Markt dreimal so groß sein wird wie der des CFM56, mit einem jährlichen Wartungsaufkommen von bis zu etwa 8.000 Triebwerken bis 2045. Das Unternehmen plant zudem, die Autorisierung in Fort Worth bis 2029 auf das GEnx-Triebwerk von GE Aerospace auszuweiten, das mit dem Trent 1000 von Rolls-Royce für die Boeing 787 konkurriert.

Johannes Bussmann, CEO der MTU, erklärte, dass Fort Worth ein Eckpfeiler der Strategie zur Unterstützung groß angelegter Next-Generation-Triebwerksprojekte sein werde. Bussmann, der im September die Nachfolge von Lars Wagner antrat, war zuvor Leiter von Lufthansa Technik. MRO ist das am schnellsten wachsende Geschäftsfeld der MTU, wobei etwa zwei Drittel der eingehenden Wartungsaufträge auf V2500/GTF-Triebwerke und ein Drittel auf die CFM/GE-Serie entfallen. Vom Arbeitsvolumen her beträgt das Verhältnis nahezu 50 zu 50, da die MTU komplexe Reparaturen an GE-Triebwerken durchführt, wie z. B. am Turbinenmittelgehäuse des GEnx. Gemessen an der jährlichen Anzahl eingehender Wartungsaufträge ist die MTU der zweitgrößte Anbieter von Triebwerks-Ersatzteildienstleistungen mit über 1.400 Aufträgen pro Jahr und einem Portfolio an Herstellerautorisierungen für über 30 Triebwerksmodelle. Zu den globalen MRO-Standorten der MTU gehören auch Hannover und Berlin in Deutschland, Zhuhai in China sowie Standorte in Serbien, Kanada und Polen.

Laut dem Jahresbericht der MTU haben die Haltbarkeitsprobleme des GTF die Nachfrage nach seinen Dienstleistungen erhöht; im vergangenen Jahr machte dieses Triebwerk etwa 40 % der kommerziellen Wartungseinnahmen des Unternehmens aus. Auch der V2500 sowie die GE GE90 und CF6-80 tragen wesentlich zum MRO-Umsatz bei. Im militärischen Bereich trägt die MTU zur Entwicklung der Antriebe für den A400M von Airbus Defence & Space und den Eurofighter Typhoon bei und fertigt weiterhin Triebwerkskomponenten. Die jüngste Absage des deutsch-französisch-spanischen Next Generation Fighter (NGF)-Projekts hat Auswirkungen auf das Verteidigungsgeschäft des Unternehmens. Bussmann erklärte auf der ILA Berlin Air Show im Juni, das Unternehmen sei bereit, weiterzumachen und mit jedem europäischen Partner an der Entwicklung eines Triebwerks für die sechste Generation zu arbeiten, und betonte, dass Berlin und Europa dies benötigten, um ihre Verteidigungs- sowie industrielle und technologische Autonomie zu wahren. Die MTU hatte zuvor mit Safran im Rahmen des Future Combat Air System (FCAS)-Projekts am NGF zusammengearbeitet. Bussmann betonte, dass die Arbeit des 2021 gegründeten European Military Engine Teams nicht verschwendet sei und die damit verbundenen geistigen Eigentumsrechte erhalten blieben. Eine Zusammenarbeit mit Rolls-Royce (beteiligt am Global Combat Air Programme GCAP, das von Großbritannien, Italien und Japan betrieben wird) sei möglich, der Fortschritt hänge jedoch hauptsächlich von der politischen Ebene ab.

Die MTU hat ihr Portfolio zudem um kleine Turbojettriebwerke für militärische unbemannte Luftfahrzeuge erweitert und im April das in Köln ansässige Startup AeroDesignWorks übernommen. Das 2011 aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgegründete Unternehmen ist auf die Entwicklung von Gasturbinen mit einem Schub von etwa 90 lbf (ca. 400 Newton) spezialisiert. Diese Übernahme ist eine Folgeaktion der Übernahme des Elektromotorlieferanten eMoSys im Jahr 2023 und zielt darauf ab, eine Drohnen-Triebwerksfamilie aufzubauen und der führende Anbieter dieser Technologie in Europa zu werden. Im Bereich nachhaltiger Technologien gab die MTU Anfang Juli die Gründung eines Joint Ventures mit Airbus zur Entwicklung und Vermarktung von Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis und Antriebssystemen bekannt, das auf einer auf der Paris Air Show im letzten Jahr unterzeichneten Absichtserklärung basiert.

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