Volkswagen-Konzern plant, bis 2030 die Hälfte seiner Modelle zu streichen
de.wedoany.com-Bericht: Der Volkswagen-Konzern hat angekündigt, bis 2030 bis zu 50 % seines globalen Modellportfolios zu reduzieren. Mit einer dreijährigen Geschäftsrestrukturierung will der Konzern dem zunehmenden Wettbewerbsdruck und den Kostenbelastungen begegnen. Der Konzern erklärte, die Anpassung ziele darauf ab, die Widerstandsfähigkeit, Effizienz und Agilität zu steigern. Durch konzernweite Leistungsprogramme konnten bereits externe finanzielle Gegenwinde in zweistelliger Milliardenhöhe kompensiert werden. CEO Oliver Blume und CFO Arno Antlitz positionieren diese Restrukturierung als zentralen Hebel, um Kosten zu senken und die Rendite des Konzerns in Richtung des Zielkorridors von 8 % bis 10 % zu bewegen.
Um dieses Ziel zu erreichen, will Volkswagen nicht nur das Produktportfolio verschlanken, sondern auch die Komplexität um 75 % reduzieren. Die Anzahl der verfügbaren Antriebsstränge, Ausstattungen und Pakete soll drastisch verringert werden. Gleichzeitig sollen „Parallelstrukturen“ abgeschafft werden, bei denen verschiedene Marken sich gegenseitig kopieren. Auf der Fertigungsseite passt der Konzern die Kapazitäten an die globale Nachfrage und Wettbewerbssituation an. Angestrebt wird eine Jahresproduktion von 9 Millionen Fahrzeugen, was in etwa den Auslieferungen der Jahre 2024 und 2025 entspricht. Auch die Belegschaft steht unter Druck: Berichten zufolge erwägt Volkswagen den Abbau von bis zu 100.000 Stellen und die Schließung von vier deutschen Werken.
Zum Verbleib konkreter Modelle erklärte Volkswagen, dass sich die künftige Produktpalette auf die attraktivsten Segmente konzentrieren werde. Die finanziellen Mittel sollen in Produkte und Technologien fließen, die den größten Wert schaffen. Modelle mit stabilen Verkaufszahlen wie Polo, Golf, T-Roc und Tiguan werden nicht eingestellt. Der T-Roc Cabrio und das ID.5 Coupé-SUV gelten jedoch als gefährdet, da sie sich nicht selbst tragen. In China, wo das Portfolio über Jahre hinweg stetig gewachsen ist, wird ebenfalls eine Reduzierung erwartet. Die Marke Škoda wird voraussichtlich insgesamt erhalten bleiben, doch langsam verkaufende Modelle wie der Scala haben kaum noch Chancen. Seat wird seine Position als kleine und günstige Marke behaupten, während Cupra mit einem profitableren Mix einen größeren Anteil erhält. Der ID. Buzz hat die Verkaufserwartungen nicht erfüllt, was bedeutet, dass eine zweite Generation nach dem Ende des aktuellen Lebenszyklus fraglich ist. Der Taigo überschneidet sich stark mit dem T-Cross, seine Existenzberechtigung ist fragwürdig. Händlerberichten zufolge wird der Polo mit Verbrennungsmotor aus Europa verschwinden und Platz für den elektrischen ID. Polo machen.
Audi hat bereits den Kleinwagen A1 und das kleine SUV Q2 aufgegeben. Die Einstiegsaufgabe wird dem kommenden A2 E-Tron übertragen. Das Streben nach Schlichtheit könnte Audi dazu zwingen, das Sportback-Coupé-SUV zu überdenken, während die Zukunft der alternden A8-Limousine ungewiss ist. Das bevorstehende Q9 erweitert das SUV-Angebot weiter, was den Weg für weitere Verschlankungen ebnet. Bei Porsche sind die Modellreihen 911, Cayenne und Macan unantastbar, aber Taycan und Panamera könnten letztlich zu einem einzigen Modell verschmelzen. Porsche plant zudem, die Anzahl der Varianten zu reduzieren. Zusätzliche Karosserieformen wie der Taycan Sport Turismo und Cross Turismo könnten beim nächsten Update wegfallen. Auch die verzögerte nächste Generation der 718er-Familie könnte betroffen sein, obwohl die bereits getätigten hohen Entwicklungskosten eine komplette Streichung unwahrscheinlich machen. Der elektrische 718 wird weiterhin für Ende 2027 erwartet; Audi plant, dessen Plattform für den Ersatz des TT zu nutzen. Auch die Luxusmarken des VW-Konzerns bleiben von Anpassungen nicht verschont. Lamborghini hat seine Pläne für das erste vollelektrische Modell auf Eis gelegt. Berichten zufolge könnte Volkswagen Lamborghini und Ducati verkaufen. Porsche hat bereits seine Anteile an Bugatti Rimac veräußert.
CFO Arno Antlitz erklärte, dass die Kostensenkungen aus den vereinbarten Projekten im aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld nicht ausreichen. Der Konzern müsse sein Geschäftsmodell grundlegend neu ausrichten und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erzielen. Dazu gehören die Verbesserung der Fahrzeugkostenstruktur, die Senkung der indirekten Kosten, die Steigerung der Werkeffizienz und die Beschleunigung der Technologieentwicklung. CEO Oliver Blume betonte, das Ziel des Konzerns sei es, bis 2030 das attraktivste Automobilunternehmen der Welt zu werden. Durch die Reduzierung der Komplexität, die Fokussierung auf Technologie und die Ausrichtung der Produktentwicklung auf die regionalen Märkte sollen die Voraussetzungen für langfristigen Erfolg geschaffen werden.







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