de.wedoany.com-Bericht: Die Universität Lund (Lund University) hat eine der weltweit fortschrittlichsten Testumgebungen für die nächste Generation der drahtlosen Kommunikation entwickelt. Erstmals haben Forscher erfolgreich demonstriert, dass ein verteiltes drahtloses Netzwerk mit 256 digitalen Beamforming-Antennen in Echtzeit betrieben werden kann. Dieser Durchbruch eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Kern-Technologien für zukünftige 6G-Netze. Dumitra Iancu, Doktorandin im Bereich Integrierte Elektroniksysteme an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften (LTH) der Universität Lund, erklärte, das Forschungsteam habe bewiesen, dass die Technologie machbar ist, wenn 256 Antennen an verschiedenen Standorten koordiniert Signale und Daten in Echtzeit verwalten.

Die Nachfrage nach neuen Kommunikationstechnologien wächst rasant. Die Zahl der Internetnutzer steigt kontinuierlich, während die industrielle Digitalisierung, autonome Fahrzeuge und neue kritische gesellschaftliche Dienste höhere Anforderungen an Kapazität, Zuverlässigkeit und Sicherheit stellen. Die Funkfrequenzen, die zur Übertragung drahtloser Signale genutzt werden, sind eine begrenzte Ressource, die effizienter genutzt werden muss. Ove Edfors, Professor für Funksysteme an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Lund, erklärte, dass die Testplattform genutzt werden könne, um zu erforschen, wie das vorhandene Spektrum effizienter für die Übertragung drahtloser Signale genutzt werden kann, was mehr Nutzer und eine größere Netzwerkkapazität unterstützen würde.
Die Large Intelligent Surface (LuLIS) der Universität Lund besteht aus 16 programmierbaren Paneelen mit jeweils 16 Antennen, basierend auf spezieller AMD-Hardware. Das System ist modular aufgebaut, was sowohl das Hinzufügen von Komponenten als auch den Einsatz in verschiedenen Szenarien erleichtert. Lina Tinnerberg, Doktorandin im Bereich Integrierte Elektroniksysteme, sagte, die Anlage werde softwaregesteuert und sei sehr flexibel, sodass sich die Art der Datenübertragung leichter ändern lasse als bei einem Hardware-Austausch. Liang Liu, Professor für Integrierte Elektroniksysteme, betonte, ein wichtiger Aspekt beim praktischen Aufbau und der Demonstration verschiedener Technologien sei, dass Herausforderungen und praktische Probleme erkannt werden könnten, die in der theoretischen Forschung möglicherweise nicht identifiziert würden. Das Forschungsteam habe bereits Probleme im Zusammenhang mit Signalsynchronisation und Rechenverteilung erkannt und gelöst.
Das Forschungsteam der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Lund war zudem das erste weltweit, das bewies, dass Massive MIMO (massive MIMO, also die Nutzung einer großen Anzahl von Antennen für die drahtlose Kommunikation) in der Praxis funktioniert. Diese Technologie ist heute ein grundlegender Bestandteil von 5G-Netzen. Vilgot Snygg, Doktorand im Bereich Integrierte Elektroniksysteme, erklärte, dass sich LuLIS im Gegensatz zu anderen Massive-MIMO-Testplattformen dadurch auszeichne, dass Antennen und Rechenleistung auf mehrere Paneele verteilt werden, um Daten in Echtzeit zu verarbeiten, was den tatsächlichen Anforderungen entspreche. Der Vorgänger von LuLIS, LuMaMi (Lund University Massive MIMO Testbed), hält zehn Jahre nach seiner Einführung immer noch den Weltrekord für Spektrumeffizienz, der in Zusammenarbeit mit der University of Bristol erzielt wurde, und ermöglicht es Forschern, 22 gleichzeitige Nutzer im selben Frequenzband zu unterscheiden. Ove Edfors sagte, dass mit der neuen Anlage bald 32 Nutzer untergebracht werden könnten, und das Ziel sei es, den Rekord von 2016 durch die zukünftige Erweiterung der Testplattform um das Zehnfache zu übertreffen.






