de.wedoany.com-Bericht: Die Oxford Semantic Technologies (OST), ein Tochterunternehmen von Samsung, hat gemeinsam mit Ignite by Forvia Hella eine wissensbasierte KI-Lösung entwickelt. Diese erfasst in Echtzeit den Fahrzustand autonomer Fahrzeuge und gleicht ihn mit Verkehrsregeln ab, um Aufsichtsbehörden transparent darzulegen, wie das Fahrzeug Entscheidungen trifft.
Die Oxford Semantic Technologies, die aus dem Fachbereich Informatik der Universität Oxford hervorgegangen sind, wurden 2024 von Samsung übernommen. Ignite by Forvia Hella, ein Software-Tochterunternehmen des Automobilzulieferers Forvia Hella, wurde 2024 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Berlin. Die Partner sind der Ansicht, dass die derzeitigen Hersteller autonomer Fahrzeuge Schwierigkeiten haben, von Stufe L2 (teilweise Fahrerautomatisierung, der Fahrer trägt die rechtliche Verantwortung) auf die Stufen L3 (bedingte Fahrerautomatisierung, der Hersteller trägt die Verantwortung) und L4 (vollständige Fahrerautomatisierung) zu gelangen. Das Haupthindernis sei die Unfähigkeit, die Logik und den Prozess der Fahrzeugentscheidungen klar zu erläutern. Im Gegensatz zum maschinellen Lernen, das auf riesigen Datenmengen zur Mustererkennung basiert, nutzt die wissensbasierte KI Expertenwissen und logische Schlussfolgerungen, um nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen.
Die simulationsbasierte Software wurde mit OSTs RDFox entwickelt. Die Partner geben an, dass sie genauere und zuverlässigere Ergebnisse liefere als große Sprachmodelle. Die Lösung kann den Fahrzustand des Fahrzeugs in Echtzeit erfassen und mit Verkehrsregeln abgleichen, wodurch sichergestellt wird, dass jede Entscheidung logisch, rückverfolgbar und konform ist. Dies verkürzt die Entwicklungszyklen und beschleunigt die Zulassungsprozesse.
Dr. Felix Kortmann, Chief Technology Officer von Ignite by Forvia Hella, erläuterte: „Die Hella Ignite.Drive-Anwendung nutzt wissensbasierte KI, um Verkehrsvorschriften, die ursprünglich für das menschliche Verständnis geschrieben wurden, in maschinenlesbare Regelsätze zu übersetzen. Dies ermöglicht es Herstellern, deterministische Nachweise zu erbringen, dass das Fahrzeugverhalten sicher und konform ist, um die Anforderungen der europäischen Typgenehmigung zu erfüllen.“ Peter Crocker, CEO von OST, ergänzte: „Derzeit nutzen autonome Fahrzeuge KI, um im Straßenverkehr eine Reihe von Entscheidungen zu treffen – aber die Hersteller können derzeit nur schwer erklären, warum oder wie diese Entscheidungen zustande kommen. RDFox hilft, dieses große Hindernis zu überwinden. Wissensbasierte KI ermöglicht es uns, diese Entscheidungen zu sammeln und abzubilden sowie Schlussfolgerungen anzuwenden. Wir können genau verstehen, warum sich ein Fahrzeug auf eine bestimmte Weise verhält, und diese Daten nutzen, um dem Fahrzeug zu helfen, in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen.“ Professor Ian Horrocks von der Universität Oxford und Mitbegründer von OST, betonte: „Ein entscheidender Vorteil dieser Technologie ist die Rückverfolgbarkeit, d.h. jede Entscheidung kann auf die Regel und Logik zurückgeführt werden, die zu dieser Entscheidung geführt hat.“






