de.wedoany.com-Bericht: Am 14. Juli wurde im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina der erste kommerzielle Vertrag zur Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz unterzeichnet. Die Vertragsparteien sind H2A Bioenergia, SCGÁS und VOSSKO. Diese Zusammenarbeit bedeutet einen konkreten Schritt zur großflächigen Versorgung mit erneuerbarem Kraftstoff über die bestehende Gasverteilungs-infrastruktur des Bundesstaates.

Hintergrund dieser Vereinbarung ist, dass der brasilianische Biomethanmarkt noch immer weitgehend ungenutzt ist. Nach Angaben des brasilianischen Verbands für Abfallenergie (ABREN) werden derzeit weniger als 2 % des vorhandenen Produktionspotenzials genutzt.
Der Rohstoff für diesen Kraftstoff stammt aus der anaeroben Vergärung von Abfällen aus der Schweine-, Rinder- und Geflügelhaltung sowie aus der agroindustriellen Abfallwirtschaft. Nach der Reinigung und Qualitätskontrolle entspricht Biomethan in seinen technischen Eigenschaften fossilem Erdgas. Diese Kompatibilität ermöglicht es, den erneuerbaren Kraftstoff direkt über das bestehende Leitungsnetz zu transportieren und Erdgas zu ersetzen, ohne dass Endgeräte umgerüstet oder industrielle Prozesse angepasst werden müssen. Dadurch werden ländliche Abfälle, die bisher eine Umweltbelastung darstellten, in eine Energieressource umgewandelt.
Adilson Teixeira Lima, CEO von H2A Bioenergia, erklärte, dass die erstmalige Einspeisung von Biomethan in das Gasverteilungsnetz beweise, dass dieser Kraftstoff in Santa Catarina kommerziell realisierbar sei. Yuri Schmitke, Präsident von ABREN, sieht in diesem Vertrag eine mögliche Initialzündung für neue Projekte im Bundesstaat und prophezeit, dass dies der erste von vielen Verkaufsverträgen für Biomethananlagen sein werde, die Schweinegülle nutzen.
Im Bundesstaat Santa Catarina hat die Produktion von Biomethan einen besonderen Wert, da die Wertschöpfungskette tierischer Proteine sowie land- und viehwirtschaftliche Aktivitäten große Mengen an Abfällen erzeugen. Der Vergärungsprozess ermöglicht sowohl eine ordnungsgemäße Behandlung der Materialien als auch die dezentrale Produktion von erneuerbarem Kraftstoff. Neben industriellen Anwendungen wird Biomethan auch als praktikabler Weg zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs angesehen, da es schrittweise Diesel in Lkw-Flotten ersetzen kann, insbesondere in Betriebsszenarien mit festen Routen und vorhandener Tankinfrastruktur. Der Prozess erzeugt zudem agronomisch wertvolle Biodünger, die auf die Felder zurückgeführt werden können, wodurch ein vollständiger Kreislauf der Abfallverwertung entsteht: Organische Stoffe erzeugen erneuerbaren Kraftstoff und liefern gleichzeitig Nebenprodukte, die für die land- und viehwirtschaftliche Produktion geeignet sind.






