de.wedoany.com-Bericht: Das erste nanotechnologische Labor Argentiniens, das sich auf den Bergbau spezialisiert hat, wurde an der Nationalen Universität von San Juan (UNSJ) offiziell in Betrieb genommen. Das Labor gehört zum Institut für Bergbauforschung der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und soll die Brücke zwischen modernster Wissenschaft und den Produktions- und Umweltanforderungen des Bergbaus schlagen. Das Team wird von Dr. Ariel Maratta geleitet, mit Andrés Azcona (Bachelor) als stellvertretendem Leiter, und arbeitet gemeinsam daran, San Juan zu einem international anerkannten Zentrum für technologische Innovation zu machen.
Die Gründung des Labors begann 2018 mit einem grundlegenden Forschungsprojekt, das sich zunächst auf die Entwicklung neuer Materialien für die chemische Analyse von Bergbauelementen konzentrierte. Aufgrund der herausragenden Qualität der Forschungsergebnisse expandierte das Projekt schnell und brachte wissenschaftliche Publikationen mit hohem Impact sowie Innovationspreise hervor. Anschließend integrierte das Team Nanotechnologie in das Graduiertenstudium und betreute Doktorarbeiten mit Fokus auf industrielle Anwendungen wie Abwasserbehandlung. Das Team wurde daraufhin Teil des Netzwerks der Argentinischen Stiftung für Nanotechnologie (FAN) und als das erste Forschungsteam Argentiniens anerkannt, das Nanotechnologie im Bergbau einsetzt. Mit mehreren wettbewerbsfähigen Forschungsförderungen sowie der Unterstützung des Dekans der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und des Sekretariats für Wissenschaft und Technologie von San Juan konnte das Team schließlich diese spezielle Einrichtung für die Synthese und Charakterisierung von Nanomaterialien aufbauen.
Das Labor arbeitet auf der Grundlage von vier strategischen Säulen: wissenschaftliche und akademische Ausbildung, Wissensgenerierung, technologische Innovation sowie innovative Dienstleistungen. Das Team besteht derzeit aus 13 Forschern, darunter Laborexperten und interdisziplinäre Mitarbeiter. Das Team hat ein Kapitel für ein internationales Nanotechnologie-Buch verfasst und dient als Ausbildungszentrum für fortgeschrittene Bachelor- und Doktoranden. Das Labor bietet dem Privatsektor mehrere Dienstleistungen an, darunter technische Validierung, maßgeschneiderte Materialsynthese, Fachschulungen und Innovationsberatung.
Zu den konkreten Projekten zählt als Spitzenergebnis des Labors ein superparamagnetisches Nanomaterial für die Abwasserbehandlung, das gleichzeitig mehrere Metalle adsorbieren kann und mithilfe eines externen Magneten eine Abtrennung vom Wasser ermöglicht – ohne Filter oder Zentrifugen, schneller und kosteneffizienter. Das Team arbeitet mit einem Bergbauunternehmen im Nordwesten Argentiniens zusammen, um diese Technologie auf den Pilotanlagenmaßstab zu skalieren. Darüber hinaus entwickelt das Labor in Zusammenarbeit mit der Katholischen Universität Nordchiles eine magnetische Trenntechnologie zur Rückgewinnung und Abtrennung von Kupfer aus Laugungslösungen, mit dem Ziel, den Prozess zu vereinfachen, den Wasserverbrauch zu reduzieren und den Chemikalieneinsatz zu verringern. Das von Dr. Brian Carrizo geleitete NanoDus-Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung von Nanokompositen zur Unterdrückung von Staub auf Bergbaustraßen.
Die im Labor entwickelte Nanotechnologie wird auch auf andere Industriezweige ausgeweitet. Das Team arbeitet mit dem lokalen Unternehmen Maxicolor an der Entwicklung extrem hitzebeständiger Beschichtungen und mit Bosque Urbano an der Entwicklung von recyceltem Kunststoff mit korrosionsbeständigen Eigenschaften. Darüber hinaus treibt das Labor Kooperationsvereinbarungen mit Biotermal und CCO Nano Solutions voran, um neue Technologien im Bergbau zu validieren und zu entwickeln.
Dr. Ariel Maratta ist der Ansicht, dass Nanotechnologie entscheidend zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks des Bergbaus beiträgt, da die verwendeten Nanomaterialien hunderte Male wiederverwendet werden können und so die Kreislaufwirtschaft fördern. Er betont, dass Innovation es der Industrie ermöglicht, sich an immer strengere Umweltauflagen anzupassen. Das Labor hat bereits staatliche Projektförderung erhalten und das Interesse von Kunden aus den USA und Kanada geweckt.









