Datenzentrumskapazität in Nordostitalien beträgt nur 48 Megawatt – weniger als ein Achtel der Lombardei
2026-07-15 10:14
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de.wedoany.com-Bericht: Die Region Nordostitalien verfügt über eine starke technologische Lieferkette in den Bereichen Kühlsysteme für Datenzentren, Flüssigkühlgeräte und ähnliche Fertigungen, hinkt jedoch beim Bau großer Datenzentren-Infrastruktur deutlich hinterher. Unternehmen der Region produzieren Kältemaschinen, Geräte und Komponenten für Datenzentren weltweit, konnten jedoch keine Hyperscale-Datenzentrumsprojekte anziehen. Diese industrielle Struktur, bei der man „für andere die Kastanien aus dem Feuer holt", hat vor Ort Überlegungen über mangelnde Koordination der Industriepolitik ausgelöst.

Data4 Campus Hanau, Datenzentrum-Investition, Energiegenehmigung für italienische Datenzentren, EdgeConneX Campus Italia

Daten zufolge gab es in der Region Triveneto in Nordostitalien bis Juni 2026 insgesamt 33 Datenzentren, ein Anstieg von 57 % gegenüber 21 Standorten zwölf Monate zuvor. Dieses Wachstum basiert jedoch auf einer kleinen Basis: Die Gesamtzahl der Einrichtungen in der Region beträgt nur ein Drittel der 91 Standorte im Großraum Mailand. Ein noch wichtigerer Indikator ist die installierte Leistung: Die gesamte nordöstliche Region (einschließlich Emilia-Romagna) liegt bei etwa 48 Megawatt, während allein die Lombardei über 414 Megawatt und Italien insgesamt 609 Megawatt aufweist. Dies bedeutet, dass die seit langem als Industriemotor bezeichnete nordöstliche Region weniger als ein Achtel der Datenzentrumskapazität der Lombardei hat. Gleichzeitig hat sich Mailand zu einem europäischen Datenzentrum-Hub entwickelt und wird voraussichtlich etwa 23 % der erwarteten Investitionen auf dem Kontinent anziehen.

Die im Dezember 2025 verzeichneten Anträge auf Hochspannungsanschlüsse zeigen weitere Kapitalströme. Von den landesweit beantragten 69,1 Gigawatt entfielen 34,9 Gigawatt auf die Lombardei, gefolgt von Piemont (11,7 GW), Latium (7,1 GW) und Apulien (3,9 GW). Venetien lag bei nur 2,9 GW, Emilia-Romagna bei 2,7 GW, Friaul-Julisch Venetien bei 1,8 GW und Trentino-Südtirol bei 0,1 GW. Die Absichten der Investoren sind klar auf andere Regionen gerichtet.

Der Nordosten mangelt es nicht an technologischer Stärke. Unternehmen wie Carel, HiRef, Vertiv, Dba Group, BeanTech und Lu-Ve belegen die globale Marktzugangsfähigkeit der lokalen Lieferkette. Beispielsweise wächst HiRef mit nahezu wasserlosen Flüssigkühlsystemen und bereitet neue Fabriken in Mexiko und Indien vor. Das Problem liegt darin, dass die Entstehungsorte der relevanten Technologien und der Bedarf an Skalierung oft anderswo organisiert sind.

Betreiber nennen als spezifische Faktoren, die die Ansiedlung großer Campusse behindern, Konnektivität und Energie. Große Seekabel landen hauptsächlich in Genua und Apulien; der nördlichen Adria fehlt ein ähnliches Backbone. Gleichzeitig sank die Stromerzeugung in Venetien zwischen 2000 und 2024 um 49,4 %; in Friaul-Julisch Venetien zwischen 2020 und 2024 um 43,5 %; im gleichen Zeitraum stieg die Nachfrage um 9,1 %. Zudem schrecken unsichere Genehmigungszeiten und institutionelle Fragmentierung Investoren ab. Ein großer Investor sucht Vorhersehbarkeit, einschließlich Stromversorgung, Anschlusszeitpunkt und Genehmigungsfristen.

Analysen zufolge sollte die Region nicht versuchen, durch Nachahmung des Mailänder Modells aufzuholen, sondern eine multi-zentrische Plattform aufbauen: Industriedatenzentren und Edge Computing für fortschrittliche Fertigung, Logistik, Häfen, Gesundheitswesen, Forschung, Raumfahrt, Verteidigung und Künstliche Intelligenz; die Infrastruktur verteilt sich auf die wichtigsten Produktionszentren und ist mit Universitäten und der technologischen Lieferkette verbunden. Jeder Standort sollte streng ausgewählt werden, Anreize sollten die Nutzung von Brachflächen, Wärmerückgewinnung, geschlossene Kühlkreisläufe, neue erneuerbare Kapazitäten und die Integration lokaler Lieferketten belohnen. Schätzungen zufolge erfordert jeder Megawatt Datenzentrum eine Investition von 10 bis 15 Millionen Euro. Betreiber geben jedoch an, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren keine Hyperscale-Projekte im Nordosten zu erwarten sind. Dies spiegelt die Folgen jahrelanger Behandlung von Energie, digitalen Netzen, produktiver Urbanisierung und Investitionsanziehung als getrennte Angelegenheiten wider.

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