de.wedoany.com-Bericht: Die Regierung von Trinidad und Tobago hat mit Ernst & Young (EY) und Hummingbird AI Holdings eine Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet, um auf dem Doppelinselstaat eine Rechenzentrumskapazität von insgesamt 800 Megawatt zu entwickeln.

Diese ersten digitalen Infrastruktur-Entwicklungsabkommen wurden von Premierministerin Kamla Persad-Bissessar unterzeichnet und umfassen Vorschläge der beiden US-amerikanischen Unternehmen Ernst & Young und Hummingbird AI Holdings. Die genannten Projekte sollen zusammen mit dem Umbauplan eines Stahlwerks in Point Lisas in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von insgesamt 5 Milliarden US-Dollar anziehen und über 5.000 Arbeitsplätze schaffen.
Gemäß der Vereinbarung mit Ernst & Young wird das Unternehmen gemeinsam mit einem Drittentwickler ein 300-Megawatt-Rechenzentrum errichten und gleichzeitig einen Rahmen für die Zusammenarbeit bei großen Rechenzentren und deren begleitender Infrastruktur schaffen. Die zweite Absichtserklärung mit Hummingbird AI Holdings sieht den Bau eines 150-Megawatt-KI-Rechenzentrums vor, dessen Kapazität langfristig auf 500 Megawatt steigen soll. Das Projekt folgt einem beschleunigten Zeitplan, wobei der erste kommerzielle Betrieb für das erste Quartal 2028 angestrebt wird.
Die Ankündigung hat Bedenken hinsichtlich der Wasserversorgungskapazität geweckt. Trinidad und Tobago leidet aufgrund alternder Infrastruktur und reduzierter Lieferungen der Wasser- und Abwasserbehörde (Water and Sewerage Authority, WASA) während Trockenperioden häufig unter Versorgungsunterbrechungen. Laut Berichten des Trinidad and Tobago Guardian erklärte der Minister für öffentliche Versorgung, Barry Padarath, dass die Rechenzentren keine negativen Auswirkungen auf die Wassersicherheit des Landes haben werden. Er wies darauf hin, dass Debe als Sonderwirtschaftszone für digitale Infrastruktur in Betracht gezogen wird. Die anfängliche Wasserversorgung der Rechenzentren erfolgt aus künstlichen Teichen, letztlich ist jedoch der Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage erforderlich, um die Wassersicherheit für die Rechenzentren sowie für Wohn- und Gewerbenutzer zu gewährleisten. Padarath erläuterte, dass ein Hybridsystem zum Einsatz kommen wird, bei dem zunächst die vorhandenen Teiche genutzt und bei Bedarf die Entsalzungsanlage in Betrieb genommen wird. Der Wasserbedarf dieser Rechenzentren werde die Wasserversorgung von WASA für Gewerbe- und Wohnkunden keinesfalls beeinträchtigen.
Im Bereich der Stromversorgung wird für den Solarmarkt von Trinidad und Tobago ein rasches Wachstum erwartet. Laut Daten des Marktforschungsinstituts Research and Markets verfügte das Land bis 2024 über eine installierte Solarkapazität von 8,37 Megawatt, die bis 2029 voraussichtlich auf 336,24 Megawatt ansteigen wird. Das Potenzial für kohlenstoffarme Energie könnte Rechenzentrumsbetreiber anziehen, doch da die erste Anlage für 2028 geplant ist, bleibt die größte Herausforderung der schnelle Aufbau der notwendigen Wasser- und Strominfrastruktur, um die geplante Marktexpansion zu unterstützen.










