Sabanto treibt Nachrüstung von Traktoren für autonomes Fahren voran
2026-07-20 16:39
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de.wedoany.com-Bericht: Das US-amerikanische Agrar-Autonomie-Technologieunternehmen Sabanto gab kürzlich den Abschluss einer überzeichneten Serie-B-Finanzierungsrunde bekannt. Diese Runde wurde von Leaps by Bayer, der Impact-Investment-Abteilung von Bayer, angeführt, mit Beteiligung von Sustainable Forward Capital, InnoVenture Iowa, Fulcrum Global Capital, DCVC und Yara. Weder Sabanto noch Bayer haben den genauen Finanzierungsbetrag bekannt gegeben. Das Unternehmen gab an, dass die neuen Mittel für den Ausbau der Kommerzialisierung und des Händlernetzes, die Steigerung der Produktionskapazität der Nachrüstungskits für autonomes Fahren, die Verbesserung der KI- und autonomen Betriebssoftware sowie die Stärkung des Kundensupports und der Feldbetriebsfähigkeiten verwendet werden sollen. In den nächsten 12 Monaten plant Sabanto, das System auf Hunderte neuer Farmen auszuweiten.

Anstatt völlig neue führerlose Traktoren zu entwickeln, hat Sabanto einen Weg gewählt, der näher am Bestandsmarkt liegt: Durch die Nachrüstung von Sensoren, Fahrzeugsteuerungssystemen und Software werden vorhandene Traktoren der Landwirte in autonome Arbeitsgeräte umgewandelt. Das 2018 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Ames, Iowa, USA, bietet ein Nachrüstsystem für autonomes Fahren auf dem Aftermarket an, das Traktoren in die Lage versetzt, Aufgaben wie Aussaat, Bodenbearbeitung und Mähen autonom durchzuführen. Farmmanager können über Computer, Tablets oder Mobiltelefone Feldgrenzen festlegen, Arbeitsrouten planen, den Gerätestatus einsehen und Abweichungswarnungen erhalten. Das System besteht hauptsächlich aus hochpräziser Satellitenortung, Kameras, Hinderniserkennung, Fahrzeugsteuerungskomponenten und einer Fernverwaltungsplattform. Sabanto unterstützt derzeit einige John Deere- und Kubota-Traktoren und plant, die Palette der kompatiblen Modelle weiter zu erweitern. Der Gründer und CEO Craig Rupp erklärte, dass die Nachrüstlösung in einigen Szenarien den Landwirten helfen könne, die Kapitalausgaben für Geräte um etwa 70 % zu senken. Dieser Prozentsatz hänge jedoch von den vorhandenen Geräten des Betriebs, dem Arbeitsumfang und der Konfigurationslösung ab und sei nicht direkt auf alle Betriebe übertragbar.

Sabanto plädiert dafür, mit kleinen und mittleren Traktoren die effektive tägliche Arbeitszeit zu verlängern, anstatt sich für die Automatisierung auf immer größere Landmaschinen zu verlassen. Quint Pottinger, Betreiber von Affinity Farms in Kentucky, nutzt nach der Einführung des Sabanto-Systems einen Traktor mit etwa 135 PS und eine schmalere Sämaschine für die Arbeit. Bei einer Winteraussaat bewirtschaftete der Betrieb mit einer 15-Fuß-Direktsaatmaschine autonom etwa 500 Acres Weizen, Roggen und Gerste. Der Betreiber konnte die Sätiere, den Saatgutverbrauch und den Gerätestatus aus der Ferne überwachen. Dies verdeutlicht die Kernlogik von Sabanto: Der Wert des autonomen Fahrens liegt in der Reduzierung von Stillstandszeiten und personellen Einschränkungen, sodass die Geräte während der kritischen landwirtschaftlichen Saison länger laufen können.

Um die Einstiegshürde für Landwirte zu senken, arbeitet Sabanto verstärkt an der Kompatibilität mit bestehenden Präzisionslandwirtschaftsgeräten. Das Unternehmen hat die Integration mit Säüberwachungssystemen wie Precision Planting und DICKEY-john abgeschlossen. Während des autonomen Betriebs des Traktors können die Landwirte weiterhin den Saatgutfluss, die Sätiere, den Status der Reiheneinheiten und die Ausbringung von Betriebsmitteln einsehen. Sabanto treibt auch die technische Integration mit Verdant Robotics voran, sodass nachgerüstete Traktoren Präzisionsausbringgeräte ziehen können, die ihre Fahrgeschwindigkeit und Gerätehöhe basierend auf der Erkennung von Pflanzen und Unkraut automatisch anpassen.

Derzeit wird das Sabanto-System in den USA, Kanada und Australien eingesetzt. Einige Betriebe beginnen, mehrere autonome Geräte gleichzeitig zu verwalten. Nach Abschluss dieser Finanzierungsrunde wird das Unternehmen die Produktion der Nachrüstkits und das Händlernetz weiter ausbauen sowie die Installations-, Inbetriebnahme-, Geräteanpassungs- und Fernservicefähigkeiten stärken.

Paimun Amini, Vice President für Agrar-Risikokapital bei Leaps by Bayer, erklärte, dass die Landwirte derzeit Lösungen benötigen, die die Effizienz steigern, ohne hohe Kapitalausgaben zu erfordern. Das Nachrüstmodell von Sabanto biete einen relativ pragmatischen Einführungspfad für das autonome Fahren in der Landwirtschaft. Die fortgesetzte Beteiligung von Yara an der Finanzierung stehe auch im Einklang mit deren Ausrichtung in den Bereichen Präzisionsdüngung, Betriebsmitteleffizienz und landwirtschaftliche Automatisierung. Derzeit bilden sich im Bereich des autonomen Fahrens in der Landwirtschaft hauptsächlich zwei Wege heraus: Erstens die Entwicklung völlig neuer autonomer Traktoren oder unbemannter Arbeitsplattformen durch Landmaschinenhersteller auf Gesamtmaschinenebene; zweitens der Weg der Nachrüstung vorhandener Traktoren auf dem Aftermarket, wie ihn Sabanto repräsentiert. Die aktuelle Finanzierungsrunde von Sabanto zeigt, dass landwirtschaftliche Automatisierung nicht zwangsläufig nur durch den Kauf teurer neuer Maschinen erreicht werden muss. Für Betriebe, die die Nutzungsdauer ihrer vorhandenen Geräte verlängern, den Arbeitskräftemangel mildern und die Kapitalausgaben kontrollieren möchten, wird die autonome Nachrüstung vorhandener Traktoren zu einer weiteren Option.

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