de.wedoany.com-Bericht: Die Buckingham Canal Society (BCS) fordert Regierungsbehörden und Anglian Water auf, die Sanierung des historischen Kanals offiziell in den Regionalen Wasserressourcen-Managementplan 2029 (WRMP29) aufzunehmen und ihn gleichrangig mit bedeutenden Infrastrukturprojekten voranzutreiben. Die Gesellschaft ist der Ansicht, dass historische Wasserwege sich erneut zu klimaresilienter Infrastruktur von nationaler Bedeutung entwickeln.

Der Appell der Wohltätigkeitsorganisation erfolgt, während weite Teile Englands von Dürre betroffen sind und der Füllstand der nationalen Stauseen auf 72 % gesunken ist – fast 10 % unter dem langjährigen Durchschnitt.
Die BCS schlägt vor, dass die Sanierung des Buckingham Arms des Grand Union Canal zwischen Cosgrove und Buckingham einen energiearmen, gravitationsgetriebenen Wassertransportkorridor zwischen dem Ouse Valley und der Wasserressourcenregion Mid-Shires schaffen könnte, was das von Anglian Water vorgeschlagene Konzept eines 30 Meilen langen Wassertransportkorridors im Ouse Valley direkt unterstützen würde.
Die Gesellschaft verweist darauf, dass für derartige Konzepte bereits bestehende Kanalwasserübertragungsprojekte als Referenz dienen. Der Llangollen-Kanal in Wales soll seit 70 Jahren ununterbrochen täglich 60 Millionen Liter Wasser liefern und damit über 330.000 Menschen in Cheshire versorgen; auch der Vorschlag zur Wasserübertragung über die Cotswold Canals wird vorangetrieben.
Terry Cavender, Geschäftsführer der Buckingham Canal Society, erklärte, die Dürrelage sei ernst, doch die Lösungen existierten bereits. Projekte wie der Llangollen-Kanal hätten die Wirksamkeit der Kanalwasserübertragung bewiesen, und die Sanierung des Buckingham Arms könne durchaus Teil der Lösung sein. Er fügte hinzu, dass Kanäle nicht mit moderner Wasserinfrastruktur konkurrierten, sondern diese ergänzten. Die Ingenieure, die diese Wasserwege im 19. Jahrhundert bauten, hätten die Knappheit von Wasserressourcen verstanden; die heutige Aufgabe bestehe nicht darin, Kanäle neu zu erfinden, sondern sie direkt in die moderne Klimaresilienzplanung zu integrieren.
Die Gesellschaft weist darauf hin, dass der Nutzen der Kanalsanierung über die Wassersicherheit hinausgeht: Sie kann bei extremen Niederschlägen als Hochwasserpuffer dienen, natürliche Feuchtgebiets-Wasserfilterung bieten, Industrie mit nicht trinkbarem Wasser versorgen und durch begleitenden Kiesabbau sekundäre Stauseebecken bilden, die die Wohnbauentwicklung Oxford-Cambridge unterstützen.
Die BCS hat zudem einen vorgeschlagenen Wasserübertragungsplan für den Grand Union Canal offengelegt, der täglich bis zu 115 Millionen Liter Wasser von Birmingham über den Coventry-Kanal, den Oxford-Kanal und den Grand Union Canal transportieren soll, um den Wassermangel in den südöstlichen Versorgungsgebieten zu lindern; dieser befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren für eine Development Consent Order. Ähnliche Wasserübertragungsprojekte werden auch an anderen Orten in Großbritannien vorangetrieben, darunter regionale Korridore wie die Fossdyke and Witham Navigations und der Gloucester & Sharpness Canal.
Rund um den Vorschlag für den Buckingham Arm formiert sich parteiübergreifende parlamentarische Unterstützung. Die Labour-Abgeordneten Callum Anderson und Chris Curtis haben den strategischen Infrastrukturwert des Projekts anerkannt, während die konservativen Abgeordneten Blake Stephenson und Stuart Andrew innovative Wasserversorgungslösungen wie die Kanalsanierung unterstützen. Die konservative Abgeordnete Sarah Bool plant, am Donnerstag, dem 6. August, den Standort in Cosgrove zu besichtigen, um den Vorschlag zu begutachten.
Die BCS fordert nun gemeinsame Investitionen für die erste Phase der Sanierungsarbeiten sowie detaillierte hydrologische Modellierungen. Anglian Water hat bislang nicht auf Anfragen um Stellungnahme reagiert.









