de.wedoany.com-Bericht: Bei der Diskussion über die Tarifprüfung von Gaspipelines wird eine Prämisse häufig wiederholt: Rechtssicherheit bedeutet nicht, dass die Regulierung unverändert bleibt, sondern dass die Prinzipien respektiert werden, die das regulatorische Handeln leiten. In der derzeit dringendsten Debatte des brasilianischen Gasmarktes spiegelt sich dieses Prinzip in der Tarifprüfung der Altverträge für Gaspipelines wider.

Die brasilianische Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) beabsichtigt, bei der Tarifprüfung der Altverträge für die Erdgasfernleitungsnetze im Südosten und Nordosten die Methode des zurückgewonnenen Kapitals (RCM) zur Berechnung der Transporttarife anzuwenden. Diese Prüfung resultiert aus dem sukzessiven Auslaufen dieser Altverträge, die von den Transportunternehmen übernommen wurden. Die Position der ANP ist, dass RCM für Altverträge keinen regulatorischen Bruch darstellt, wie die Transportunternehmen behaupten, sondern eine Methode, die im Rahmen der Regulierung eine angemessene Kapitalrendite mit wirtschaftlicher Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Tarifmäßigung in Einklang bringen kann.
Wenn man RCM aufgibt und die bisherige Vorgehensweise beibehält, würden Ungerechtigkeiten mindestens weitere zehn Jahre andauern, und die Verbraucher würden weiterhin für Investitionen zahlen, die bereits Rendite erbracht haben. Sollte sich die Position der Transportunternehmen durchsetzen, würde sich die Doppelbelastung aus vergangenen Zyklen bis in den Zeitraum 2026–2030 fortsetzen, wobei der kumulierte Betrag, der den Verbrauchern bis Ende 2030 doppelt berechnet wird, rund 20 Milliarden Real erreichen könnte.
Diese Einschätzung stützt sich auf internationale Vergleiche. Vergleicht man NTS und TAG mit angemessen regulierten Übertragungsnetzbetreibern (TSO), so liegt deren Ebitda/km.rede weit über dem der europäischen, US-amerikanischen und kanadischen Pendants, in einigen Fällen um das 20-fache höher. Trotz der bereits vorliegenden Belege für eine übermäßige Kapitalrückgewinnung lehnt der Verband der Erdgastransportunternehmen (ATGás) die Anwendung von RCM mit der Begründung ab, dass diese Methode international nur wenig verwendet werde, ohne jedoch alternative Vorschläge zur Vermeidung der Fortsetzung der Doppelbelastung zu unterbreiten.









