DLR und Siemens erhalten 3 Millionen Euro für gemeinsame Entwicklung von Pods4Rail
2026-08-10 13:57
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de.wedoany.com-Bericht: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat gemeinsam mit Siemens Mobility und europäischen Partnern das automatisierte Mobilitätskonzept Pods4Rail entwickelt, das den Schienenverkehr mit dem Straßennetz und Seilbahnnetzen zu einem integrierten System verbinden soll. Das modulare System kombiniert standardisierte Kabinen (Pods) für den Personen- und Gütertransport mit mobilen Tragmodulen, die mit modusspezifischen Fahrwerken, Antrieben, Stromversorgungen und technischen Subsystemen ausgestattet sind.

Modulares Konzept bringt Schienen- und Straßenverkehr näher zusammen

Das Projekt wird von Siemens Mobility koordiniert; die 15 beteiligten Institutionen stammen aus sieben europäischen Ländern und werden über die Gemeinsame Unternehmung Europe's Rail und das Forschungsprogramm Horizont Europa mit rund 3 Millionen Euro gefördert. Das DLR bringt als wichtigster Forschungspartner technisches Know-how aus fünf Instituten der Entwicklungs- und Lieferkette für Schienen- und Straßenfahrzeuge ein.

Die Kernarchitektur basiert auf „Super-Intermodalität", die einen nahtlosen End-to-End-Transport über mehrere Verkehrsträger hinweg ermöglicht, ohne dass Fahrgäste und Güter zwischen den Kabinen umsteigen müssen. Im tatsächlichen Betriebsablauf starten die Kabinen zunächst auf Straßentragmodulen in ländlichen oder feinmaschigen Gebieten, werden an intermodalen Knotenpunkten automatisch auf Schienentragmodule umgesetzt, absolvieren gemeinsam mit anderen Kabinen lange Strecken im Schienennetz und nutzen die Hauptschieneninfrastruktur als hochkapazitives, energieeffizientes Rückgrat des Systems. Die Forschung bewertete auch die physische und betriebliche Integration von Seilbahnnetzen in den Umschlagsrahmen.

Manuel Osebek, Projektleiter am DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte, erklärte, das Ziel von Pods4Rail sei die Bereitstellung eines Tür-zu-Tür-Mobilitätsdienstes, bei dem Fahrgäste und Güter während der gesamten Reise in derselben Kabine bleiben und je nach Bedarf zwischen verschiedenen Tragmodulen umgesetzt werden. Neben der Fahrzeugarchitektur analysierte die Forschung auch die Verbindungsmechanismen zwischen Kabine und Tragmodul, Automatisierungsprotokolle, die erforderliche Bodeninfrastruktur und digitale Betriebskonzepte.

In der ersten Forschungsphase wurden bestehende intermodale Systeme und potenzielle Anwendungen bewertet, wobei technische Leistungsparameter, Nutzerakzeptanz, Barrierefreiheit, Umweltkennzahlen und wirtschaftliche Machbarkeit untersucht wurden. Das DLR führte Nutzerbefragungen durch und erstellte Benchmark-Tests bestehender Fahrzeugkonzepte, um die Systemanforderungen abzugrenzen. Das Projekt identifizierte mehr als 20 potenzielle Anwendungen und etablierte acht Geschäftsszenarien, die bedarfsgesteuerte Personenverkehre auf unterausgelasteten Regionalstrecken, Paket- und Kurierlogistiknetze sowie mobile medizinische Einrichtungen abdecken. Diese Betriebsprofile legten die technischen Basisspezifikationen für Kabinen, Tragmodule, automatische Handhabungsmechanismen und das Gesamtverkehrsmanagementsystem fest.

Das DLR ist dafür verantwortlich, die Systemanforderungen in technisch realisierbare Fahrzeugkonzepte umzusetzen. Die Forschungsschwerpunkte umfassen leichte modulare Fahrzeugstrukturen, thermische Klimatisierung in der Kabine, Energieverbrauchsprofile sowie die physischen Schnittstellen zwischen Fahrwerk und Kabine, einschließlich der Kommunikation zwischen Fahrzeugen (V2V) und zwischen Fahrzeug und Infrastruktur (V2I) sowie der Integration in das Verkehrsmanagement. Auf regulatorischer Ebene bewertete das DLR Genehmigungsverfahren, Sicherheitsstandards und funktionale Anforderungen im Straßen- und Schienenbereich; diese Parameter flossen direkt in die technische Auslegung von Personentransportkabinen, Frachtcontainern, Tragplattformen sowie automatischen Verriegelungs- und Umsetzmechanismen ein.

Das Pods4Rail-Framework bildet die Grundlage für eine flexible Infrastrukturnutzung und die Integration mehrerer Verkehrsträger, insbesondere für bedarfsgesteuerte Dienste auf regionalen Nebenstrecken. Die Projektergebnisse bieten einen Ausgangspunkt für die weitere Komponentenverfeinerung und großflächigere Tests, um Fragen der regulatorischen Zulassung, wirtschaftlichen Machbarkeit und Netzintegration zu lösen. Die Folgeentwicklung wird im Nachfolgeprojekt PREFER (Pods and Regional Flexible Efficient Rolling Stock) fortgeführt.

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