Zwei belgische Hersteller erweitern mit drei neuen EOS-Anlagen ihre metallbasierte 3D-Druckkapazität
2026-08-14 16:11
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de.wedoany.com-Bericht: Zwei belgische Dienstleister für additive Fertigung haben kürzlich ihre Kapazitäten im Bereich des metallbasierten 3D-Drucks ausgebaut und sind dabei mit dem deutschen Anlagenhersteller EOS in Berührung gekommen. AnyShape hat in seinem Werk zwei neue EOS M 400-4-Systeme installiert; Materialise plant, noch vor Ende dieses Jahres eine EOS M4 Onyx in seinem Metall-Kompetenzzentrum in Bremen, Deutschland, in Betrieb zu nehmen. Diese beiden Investitionen fallen jeweils in Belgien und Deutschland – zwei Länder, die zugleich zwei Seiten der europäischen Metall-Additivfertigungsindustrie repräsentieren.

In der europäischen Landschaft der Metall-Additivfertigung geht der Einfluss Belgiens vor allem von Dienstleistern aus – Unternehmen, die Teile für andere drucken, statt selbst Anlagen herzustellen; Deutschland hingegen ist Sitz von EOS und beherbergt den Großteil der Additivfertigungs-Hardware in der Region, wobei auch das eigene Dienstleistungsgeschäft wächst. Dass nun in beiden Ländern jeweils neue EOS-Anlagen in Betrieb gehen, veranschaulicht gleichzeitig beide Seiten dieser Struktur.

AnyShape mit Sitz in Villiers-le-Bouillet in der belgischen Region Wallonien hat zwei neue EOS M 400-4-Systeme installiert, um seine Metall-Additivfertigungskapazitäten für Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsprojekte zu erweitern. Jede der neuen Anlagen ist mit vier 400-Watt-Lasern ausgestattet und bietet ein Bauraumvolumen von 400 × 400 × 400 mm, was Produktivität, Reproduzierbarkeit und die Fähigkeit zur Fertigung großer, komplexer Metallbauteile vereint. Laut Unternehmensangaben sind die beiden Systeme entsprechend den Anforderungen mehrerer laufender Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsprojekte konfiguriert und können Aluminiumlegierungen einschließlich Scalmalloy, Titanlegierungen für große Hochleistungsbauteile sowie industrielle Serienproduktionen mit hohen Anforderungen an Konsistenz und Reproduzierbarkeit verarbeiten. Derzeit durchlaufen die beiden Anlagen gemeinsam mit mehreren Erstausrüster-Kunden (OEM) die Qualifizierung.

AnyShape wurde 2016 von zwei Materialwissenschaftlern gegründet und verfügt über Zertifizierungen nach ISO 9001, EN 9100 und ISO 13485 im Bereich der additiven Fertigung mit Metallen, Kunststoffen und Verbundwerkstoffen. Zur Kundenliste gehören unter anderem die Airbus Group, Airbus Defense and Space, die Safran Group, ArianeGroup, OHB, Thales, Sonaca, SABCA und die Europäische Weltraumorganisation (ESA). Anfang dieses Jahres wurde das Unternehmen von Airbus Defense and Space ausgewählt, um strukturelle mechanische Bauteile aus Scallamalloy zu fertigen – eine der Anwendungen, die mit den neuen EOS-Systemen unterstützt werden sollen. Diese Investition festigt die Position von AnyShape als One-Stop-Partner für additive Fertigung weiter, dessen Leistungen den gesamten Prozess von Design über Prozessentwicklung, Produktion, Nachbearbeitung bis hin zur Prüfung abdecken.

Materialise mit Hauptsitz im belgischen Löwen (Leuven) betreibt die größte Additivfertigungskapazität an einem einzigen Standort in Europa. Das Unternehmen finanziert die EOS-Anlagen selbst und plant, noch vor Ende dieses Jahres eine EOS M4 Onyx in seinem Metall-Kompetenzzentrum (Metal Competence Center) in Bremen in Betrieb zu nehmen. Als Nachfolgemodell von EOS auf Basis der Plattformen M 400 und M 400-4 wurde die M4 Onyx auf der Formnext 2025 vorgestellt und ist mit sechs 400-Watt-Faserlasern sowie einem Bauraumvolumen von 450 × 450 × 400 mm ausgestattet. Laut EOS kann dieser Aufbau den Durchsatz gegenüber der Vorgängergeneration um bis zu 50 % steigern und die Bauteilkosten um 30 % senken. Materialise erklärte, dass die zusätzliche Kapazität und Präzision es dem Unternehmen ermöglichen werde, weiterhin Serienanwendungen in großem Maßstab für Kunden aus Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und anderen Industriezweigen zu liefern und gleichzeitig einen vollständigen Metall-3D-Druckservice von der Idee bis zum fertigen Bauteil anzubieten – einschließlich Design- und Engineering-Unterstützung, EN 9100-zertifizierter Produktion sowie Nachbearbeitungsoptionen.

Gemeinsam veranschaulichen diese beiden Investitionen die Arbeitsteilung in der Region: Belgische Dienstleister treiben die Nachfrage nach großformatigen Multilaser-Metallsystemen voran, während Deutschland über EOS sowohl die Hardware als auch die darauf aufbauenden Dienstleistungskapazitäten bereitstellt. Zusammen bilden die beiden Länder das Zentrum der europäischen Metall-Additivfertigung.

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