Großbritannien plant Milliardeninvestitionen in LNG-Importanlagen angesichts rückläufiger Nordseeförderung
de.wedoany.com-Bericht: Am 23. August hat sich die politische Debatte in Großbritannien über den Ausbau der LNG-Import- und Speicherkapazitäten intensiviert. Die britische Regierung prüft derzeit Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit durch schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheiten, Erdgasspeicheranlagen sowie grenzüberschreitende Pipeline-Upgrades; die damit verbundenen Investitionen könnten mehrere Milliarden Pfund erreichen.

Die am 18. August von der britischen Regierung veröffentlichte Zwischenantwort zur Konsultation über die Sicherheit der Gasversorgung zeigt, dass das britische Gassystem aufgrund rückläufiger Nordseeförderung ab 2030 in Szenarien wie extremen Wetterlagen oder Störungen der Importanlagen Versorgungsrisiken ausgesetzt sein könnte. Die Regierung prüft derzeit die Gewährung kommerzieller Unterstützung für Speicheranlagen, Gas-Interkonnektoren und schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheiten.
Der britische Festlandsockel befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Erschließungsstadium. Der Versorgungssicherheitsbericht 2025 der britischen Regierung geht davon aus, dass die inländische Offshore-Gasförderung um etwa 12 % pro Jahr zurückgehen wird und der Anteil importierten Gases an der Versorgungsstruktur weiter steigen wird. Die britische Regierung hält an ihrer Politik fest, keine neuen Öl- und Gasexplorationslizenzen zu vergeben, plant jedoch, über Übergangsenergiezertifikate die Erschließung von Ressourcen rund um bestehende Öl- und Gasanlagen in Verbindung mit der vorhandenen Infrastruktur zu unterstützen.
Die Handelskammer von Aberdeen und Grampian ist der Ansicht, dass der Ausbau der LNG-Importkapazitäten die Abhängigkeit Großbritanniens von Übersee-Lieferungen erhöhen würde, und spricht sich für die Fortführung der Öl- und Gasprojekte in der Nordsee aus. Die Organisation fordert zudem die Abschaffung der Energiegewinnsteuer. Derzeit beträgt die nominale Steuerbelastung für vorgelagerte Öl- und Gasunternehmen in Großbritannien unter Berücksichtigung der Energiegewinnsteuer und weiterer Steuern bis zu 78 %.
Die Kontroverse konzentriert sich auf die beiden noch ausstehenden Projekte Jackdaw und Rosebank. Der Projektentwickler Adura erwartet, dass die beiden Projekte zusammen Investitionen von rund 10,8 Milliarden Pfund umfassen und nach Inbetriebnahme etwa 10 % der inländischen Gasförderung Großbritanniens beitragen können. Die britische Regierung hingegen vertritt die Auffassung, dass der Rückgang der Nordseeförderung hauptsächlich durch den Reifegrad der Ressourcen bestimmt wird und neue Explorationslizenzen den langfristigen Abwärtstrend der Förderung kaum umkehren könnten. Derzeit haben beide Projekte die öffentliche Konsultation abgeschlossen; sie müssen jedoch noch Umweltverträglichkeitsprüfungen und behördliche Genehmigungsverfahren durchlaufen.
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