35-Megawatt-Power-to-Heat-Anlage im Chemiepark Leuna offiziell in Betrieb genommen

2026-09-03 16:49
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de.wedoany.com-Bericht: Die deutsche InfraLeuna hat im Chemiepark Leuna in Sachsen-Anhalt offiziell eine 35-Megawatt-Power-to-Heat-Anlage in Betrieb genommen. Das Kernstück ist ein 35-Megawatt-Elektrodenkessel, der in die bestehende Energieinfrastruktur des Chemieparks integriert wurde. Er wandelt elektrische Energie in überhitzten Prozessdampf um und speist diesen in das Dampfnetz des Chemieparks ein. Die maximale Dampfkapazität beträgt 45 Tonnen pro Stunde.

Die Anlage arbeitet mit Dampfparametern von 47 bar(g) und 320 °C. InfraLeuna gibt an, dass es sich um die erste große Power-to-Heat-Anlage in einem europäischen Chemiepark handelt, die dieses Druckniveau erreicht. Die Leistungsänderungsgeschwindigkeit des Kessels beträgt technisch bis zu 11 Megawatt pro Minute, wird im praktischen Betrieb jedoch auf maximal 7 Megawatt pro Minute begrenzt, um sich den Laständerungen des angeschlossenen Dampfnetzes anzupassen. Gemäß den im Projekt festgelegten Betriebsbedingungen beträgt das jährliche CO₂-Reduktionspotenzial im Vergleich zur herkömmlichen Dampferzeugung mit Erdgas bis zu etwa 52.000 Tonnen.

Das Projekt wurde von InfraLeuna in Zusammenarbeit mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission umgesetzt. InfraLeuna ist für Planung, Bau und Betrieb verantwortlich, während 50Hertz die Investitionskosten in Höhe von 13,6 Millionen Euro trägt und die Anlage in das Netzengpassmanagement einbezieht. Wenn das Netz eine Reduzierung der Einspeisung von Wind- und Solarenergie erfordert, kann ein Teil des Stroms in den Elektrodenkessel zur Erzeugung von Prozessdampf geleitet werden. Gleichzeitig kann das bestehende Gas- und Dampfturbinenkraftwerk von InfraLeuna seine Betriebslast und seinen Erdgasverbrauch entsprechend reduzieren.

Die Umsetzung des Projekts begann im Oktober 2024; ETABO Energietechnik und Anlagenservice fungierte als Generalunternehmer. Der 35-Megawatt-Elektrodenkessel wurde Ende 2025 montiert und im August 2026 in Betrieb genommen. Der Bau- und Betriebsvertrag zwischen 50Hertz und InfraLeuna wurde ursprünglich im Februar 2025 unterzeichnet. Die elektrische und thermische Leistung des Projekts betragen jeweils etwa 35 Megawatt.

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