Die Türkei plant, bis 2035 200 Milliarden US-Dollar in den Energiesektor zu investieren

2026-09-12 11:42
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de.wedoany.com-Bericht: Der gemeinsam vom Investitions- und Finanzbüro des Präsidialamts der Türkei und der APLUS Energieberatung erstellte „Bericht zur Energiebranche 2026" zeigt, dass die Türkei zur Erreichung ihrer Energieentwicklungsziele bis 2035 einen Gesamtfinanzierungsbedarf von schätzungsweise etwa 200 Milliarden US-Dollar in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik, Kernenergie sowie Elektrifizierungsinfrastruktur hat, wovon etwa 80 Milliarden US-Dollar für die Erhöhung der Flexibilität des Stromsystems, die Modernisierung der Stromnetze sowie den Ausbau der Übertragungs- und Verteilungsinfrastruktur verwendet werden sollen.

Die Türkei plant, die installierte Gesamtkapazität von Wind- und Photovoltaikkraftwerken bis 2035 auf 120 Gigawatt zu erhöhen. Nach diesem Ziel müssen künftig jährlich etwa 8—9 Gigawatt Wind- und Photovoltaikkapazität neu hinzukommen. Den vom Investitions- und Finanzbüro der Türkei veröffentlichten Energieinvestitionsdaten zufolge werden gleichzeitig Energiespeicher-Projekte für erneuerbare Energien, die Modernisierung der Übertragungsnetze, der Bau von Kernkraftwerken und Ausschreibungsprojekte für erneuerbare Energien vorangetrieben, wobei die Netzinvestitionen parallel zum Ausbau der neuen Erzeugungskapazität erfolgen werden.

Das Wachstum der Stromnachfrage bildet eine wichtige Grundlage für diese Investitionsberechnung. Die entsprechenden Energieplanungen prognostizieren, dass der landesweite Stromverbrauch der Türkei von etwa 359—380 Terawattstunden im Jahr 2025 auf etwa 455 Terawattstunden im Jahr 2030 und bis 2035 auf etwa 510 Terawattstunden steigen wird. Mit der Integration neuer Wind-, Photovoltaik- und Kernkraftwerke werden Übertragung, Verteilung und Systemregelungsfähigkeit zu Infrastrukturbereichen mit größerem Investitionsvolumen.

Das Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen der Türkei hat zuvor mitgeteilt, dass der Investitionsbedarf in die Strominfrastruktur bis 2035 etwa 80 Milliarden US-Dollar beträgt und die Bereiche Übertragung, Verteilung und Stromnetzsysteme umfasst. Der langfristige Übertragungsausbau umfasst auch die Erweiterung des Hochspannungsübertragungsnetzes, die Verbesserung der Übertragungskapazität von Gebieten mit konzentrierter Entwicklung erneuerbarer Energien zu den Lastzentren sowie die Stärkung der überregionalen und grenzüberschreitenden Stromaustauschkapazität. Energieminister Alparslan Bayraktar erklärte, dass zur Erreichung der Elektrifizierungsziele bis 2035 gleichzeitig Strominfrastrukturen aufgebaut werden müssten, die die zusätzliche Kapazität erneuerbarer Energien und der Kernenergie aufnehmen können.

Bei Energiespeichern wurde bereits eine beträchtliche Projektpipeline aufgebaut. Bis Anfang 2026 haben 372 Photovoltaikprojekte mit Energiespeichern in der Türkei Vorlizenzen erhalten, was einer Speicherkapazität von etwa 14,3 Gigawattstunden entspricht; weitere 252 Windkraftprojekte befinden sich in der Vorlizenzierungsphase, was einer Speicherkapazität von etwa 19,7 Gigawattstunden entspricht. Den vom Investitions- und Finanzbüro der Türkei veröffentlichten Informationen zufolge beläuft sich die Erzeugungskapazität der derzeit in der Vorlizenzierungsphase befindlichen Wind- und Photovoltaikprojekte mit Batteriespeichern auf insgesamt etwa 33 Gigawatt.

Auch die Kernenergie ist ein wichtiger Bestandteil der Energieinvestitionen bis 2035. Das derzeit im Bau befindliche Kernkraftwerk Akkuyu ist für vier Blöcke mit je 1200 Megawatt und einer Gesamtkapazität von 4,8 Gigawatt geplant. Die Türkei plant zudem, in den Regionen Sinop und Thrakien neue große Kernkraftwerksprojekte voranzutreiben, und hat das Ziel formuliert, die gesamte Kernkraftkapazität einschließlich großer Kernkraftwerke und kleiner modularer Reaktoren bis 2050 auf mindestens 20 Gigawatt zu erhöhen, wobei das Zielvolumen für kleine modulare Reaktoren etwa 5 Gigawatt beträgt.

Die Entwicklung erneuerbarer Energien wird weiterhin über Mechanismen wie die Renewable Energy Resource Areas (YEKA) zusätzliche Kapazität freisetzen. Der Bericht listet zudem Offshore-Windkraft, Energiespeicherung, Ladeinfrastruktur sowie Strommarktmechanismen als nachfolgende Investitionsfelder auf und bezieht die Umsetzungsplanung des Offshore-Windprojekts DÜRES-2026 ein. Windkraft, Photovoltaik, Batteriespeicher, Wasserkraft, Geothermie, Biomasse und grüner Wasserstoff wurden als sieben vorrangig zu bewertende Energietechnologien eingestuft.

Der Bedarf an Infrastruktur für Elektrofahrzeuge wurde ebenfalls in die Energieinvestitionsberechnung einbezogen. Den entsprechenden Szenarioprognosen der türkischen Energiemarktaufsichtsbehörde zufolge könnte der Bestand an Elektrofahrzeugen in der Türkei im Hochwachstumsszenario bis 2035 etwa 7 Millionen erreichen, wodurch entsprechende Ladeeinrichtungen, der Ausbau der Stromverteilnetze und Lastmanagementsysteme in einen synchronen Bauzyklus eintreten würden.

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