Um seine Ziele für grünen Stahl zu erreichen, plant China laut einem am Dienstag vom Helsinki Centre for Energy and Clean Air Research veröffentlichten Bericht, die Stahlproduktion aus kohlebefeuerten Hochöfen in diesem Jahr gegenüber dem Stand von 2024 um mehr als 90 Millionen Tonnen zu senken.

Die globale Stahlindustrie ist für etwa 8 % der weltweiten Kohlendioxidemissionen verantwortlich, wobei China mehr als die Hälfte der weltweiten Stahlproduktion erwirtschaftet. Im Jahr 2024 wird Chinas Rohstahlproduktion 1,005 Milliarden Tonnen erreichen, wovon etwa 90 % aus Hochöfen stammen werden. Wird der Anteil der Elektrolichtbogenofenproduktion auf 15 % erhöht, können die Kohlendioxidemissionen um mehr als 160 Millionen Tonnen reduziert werden, was dem CO2-Fußabdruck der EU-Stahlindustrie entspricht.
Die Auslastung der Lichtbogenöfen in China liegt mit derzeit etwa 10 % unter dem Weltdurchschnitt. Der globale Durchschnitt liegt bei 30 %, darunter 71,8 % in den USA, 58,8 % in Indien und 26,2 % in Japan. Der Bericht wies darauf hin, dass sich die Auslastung der Hochöfen in China von 2021 bis Mitte 2025 von 85,6 % auf 88,6 % erhöhen wird, während die Auslastung der Lichtbogenöfen von 58,9 % auf 48,6 % sinken wird.
Elektrolichtbogenöfen weisen zwar eine geringere Kohlenstoffintensität auf, stehen aber vor Herausforderungen wie hohen Stromkosten und einer unregelmäßigen Schrottversorgung, was zu finanziellen Verlusten führt. Die Umstellung auf diese Anlagen gilt jedoch als wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen Stahlproduktion.
Der Bericht betont, dass eine geringere Abhängigkeit von Hochöfen die Emissionen deutlich senken und Chinas Umweltschutzziele unterstützen kann. Überkapazitäten in der Stahlindustrie sind seit langem ein Problem auf dem Weltmarkt. Strategische Anpassungen können jedoch Effizienz und Nachhaltigkeit verbessern und gleichzeitig die Dynamik des internationalen Handels berücksichtigen.









