Serbien führt Gespräche mit der französischen Entwicklungsagentur (AFD) über ein neues Kernenergieprojekt, um der steigenden Stromnachfrage und den Herausforderungen der Energiewende zu begegnen. Beamte des serbischen Energieministeriums erklärten, das Land habe die AFD um Unterstützung für die erste Phase seines Kernenergieplans ersucht, einschließlich der Ausbildung von Fachpersonal und der Bewertung der Auswirkungen eines Kernkraftwerks auf das Übertragungsnetz.
Serbien verfügt bereits über eine Kooperationsvereinbarung im Kernenergiebereich mit dem französischen Staatsunternehmen EDF, die vorläufige technische Studien zur friedlichen Nutzung der Kernenergie umfasst. Das Energieministerium betonte: „Angesichts der reichen Erfahrung Frankreichs im Kernenergiebereich hält Serbien diese Erfahrung für wertvoll. Wir diskutieren die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit EDF zur Umsetzung der ersten Entwicklungsphase des Kernenergieplans, einschließlich Personalschulung und der Information der Öffentlichkeit über die potenzielle Anwendung der Kernenergie in Serbien.“
Im Dezember 2024 verabschiedete die serbische Nationalversammlung eine Novelle des Energierechts, die ein 35-jähriges Verbot des Baus von Kernkraftwerken beendete. Zuvor hatten im Oktober 2024 EDF und das französische Ingenieurberatungsunternehmen Egis einen Vertrag mit dem serbischen Ministerium für Bergbau und Energie erhalten, um vorläufige technische Studien zu den potenziellen Anwendungen der Kernenergie im Land durchzuführen.
Serbien erkundet zudem verschiedene Wege der Kernenergiekooperation, darunter Gespräche mit dem russischen Unternehmen Rosatom über nicht-energetische Anwendungen von Kerntechnologie sowie Diskussionen über den möglichen Erwerb eines Anteils am ungarischen Kernkraftwerk Paks. Präsident Aleksandar Vučić erklärte auf einem internationalen Kernenergie-Gipfel, das Land suche technische Unterstützung und Finanzierung, um das Ziel von 1200 Megawatt Leistung aus kleinen modularen Reaktoren zu erreichen.
Das Energieministerium fügte hinzu, dass der nächste Schritt die Erstellung einer speziellen Studie mit Unterstützung französischer Institutionen zur Entwicklung der Kernenergie in Serbien sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich Energieeffizienz sei. „Mit der technischen Unterstützung der AFD werden wir uns auch auf die langfristige Planung der Energiewende konzentrieren, um den gesetzten Zielen zu entsprechen.“ Die französische Entwicklungsagentur erklärte, dass die von ihr finanzierten und unterstützten Projekte darauf abzielten, eine gerechtere, inklusivere und nachhaltigere Zukunft aufzubauen.









