Laut Schiffsverfolgungsdaten sind zwei australische LNG-Tanker auf dem Weg nach Chile, was den ersten Empfang von Flüssigerdgas-Lieferungen des Landes aus Australien seit drei Jahren markiert. Diese Entwicklung könnte den Wettbewerb auf dem globalen LNG-Markt beeinflussen und die Spotpreise stützen.
Daten der Analysefirma Kpler zeigen, dass der Tanker Gaslog Gladstone am 27. Januar am Queensland Curtis LNG Terminal beladen wurde und voraussichtlich am 14. Februar im chilenischen Quintero eintreffen wird. Ein weiterer Tanker, die Barcelona Knutsen, wurde am 5. Februar am selben Terminal beladen und soll am 27. Februar im chilenischen Mejillones ankommen.
Go Katayama, Chief Insight Analyst bei Kpler, sagte: „Australische LNG-Frachter fahren normalerweise nicht nach Südamerika, da Entfernung und Frachtkosten die Lieferungen von der US-Golfküste oder aus dem Atlantikbecken wettbewerbsfähiger machen.“ Er fügte hinzu: „Diese Bewegungen spiegeln die angespannte Lage im Atlantikbecken wider und könnten vorübergehend Arbitragemöglichkeiten für Fracht aus dem Pazifikraum eröffnen.“
Laut Kpler-Daten importierte Chile im letzten Jahr 1,9 Millionen Tonnen LNG und ist damit ein kleinerer Importeur. Chile erhielt zuletzt Mitte 2022 einen australischen LNG-Frachter und importiert normalerweise mehr als die Hälfte seines LNG aus Trinidad und Tobago.
Im vergangenen Monat wurden einige Trinidad-Lieferungen in die USA und nach Kanada umgeleitet, um der dortigen winterlichen Nachfragespitze und den Preissprüngen zu begegnen. Ashley Sherman, Senior Analyst bei Vortexa, sagte: „Shell hat Lieferverpflichtungen in Chile, die normalerweise durch Angebote aus dem Atlantikbecken erfüllt werden. Aber kürzlich hat Shell mehrere Trinidad-Lieferungen in die USA und nach Kanada geschickt. Daher füllt Shell seine Lieferverpflichtungen gegenüber Chile nun mit Fracht aus Ost-Australien auf.“
Diese Bewegung australischer LNG-Tanker könnte den Wettbewerb zwischen dem Atlantik- und dem Pazifikbecken verstärken und die regionale Versorgung beeinflussen. Im vergangenen Monat, nachdem arktische Stürme die US-Exporte drosselten, steuerten mindestens drei LNG-Frachter aus Australien und Kanada Europa und Amerika an, statt wie üblich Asien.









