de.wedoany.com-Bericht: Renaissance Bioscience hat ein neuartiges virusähnliches Partikelsystem entwickelt, das den Anwendungsbereich seiner RNA-Interferenz-Biopestizidplattform erheblich über beißende Insekten hinaus erweitern könnte und vielversprechend für die Bekämpfung von saugenden Schädlingen, Pilzkrankheiten und Unkräutern ist. Das in Vancouver ansässige Unternehmen hat für diese Plattform eine vorläufige Patentanmeldung eingereicht.
Die herkömmliche Methode, bei der doppelsträngige RNA in intakten Hefezellen verkapselt wird, ist auf die Aufnahme durch Insekten beschränkt, die Pflanzenmaterial physisch fressen. Das neue System nutzt nicht-infektiöse doppelsträngige RNA-Viren, die natürlicherweise in Bäckerhefezellen vorkommen, entfernt das eigene genetische Material des Virus und ersetzt es durch eine firmeneigene doppelsträngige RNA-Nutzlast. So entstehen Protein-Nanocarrier mit einem Durchmesser von etwa 40 bis 50 Nanometern, die damit wesentlich kleiner sind als die Hefezellen selbst.
Dr. John Husnik, CEO von Renaissance Bioscience, erklärte, dass dieser Ansatz der Verpackung von doppelsträngiger RNA in Hefe sehr hohe Produktionsausbeuten ermöglicht – höher als bei dem bereits kommerziell nutzbaren System. Die bestehende intakte Hefeplattform, die gegen beißende Schädlinge wie den Kartoffelkäfer gerichtet ist, erzielte in unabhängigen Labortests eine Sterblichkeitsrate von 98 %. Aufgrund ihrer geringen Größe haben die virusähnlichen Partikel das Potenzial, mit saugenden Insekten wie Blattläusen, Weißen Fliegen und Thripsen in Kontakt zu kommen, die einen größeren Anteil am globalen Pflanzenschutzmarkt ausmachen, und könnten möglicherweise auch als Fungizide und Herbizide eingesetzt werden.
Husnik räumt ein, dass die Extraktion der virusähnlichen Partikel aus den Hefezellen zusätzliche nachgelagerte Verarbeitungsschritte und Kosten verursacht, diese jedoch durch die höhere Ausbeute an doppelsträngiger RNA pro Produktionscharge ausgeglichen werden. Die Plattform befindet sich noch in einem frühen Forschungsstadium, und Renaissance plant, die Entwicklung voranzutreiben und gleichzeitig das ursprüngliche intakte Hefesystem für die kommerzielle Registrierung weiter zu skalieren. Das Unternehmen hat bereits eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung mit dem niederländischen Pflanzenschutzspezialisten Certis Belchim für einen nicht näher bezeichneten beißenden Schädling.
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