Die Europäische Weltraumorganisation erforscht Insekten als nachhaltige Nahrungsquelle für Astronauten
2025-11-10 11:33
Quelle:ESA
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Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) stellt ein multinationales Expertenteam zusammen, um die Machbarkeit des Einsatzes von Insekten in der Astronautenernährung zu untersuchen. Ziel dieser Forschung ist es, nachhaltige Lösungen für die Lebensmittelversorgung bei Langzeitmissionen im Weltraum zu entwickeln und dabei die Anpassungsfähigkeit und den Nährstoffreichtum von Insekten zu nutzen, um den Herausforderungen der Weltraumumgebung zu begegnen.

„Insekten scheinen sich sehr gut an die Bedingungen im Weltraum anzupassen“, sagte Professorin Åsa Berggren von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften. „Sie sind äußerst widerstandsfähig gegenüber physikalischem Stress. Diese kleinen Tiere sind außerdem sehr gut darin, für uns Menschen ungenießbare Substanzen in Nährstoffe umzuwandeln, die sie für ihr eigenes Wachstum benötigen, und liefern uns so nahrhafte Lebensmittel.“ Das Forschungsteam fand heraus, dass Insekten ein erhebliches Potenzial im Nährstoffkreislauf und in der Proteinproduktion besitzen.

Seitdem die Fruchtfliege 1947 als eines der ersten Lebewesen ins Weltall reiste, wurden verschiedene Insekten unter Weltraumbedingungen getestet. Studien zeigen, dass Fruchtfliegen ihren gesamten Lebenszyklus von der Befruchtung bis zur Fortpflanzung unter Schwerelosigkeit durchlaufen können, während Arten wie Bärtierchen ihre Fähigkeit bewiesen haben, in den extremen Bedingungen des Weltraums zu überleben. Aktuell stehen Hausgrillen und Mehlwürmer im Fokus der Forschung; diese beiden Insekten wurden 2023 von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit für den menschlichen Verzehr zugelassen.

Obwohl Insekten auf der Erde weit verbreitet sind und laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weltweit über 2.000 Arten als Nahrungsmittel genutzt werden, sind die Langzeitwirkungen des Weltraums auf ihr Wachstum noch nicht ausreichend erforscht. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) entwickelt neue Versuchsprotokolle, um zu beobachten, wie Insekten während ihres Aufenthalts im Orbit alle Entwicklungsstadien durchlaufen. Diese Protokolle ergänzen bestehende Studien mit ihren vergleichsweise kurzen Versuchszeiträumen.

Die ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti transportierte im Rahmen einer Mission im Jahr 2022 Nahrung mit Grillenpulver ins All und markierte damit den Beginn der praktischen Testphase von Insektennahrung. Forscher werden weiterhin die Auswirkungen der Mikrogravitation auf den Lebenszyklus und die Fortpflanzungsfähigkeit von Insekten untersuchen und so neue Nahrungsquellen für zukünftige Weltraummissionen entwickeln.

Weitere Informationen: Roberto Guidetti et al., „Extraterrestrische Insekten: Bewertung der Auswirkungen der Mikrogravitation auf essbare und Modellinsektenarten in Nahrungsmittelsystemen für die Raumfahrt“, *Frontiers in Physiology* (2025). Zeitschrifteninformationen: *Frontiers in Physiology*

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