Japanisch-französisches Forschungsteam bestätigt ähnliche Chorus-Emissionen im Merkur-Magnetosphäre wie auf der Erde
2026-01-20 16:37
Quelle:Kanazawa University
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Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Kanazawa University, der Tohoku University und des französischen LPP-Labors hat kürzlich bestätigt, dass natürliche elektromagnetische Wellen – sogenannte Chorus-Emissionen, die seit langem in der Erdmagnetosphäre beobachtet werden, auch in der Magnetosphäre des Merkurs existieren und ähnliche Frequenz-Chirp-Muster aufweisen. Diese Entdeckung ist der erste zuverlässige Nachweis starker Elektronenaktivität auf dem Merkur.Rechts: Der Merkur-Magnetosphären-Orbiter Mio der BepiColombo-Mission; Links: Der GEOTAIL-Satellit der Erde. Die Abbildung hebt den vergleichenden Studium der planetaren Magnetosphären hervor.

Das Team analysierte Daten, die vom Mio-Orbiter der europäisch-japanischen Sonde „BepiColombo“ während sechs Vorbeiflügen am Merkur zwischen 2021 und 2025 gesammelt wurden, und detektierte Plasmawellen im hörbaren Frequenzbereich. Ein Vergleich mit Daten des GEOTAIL-Satelliten, der die Erdmagnetosphäre seit drei Jahrzehnten beobachtet, zeigte eine vollständige Übereinstimmung in der momentanen Frequenzänderung. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Earth, Planets and Space“ veröffentlicht.

Die Studie wendete Erkenntnisse aus der langjährigen Erforschung der Erdmagnetosphäre auf die Merkurerkundung an und bestätigte damit frühere theoretische Vorhersagen über die mögliche Existenz von Chorus-Emissionen in der schwachen Magnetosphäre des Merkurs. Die Forschenden weisen darauf hin, dass dies darauf hindeutet, dass der Entstehungsmechanismus von Chorus-Emissionen in planetaren Magnetosphären universell sein könnte. Diese Entdeckung erweitert nicht nur das Verständnis der Merkurraumumgebung, sondern bietet auch eine neue Perspektive für die Untersuchung magnetosphärischer Prozesse anderer Planeten im Sonnensystem.

Der Mio-Orbiter der „BepiColombo“-Mission soll Ende 2026 in die Merkurumlaufbahn eintreten und mit detaillierteren Langzeitbeobachtungen beginnen. Zukünftige Forschungen werden sich auf die Verteilung und Dynamik der mit den Chorus-Emissionen verbundenen kalten Elektronen konzentrieren und könnten vergleichende Studien auf Planeten wie Mars und Jupiter ausdehnen, um das Verständnis gemeinsamer Plasmaprozesse in planetaren Raumumgebungen zu vertiefen.

Weitere Informationen: Autoren: Mitsunori Ozaki et al., Titel: „Diagnosing a Possible Cold Electron Atmosphere on Mercury from Whistler-Mode Wave Characteristics“, veröffentlicht in: Earth, Planets and Space (2025).

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